[IT][CH][DE] Les Côtes de France – 8/8 (25 B. ~ 2,5 MB) (Reiseberichte)

Pfälzer, Sonntag, 19.06.2022, 16:23 (vor 8 Tagen) @ Pfälzer

Am letzten Tag steht die Heimreise durch die (oder besser gesagt: unter den) Alpen an. Dafür bietet sich natürlich der direkte ECE Milano – Frankfurt an. Einfach in Milano einsteigen, 6 Stunden später in Karlsruhe aussteigen und schon bin ich fast zu Hause. Direkte Verbindungen sind nun einmal, aller Kritik zur Verspätungsanfälligkeit zum Trotz, ein besonderer Komfort. Also vorausgesetzt, der Zug endet nicht wegen irgendeiner Störung vorzeitig irgendwo.
Zuerst muss ich aber noch nach Milano kommen, wofür wieder ein Regionale Veloce herhalten sollte. Der Zug, der bereits um kurz nach 5:00 in Ventimiglia losgefahren ist, sollte den Bahnhof Piazza Principe um 7:38 erreichen und nach dem Fahrtrichtungswechsel um 7:50 nach Milano weiterfahren. Bei der ersten Überprüfung des Zuglaufs nach dem Aufstehen im Hotel wird die Ankunft noch mit +12 prognostiziert. Bis ich am Bahnhof bin ist diese Prognose auf +1 geschrumpft. Erneut sind es die heftigen Fahrzeitreserven, die das Aufholen von Verspätungen ermöglichen. Am Vorabend mussten wir mit unserem pünktlichen Zug nämlich auch rund 3 Minuten an allen Bahnhöfen im Stadtgebiet von Genova abstehen, um nicht vor Plan weiter zu fahren. Der Zug besteht aus 7 Reisezugwagen, die wenigstens ein bisschen mehr Komfort bieten als das Gerümpel gestern. In meinem Wagen macht sich weiter vorne ein Jugendlicher breit, der offenbar seinen Rausch ausschlafen möchte. Er legt sich quer über zwei Sitzbänke und streck die Beine über den Mittelgang, was der Zugbegleiterin gar nicht gefällt. Prompt muss er sich eine Standpauke anhören, die aber nur so lange gewirkt hat, bis die Zugbegleiterin im nächsten Wagen verschwunden ist. Selbstverständlich kommt sie nach dem nächsten Halt wieder und findet den Jugendlichen in der gleichen Position vor. Jetzt wird der Ton schon rauer. Immerhin scheint er ihre Erklärungen nun endlich verstanden zu haben und setzt sich aufrecht auf seinen Platz. Davon abgesehen ist die Zugbegleiterin permanent damit beschäftigt, die Maskenverweigerer auf die Maskenpflicht im Zug hinzuweisen. Im fast schon militärischem Ton wird regelmäßig „Signore, il mascherina!“ zu Protokoll gegeben. Aber auch das hält nur so lange an, wie sie sich im Sichtbereich der Fahrgäste aufhält. Gegen 9:30 erreichen wir dann den Bahnhof von Milano Centrale.

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8-1 Ich erreiche den Bahnhof Piazza Principe über den Seiteneingang am frühen Sonntagmorgen

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8-2 Am Gleis gegenüber steht wartet ein Regionalzug auf Fahrgäste

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8-3 Mein Zug besteht zur Abwechslung aus Reisezugwagen

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8-4 In Milano bedienen wir drei Fernbahnhöfe: Lambrate, Rogoredo und Centrale. Am Bahnhof Rogoredo kommt uns ein Frecciarossa nach Rom entgegen.

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8-5 In der Einfahrt des Bahnhofs Centrale kommen wir natürlich an dem markanten Reiterstellwerk vorbei

Vor der Weiterfahrt ins Heimatland mache ich einen kurzen Abstecher mit der U-Bahn in die Stadt. Nachdem ich am vergangenen Sonntag den Weg zwischen Eisenbahn und U-Bahn in Bruxelles schon nicht ganz ohne fand, legt Milano noch eine Schippe oben drauf. Fast 15 Minuten brauche ich vom Ausstieg aus dem Regionalzug bis zum Einstieg in die Metro. Und das obwohl der Fahrkartenkauf angenehm schnell erledigt ist. Trotzdem reicht die Aufenthaltszeit für die Fahrt zum Domplatz und dem anschließenden Fußweg in Richtung Nordwesten zum Parco Sempione. Eigentlich! Denn auch heute kommt natürlich etwas dazwischen: Ein Marathon! Die Via Dante komme ich bis zum „Kreisverkehr“ Largo Cairoli noch problemlos durch. Der Kreisverkehr ist aber Bestandteil der Marathon-Strecke und deshalb abgesperrt. Zum Glück habe ich eine Idee: Unter dem Kreisverkehr befindet sich eine Metro-Haltestelle. Ich gehe auf meiner Seite des Kreisverkehrs hinein in der Hoffnung, auf der anderen Seite einen Ausgang zu finden. Bingo – den gibt es tatsächlich! So ist dieses Hindernis überwunden und der Weg in Richtung Castello Sforzesco ist frei. Damit endet es dann aber auch, denn hinter dem Schloss führt erneut die Marathon-Strecke vorbei und an dieser Stelle gibt es keine Möglichkeit mehr, daran vorbei zu kommen. Schade, dann wird aus dem Besuch im Park leider nichts. Folglich gehe ich zur nächstgelegenen Metro-Haltestelle und fahre zurück zum Bahnhof. Wie es so schön heißt: Sport ist Mord – und wenn es auch nur das touristische Interesse sein mag, das dadurch ein Ende findet.

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8-6 Duomo

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8-7 Galleria Vittorio Emanuele II – eine überdachte Flaniermeile

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8-8 Castello Sforzesco

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8-9 Im Hintergrund der Arco della Pace hinter dem Parco Sempione – leider wegen der Marathon-Strecke an diesem Morgen unerreichbar

Am Bahnhof erwartet mich, nachdem ich den richtigen Zugang zu meinem Bahnsteig endlich gefunden hatte (der Bahnhof Milano Centrale ist echt riesig!), eine Astoro-Doppeltraktion. Der hintere Wagen ist ein RABe 503 der SBB, der vordere Wagen dagegen ein ETR 610 der Trenitalia. Vermutlich wegen der kurzen Bahnsteiglänge in Stresa ist der hintere Wagen in Milano aber noch abgesperrt. Der ETR 610 an der Spitze des Zuges sollte später nach Frankfurt durchfahren, während der hintere Zugteil in Basel abgehängt wird. Der Zug verlässt den Bahnhof Milano Centrale pünktlich und erreicht den nächsten Halt Stresa am Lago Maggiore nach rund einer Stunde mit +5. Die Fahrt durch die Vororte von Milano verläuft stellenweise sehr langsam und über eine recht indirekte Streckenführung. Gegen 12:45 erreichen wir den Grenzbahnhof Domodossola. Da ich dem ECE 52 in Karlsruhe bei meiner täglichen Pendlerheimfahrt planmäßig begegnen sollte und deshalb mit den recht schlechten Pünktlichkeitswerten des Zuges vertraut bin, befürchte ich in diesem Moment schon, dass das jetzt dauern wird. Das Gegenteil sollte sich aber unter Beweis stellen. Soweit ich es noch recht in Erinnerung habe verläuft die Grenzkontrolle so: Zunächst kommt eine Polizeistaffel durch, schaut sich nach verdächtigen Gegenständen um, findet nichts und rückt ab. Dann kommt eine Hundestaffel, schnüffelt kurz an den größeren Gepäckstücken nach auffälligen Substanzen, findet nichts und rückt ab. Zeitgleich steigen Beamte in grüner Kleidung (vermutlich vom Zoll) ein, bauen sich vor den Fahrgästen auf und erwarten wie selbstverständlich eine Reaktion. Als aber weder ich, noch die Reisenden gegenüber verstehen, was genau zu tun ist, kommt von dem Beamten ein genervtes „Signore, i documenti!“. Ich zeige meinen Ausweis, der Beamte entgegnet „Va bene, grazie!“ und geht weiter, nachdem auch am Vierer gegenüber die Ausweise auf dem Tisch liegen. Zuletzt kommt die Schweizer Grenzpolizei durch und geht sichtlich desinteressiert einmal auf und ab durch den Wagen. Sie haben sich anscheinend zuvor bei den italienischen Kollegen erkundet, dass alles in Ordnung ist, und scheinen eher der Form wegen noch einmal durch den Zug zu gehen. Jedenfalls ist nach 5 Minuten alles gut und der Zug setzt seine Fahrt mit der bisherigen Verspätung von +5 fort. Es folgt die Durchfahrt durch den Simplontunnel, nachdem wir uns kurz im Rhône-Tal wieder finden. Bei Brig liegt in den etwas höheren Lagen bereits eine lockere Schneedecke. Danach durchqueren wir den Lötschberg-Basistunnel. Zum Glück ist die Verspätung bei der Einfahrt in den Tunnel noch knapp unter 5 Minuten geblieben, sodass wir unseren Slot im eingleisigen Tunnelabschnitt noch nutzen können und nicht zurückgestellt werden. Die Ausfahrt aus dem Tunnel fühlt sich dann an wie die Ankunft in einer neuen Welt, denn draußen ist auf einmal Winterwunderland! Schnee, soweit das Auge reicht! Und das Anfang April und obwohl am Vortag an der Riviera noch knapp 20 Grad herrschten. Sichtlich davon beeindruckt geht die Fahrt weiter durch die Schweitzer Schneelandschaft in die Hauptstadt Bern. Dort steht ein Fahrtrichtungswechsel an.

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8-10 Das beeindruckende Empfangsgebäude des Bahnhofs Milano Centrale

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8-11 Im Bahnhof warten erneut einige Hochgeschwindigkeitszüge in Richtung Süden

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8-12 ECE Milano – Frankfurt. Der hintere Zugteil, ein SBB RABe 503, ist in Milano noch verschlossen…

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8-13 …und der vordere Zugteil, ein Trenitalia ETR 610, fährt nach Frankfurt.

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8-14 Abfahrt aus Milano

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8-15 Lago Maggiore

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8-16 Langsam kommen die Alpen näher

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8-17 Grenzbahnhof Domodossola

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8-18 Im Rhônetal bei Brig liegt schon etwas Schnee in den leicht erhöhten Lagen

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8-19 Blick in das Vispertal in Richtung Matterhorn – hier zweigt die Meterspurstrecke der Matterhorn-Gotthard-Bahn nach Zermatt aus dem Rhônetal ab

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8-20 Am Nordportal des Lötschberg-Basistunnels: Winterwunderland!

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8-21 Thunersee

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8-22 Fahrtrichtungswechsel in Bern

Normalerweise hätte der Zug nun über die autobahnnahe direkte Strecke nach Olten fahren sollen. Allerdings hält sich die Beschleunigung nach der Ausfahrt aus Bern noch in Grenzen. Nach wenigen Minuten kommt eine Durchsage: Wegen einem PU auf der direkten Strecke werden wir über die „Altstrecke“ über Burgdorf und Langenthal umgeleitet und erreichen Olten mit ca. 7 – 8 Minuten Verspätung. Eine Verspätung in der Schweiz – Sachen gibt es! Aber man muss fairerweise sagen: Für die Umstände kann die SBB nichts. Dafür verläuft die Umleitung dann zügig und reibungslos. Obwohl uns im Blockabstand Züge entgegen kommen fahren wir durchgehend mit ca. 100 km/h, ohne einmal anhalten zu müssen. Olten haben wir dennoch, entgegen der Prognose, mit +12 erreicht. Bis nach Basel erhöht sich die Verspätung wegen der dichten Streckenbelegung im Zulauf auf die Stadt auf +15. Die Weiterfahrt nach Deutschland erzeugt dann abermals weitere Verzögerungen, sodass wir Basel SBB mit +20 und Basel Bad Bf mit +25 verlassen. Aber egal: Da die Verspätung in der Schweiz ihren Ursprung genommen hat, kann die DB wieder freudestrahlend die Schuld auf andere abwälzen und die Verspätung mit dem Text „Verspätung im Ausland“ begründen. Weil auch der nachfolgende ICE verspätet ist nehmen wir in Freiburg eine ziemliche Menge an Fahrgästen mit. Damit ist der Zug zwischen Freiburg und Karlsruhe fast voll. Unterwegs folgt dann noch der absolut und überhaupt wichtigste Zwischenhalt der ganzen Strecke in, nun ja, Ringsheim. Das muss man sich vorstellen: Der Direktzug nach Milano hält nicht in Offenburg, nicht in Baden-Baden, nicht in Rastatt, dafür aber im 2.000-Einwohner-Kaff Ringsheim. Und das nur, damit man jubelnd verkünden kann, man hat den Europa-Park an den Fernverkehr angebunden. Der einzige Grund, warum ausgerechnet dieser Zug dort hält, ist die kastrierte Bahnsteiglänge. Die lässt nämlich keinen ICE-Halt für eine ICE 3-Doppeltraktion oder einen ICE 4 zu. Der achtteilige ETR 610 passt aber an den Bahnsteig. Deshalb hat man diesem Zug seinen Halt in Baden-Baden genommen, damit er dem Europa-Park einen prestigeträchtigen Fernverkehrsanschluss bieten kann. Soweit ich es korrekt gesehen habe ist in Ringsheim niemand ein- oder ausgestiegen. Kleiner Fun Fact am Rande: Der Halt in Ringsheim ist sogar so unbedeutend, dass der nächste RE 7 nach Karlsruhe dort durchfährt. Soviel zum Thema. Meinen 6-Minuten-Anschluss zur RB 51 in Karlsruhe habe ich wegen der Verspätung schon längst abgeschrieben. Unterwegs fällt mir dann aber auf, dass auch die RB 51 mit rund 20 Minuten Verspätung aus Vorleistung ab Karlsruhe angekündigt wird. Die Hoffnung, den Anschluss doch noch zu erreichen, macht die Baustelle bei Rastatt dann aber zunichte. Nach der Schleichfahrt über die Murgbrücke sollten laut Prognose noch maximal 2 Minuten Umsteigezeit übrig bleiben. Normalerweise würde das reichen, denn der ECE kommt auf Gleis 3 an und die RB fährt auf Gleis 1 ab. Wegen der Verspätung wird die RB aber auf Gleis 101 verlegt und ich bin im ECE ganz vorne, sodass der Anschluss aussichtslos wird. Durch den Zug zur letzten Tür zurück gehen funktioniert nicht, da der Gang mit den Zusteigern aus Freiburg zugestellt ist. Und bis ich am Bahnsteig zur Unterführung zurück gerannt bin, hat sich an der Rolltreppe, wie in Karlsruhe üblich, ein Rückstau gebildet. Mein letzter Versuch wäre also die Unterführung Poststraße und dann ein Sprint über Gleis 1 vor zur Hauptunterführung. Bei der Einfahrt in den Bahnhof fahren wir noch an dem auf Gleis 101 wartenden Talent vorbei. Bis ich aber die Treppe zum Pfälzer Bahnhof erreicht habe, dröhnt der Sichtanschluss von dannen.

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8-23 Der wichtigste Unterwegshalt der ganzen Strecke

Nun gut, nutze ich die Viertelstunde Wartezeit eben zur Verpflegung. Karlsruhe verlasse ich pünktlich um 18:06 mit dem nächsten RE 6, einer Talent-Doppeltraktion nach Kaiserslautern. Vorteil der Situation: Da der RE auf die RB aufläuft kommen wir später in Winden an, sodass sich die Wartezeit auf den Anschluss verkürzt. Gut für mich, schlecht für die anderen Mitreisenden. Ein Anzugträger im Vierer gegenüber regt sich am Telefon lautstark bei seinem Gesprächspartner darüber auf, was für einen schlechten Service die Bahn da wieder abliefert. Natürlich in direkter Hörweite der Zugbegleiterin, die sich zum Glück auf die Provokation nicht einlässt. Die RB 51 hätte mich direkt nach Hause gebracht. Der RE 6 hält dagegen nicht zwischen Landau und Neustadt, sodass unterwegs ein Umstieg auf die RB 53 aus Wissembourg notwendig wird. Ich persönlich steige immer in Winden um, obwohl die Fahrplanauskunft den Umstieg in beiden Richtungen in Landau beauskunftet. Verständlich: Landau hat wenigstens noch etwas Aufenthaltsqualität. In Winden ist dagegen nicht mal das Bahnhofsgebäude zur Überbrückung von Umsteigezeiten nutzbar. Es gibt aber zwei gute Gründe, trotzdem schon in Winden umzusteigen:
1. In Landau halten sich besonders am Abend gerne sehr zwielichtige Gestalten auf
2. Zwischen Winden und Landau ist die RB 53 so gut wie leer. Man kann sich also beim Einstieg gemütlich einen Platz aussuchen.
Die meisten Fahrgäste der RB 53 aus Richtung Wissembourg steigen in Winden auf die RB 51 nach Karlsruhe um. Deshalb ist der Zug beim Einstieg in Winden nur noch spärlich besetzt und man findet gemütlich einen Platz. Dann braucht man sich darum in Landau keine Gedanken mehr zu machen, wenn der Zug zu manchen Tageszeiten von Zusteigern gestürmt wird. Ich fahre also das letzte Stück der Reise mit der RB 53 um 18:53 ab Winden. Am Wochenende fährt bei dieser Fahrt ein Blauwal-Pärchen (A-TER) vor, das von Strasbourg über Wissembourg nach Neustadt durchgebunden wird. Unterwegs stelle ich fest, dass der RE 6 die RB 51 in Landau außerplanmäßig überholt hat. Ich hätte also, wäre ich sitzen geblieben, in Landau noch in den „planmäßigen“ Zug umsteigen können. Aber gut, am Ende komme ich mit der RB 53 gerade einmal rund 10 Minuten später an als mit der planmäßigen Verbindung. So erreiche ich nach 8 Tagen und fast genau 12 Stunden wieder meinen Ausgangspunkt.

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8-24 Für Freunde der Baureihe 628: In Kandel kreuzen wir den Felsenland-Express an seinem ersten Fahrtag der Saison. Zumindest an diesem Tag war hier ein 628 unterwegs, während der Bundenthaler nach Neustadt mit einem Desiro gefahren wurde.

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8-25 Zwei Blauwale der SNCF als RB 81430 nach Neustadt in Winden

Abschließend nun noch einige Angaben für Zahlenfreunde:

Insgesamt habe ich auf dieser Reise ohne Fußwege und die Fahrten mit dem sonstigen ÖPNV eine Strecke von 4.353 km zurück gelegt, davon 4.188 km mit dem Zug und 165 km mit Reisebussen der SNCF. Von dieser Strecke entfallen 2.811 km auf Frankreich, 622 km auf Deutschland, 440 km auf Italien, 256 km auf Belgien, 222 km auf die Schweiz, 2 km auf Monaco und 0 km auf Spanien (EuskoTren werte ich als U-Bahn und damit als sonstigen ÖPNV, den ich nicht in die Statistik mit einbezogen habe). Die Gesamt-Fahrzeit beträgt 50 Stunden und 7 Minuten. Das entspricht einer mittleren Geschwindigkeit von 87 km/h. Die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit erreicht der TERGV von Lille nach Calais mit 216 km/h. Die sowohl von der Fahrzeit, als auch der Strecke längste Fahrt war die im ECE von Milano nach Karlsruhe, die für 561 km 6 Stunden und 7 Minuten benötigen sollte. Von 39 Fahrten waren 33 nach der offiziellen 5:59-Minuten-Definition der DB pünktlich, 5 Fahrten verspätet und eine Fahrt ausgefallen. Damit erreicht meine Stichprobe eine Pünktlichkeit von 86,8 % und eine Zuverlässigkeit von 97,4 %. Außerdem habe ich einen Anschluss, den planmäßig letzten in Karlsruhe, nicht erreicht. Bei einer so langen und kleinteiligen Reisekette kann sich das schon sehen lassen. In Summe habe ich für alle Fahrkarten und Reservierungen 401 € gezahlt. Dabei sind die 55 € für die Ersatzfahrkarte von Marseille nach Nice ohne den Wert des Erstattungsgutscheins mit einbezogen. Das entspricht einem Fahrpreis von 9,2 Cent pro Kilometer. Es ist kein absoluter Spottpreis, aber für das Preisniveau im französischen Bahnverkehr und die Nutzung der 1. Klasse wo vorhanden finde ich den Preis mehr als angemessen.

Alles in allem fand ich die Reise trotz aller Strapazen und dem unbeständigen Wetter eine schöne Tour im Frühjahr mit vielen schönen Städten und Strecken. Gerade eher weniger bekannte Orte wie Granville und Saint Malo haben es mir besonders angetan. Aber auch die französische Eisenbahn hat mich positiv mit dem besonders ausgeprägten Engagement der Mitarbeiter an der Basis überrascht, die sichtlich bemüht sind, die zahlende Kundschaft zufrieden an ihr Ziel zu bringen – so, wie man es eigentlich auch erwarten würde (Hallo DB Fernverkehr!). Ich komme jedenfalls gerne wieder. Für die nächste größere Tour habe ich grob die iberische Halbinsel im Visier, aber bis die Planungen dazu ausgereift sind und ein Termin gefunden wurde geht noch (sehr) viel Zeit ins Land. In diesem Sinne möchte ich mich von diesem Bericht nun verabschieden. Vielen Dank für euer Interesse!


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