NBS Amsterdam-Arnhem (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 02.05.2022, 12:44 (vor 1436 Tagen) @ Re 8/12

Hier nochmals mein Trassenvorschlag für eine NBS Amsterdam - Arnhem. Was meint Ihr dazu?

Hallo Re 8/12,

zuerst mal Danke für Deine Bemühungen (@all: ja, das darf auch mal gesagt werden).

Die Idee hinter der Trassierung finde ich gut. Global heisst es: ab Amsterdam via A1 nach Barneveld und danach via A30 nach Ede-Wageningen.
Soweit die Theorie. Nun die für uns ICE-Fans leider harte Praxis.

1. Eine Strecke, reinrassig für (Ultra-)HGV, das geht leider nur wirklich gut in China. Sogar die Japaner bringen verschiedene Zuggattungen auf dieselbe Strecke; am bekanntesten sind die der Tokaido Shinkansen (Nozomi, Hikari, Kodama). Gut, die bringen Ultra-HGV zu neuen Dimensionen mit der berührungsfreien Chuo Shinkansen, aber auch dann werden auf der Tokaido Shinkansen besagte drei Zuggattungen verkehren.
Auch die Franzosen haben schon langsamere Zuggattungen auf ihren LGVs, z.B. TERGV rundum Lille (REs die mit TGV-Garnituren gefahren werden) und 200 km/h ZTER-Triebwagen (und deren Nachfolger) rundum Le Mans/Tours.
Und in Spanien verkehren auf denselben Gleisen der AVE auch "Avant"-Züge als "Media Distancia".

Auch die HSL-Zuid konnte man erst recht gut auslasten, als man auch langsamere Inlandszüge mit einplante. Zur Zeit verkehren pro Stunde:

a. 1x Thalys/eurostar
b. 1x IC Amsterdam-Brüssel (soll 2x werden)
c. 2x IC Amsterdam-Rotterdam + IC Den Haag-Rotterdam-Breda-Eindhoven
d. 2x IC Amsterdam-Rotterdam-Breda

b./c./d. sollen ab 2023 mit 200 km/h verkehren. Zudem sollen c. und/oder d. bereits in Groningen/Leeuwarden beginnen (der andere Zug verkehrt dann ab Leeuwarden/Groningen via Zwolle (Korrespondenz), Amersfoort und Utrecht nach Den Haag. Die Anhebung auf 200 km/h verringert die vmax-Unterschiede und vergrössert somit die Kapazität der Strecke.

2. Die Zeitgewinne durch Verlagerung der Inlands-IC auf die Rennbahn sind auf Amsterdam-Amersfoort nur moderat, weil parallel bereits eine "IC"-Strecke existiert. Bei der HSL-Zuid konnte man an Den Haag und Dordrecht vorbei noch ordentlich Zeit sparen, das ist mit Hilversum weniger der Fall.
Eine Idee wäre noch:
a. IC Den Haag-Leiden-Schiphol-A'dam Zuid-Rennbahn-Amersfoort, weiter nach Enschede (Berlin-IC hiermit integriert)
b. "IC" Zandvoort-Haarlem-A'dam Centraal-Hilversum-Amersfoort(-Vathorst)

3. An Hilversum kommt man als Inlands-IC noch vorbei, aber an Amersfoort definitiv nicht. Von der Rennbahn in die Stadt wird erschwert durch eine wasserreiche (und somit butterweiche) Zone südöstlich von Baarn (Eemlandse Wetering). Weitere kritische Stellen sind die Querung des Naardermeers (Naturschutzgebiet) sowie die Passage der denkmalgeschützten Stadtfestung von Naarden.

4. Autobahnnahe Trassierung funktionierte hier in NL anno 2000 (als die HSL-Zuid gebaut wurde) noch ordentlich, aber heute ist es erheblich schwerer geworden. Oft sind die Gewerbegebiete bis an die Autobahnen dichtgebaut worden. Dann past die Rennbahn nur noch im Mittenbereich zwischen den beiden Fahrtrichtungen der Autobahn, mit Betonpfeilern aufgeständert. Diese Bauweise bedeutet neue Gesetzgebung hinsichtlich Sicherheit für sowohl Strasse als Schiene.

5. Dafür gebe ich Amersfoort - Ede-Wageningen schon bessere Chancen. Die schnellste Verbindung ist zur Zeit die Umsteigeverbindung via Barneveld und Lunteren, über eine eingleisige Strecke. Der Übergang von A1 zu A30 muss wohl im Tunnel (wegen Naturzone) und auch der Ort Ede muss untertunnelt werden.

6. Was mit Bahnhof Ede-Wageningen (EdWg) passiert, ist unklar. Zwei Möglichkeiten:

a. wenn der ICE via Bestandsstrecke nach Arnhem und Deutschland verkehrt, dann kann Arnhem für die Einsammlung der restlichen Niederlande verwendet werden und der ICE ohne Halt in EdWg vorbei. Inlands-ICs halten dann wahlweise in einem unterirdischen Bahnhof oder man erreicht der heutige Bahnhof oberirdisch.

b. wenn die Rennbahn ab EdWg weiter südlich nach Köln geht, dann kann der ICE nicht mehr in Utrecht oder Arnhem halten und muss EdWg diese Rolle auf sich nehmen.
Alternativ müssen IC200 der NS die Fahrgäste nach Köln bringen, z.B.:

1. IC200 Den Haag/Rotterdam (Kuppelzug) - Gouda - Utrecht - EW - Venlo - Köln.
2. IC200 Groningen/Leeuwarden (abwechselnd) - Zwolle - Deventer - Arnhem - Nijmegen - Venlo - Köln, korrespondiert in Venlo mit:
3. IC200 Den Haag-Eindhoven (wie jetzt) - Helmond - Venlo - Düsseldorf.

Die Rennbahn würde ab Ede-Wageningen dann in einer langgezogenen Tunnel nach Heelsum führen, parallel an A50 bis Valburg, danach umkurven zur A15, die Waal zwischen Slijk-Ewijk und Oosterhout(Gld) queren und ab Knoten Neerbosch die A73 folgen bis Venlo. Mit einer Tunneltrasse Heilig Landstichting-Heumen können Züge aus Nijmegen die Rennbahn erreichen.

Venlo-Köln könnte man vorerst so belassen und in einer zweiten Baustufe die Rennbahn nordöstlich an Venlo vorbei nach Köln verlängern, mit Abstecher bei Neuss nach Düsseldorf. Dabei hat man die Wahl zwischen Halt in Köln Hbf oder "Köln ICE" (rechtsrheinisch).


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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