Flexpreis ist zu teuer (Allgemeines Forum)

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Donnerstag, 04.02.2021, 12:35 (vor 1882 Tagen) @ Ösi

Uff. Wieso soll ich a.s 2. Klasse-Fahrer die BC75 der 1. Klasse mitfinanzieren?


Das kann man beliebig weitertreiben: Du fährst nie nach München, warum soll also auch nur ein Cent deiner Fahrgeldausgaben in den Münchner Hbf gehen?

Wieso 75% Rabatt?


Weil man dann zum Beispiel auf Berlin-München unter dem Preis einer durchschnittlichen Autofahrt zu zweit wäre. Ein starkes Argument, die Bahn zu nutzen.

Und die Kosten des Betriebs werden dann wie gedeckt? Der Preis ist nicht alles. Der durchschnittliche Autofahrer muss halt auch lernen, dass die Fahrt am Steuer aktiv ist, während das Zugfahren passiv ist. Beim Zugfahren kann man andere Dinge erledigen, beim Autofahren eher nicht. Jedoch müssen die Weichen gestellt (der wird nie alt) werden, damit dafür auch die notwendige Zuverlässigkeit gewährleistet werden kann.
Der öffentliche Verkehr muss Tür-zu-Tür ein attraktives Angebot sein, nicht nur Hbf zu Hbf und Geld ist eben auch nicht alles.

Das gibt das Fahrzeugmaterial und die Infrastruktur gar nicht her.


Also: Man soll die Bahn nicht zu attraktiv machen, sonst fahren zu viele Leute?

Man sollte kein Überangebot bewerben, das man nicht liefern kann.

Im Flexpreis mit BC50 doch bei allen Orten, wo es das gibt (oder?). Wo ist das Problem?


Erstens gilt das City-Ticket tatsächlich in erster Linie in "Citys". Das heißt, wenn ich mit dem Regionalbus irgendwohin muss, brauche ich ein separates Ticket.

Wenn ich mit dem Regionalbus irgendwohin muss, dann vermutlich zum Regionalbahnhof und nicht zum Hbf Berlin oder Frankfurt ... und das Zugticket gilt ja nunmal bis zum Regionalbahnhof. Das ist, denke ich, schon einigermaßen gut gelöst. Die 'last Mile' muss aber hinzuzubuchen sein, das stimmt schon.

Zweitens beschränken sich die Bereiche meistens auf die Stadtzone, -wabe oder was auch immer, obwohl der ÖPNV vieler Städte auch über die Grenze geht, weil die Stadt mit ihren Vororten verwachsen ist

"meistens" ist sehr relativ und möchte ich an dieser Stelle gar nicht weiter diskutieren, weil ich dafür die Cityticketliste genaustens angucken müsse. Ich habe mit dem CItyticket sehr positive Erfahrungen gemacht, deutschlandweit. Ansonsten bringe ich hier wieder das obige Regionalbahnhof-Argument.


Drittens gibt es kein City-Ticket bei kurzen Strecken (unter 100 km).

Das ist vielleicht ein Punkt, der noch beachtenswert wäre. Aber da geht es glaub ich schon ins Gesetz und wird damit noch komplizierter...

Damit funktioniert aber keine Auslastungssteuerung.


Soll sie auch nicht.

Doch.

Die Bahn soll fahren, wenn die Leute fahren wollen, nicht umgekehrt.

Okay, also lassen wir Freitags und Sonntags 100 Züge fahren, Sa, Di und Mi aber nur einen? Dazwischen findet sich auch eine passable Zahl.

Ist ein Zug übermäßig ausgelastet, muss er verstärkt oder ein zweiter Zug eingesetzt werden. Entsprechende Reserven von Fahrzeugen und bei der Infrastruktur sind vorzuhalten.

Also stimmst du mir im Endeffekt zu mit Fahrzeugen und Infrastruktur. Fein. :)

Ja, das kostet alles Geld. Aber der Autobahn-, Straßen- und Parkplatzbau und die Instandhaltung auch, und da gilt es einfach als Infrastruktur, die man halt haben muss. Ich will dasselbe auch für die Bahn erreichen.

Da kommen wir auf einen Nenner! :-) ich hab irgendwo aufgeschnappt, dass in den nächsten Jahren sogar mehr Geld in die Schiene als in die Straßen fließen soll, zumindest vom Bund ... leider weiß ich nicht mehr, wo das stand oder wie haltbar das war. Vielleicht liest Henrik ja noch mit und bringt das ein, er konnte ja immer sehr gut mit Zahlen.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum