Arbeitswerte rechnen (Allgemeines Forum)

gnampf, Mittwoch, 03.02.2021, 16:28 (vor 1882 Tagen) @ GUM

es gab ja bei diversen Busbetrieben im Verkehrsverbund eine ähnliche Diskussion.

Damals ging es um eine tarifliche Zulage, die für den Fahrkartenverkauf im Bus gewährt wurde.

Was auch immer da bei den Busbetrieben gemacht wurde... das dürfte erstmal recht wenig mit der DB Fernverkehr zu tun haben.

Habe die Zeitungsartikel leider nicht aufgehoben, aber es ging wohl um einen monatlich dreistelligen Betrag pro Fahrer. Der letztendlich diesen Beruf vorher attraktiver machte.

Dann hat man vermutlich eher dem Fahrer die gesamte Tarifkenntnis abgenommen, so das er auch keine Fahrkarten mehr kontrollieren braucht sondern der Prüfdienst das erledigt.

Beim Fahrkartenverkauf am Bord eines Zuges bzw. dessen Einstellung ist etwas leicht Unterschiedliches zu befürchten.

Gut, sind wir also einer Meinung das dein Beispiel nicht passt ;-)

Einerseits fallen die nach REFA zu berechnenden Arbeitswerte des Fahrkartenverkaufs weg. Zweitens die bezahlte Arbeitszeit der Abrechnung, Einzahlung der Tageseinnahmen. Der Zub ist zudem schneller durch den Zug. Also kann man beim Langzug durchaus an weniger Personale denken.

Wenn der Zub keine Abrechnung machen und keine Tageseinnahmen einzahlen oder auch nur mit sich rumschleppen muß... dürfte ihn das eher freuen. Auf die Tätigkeiten freut sich vermutlich keiner.

Wenn dies umgestellt wird, kann der Sparpreis-Kunde wohl auch nicht mehr im Zug umbuchen.

Kann er jetzt auch nicht, denn zu einem Sparpreis gibt es weder einen Umweg noch einen Klassen- oder Produktwechsel zu kaufen.

Zweites Problem ist, dass so eine Umstellung natürlich den Arbeitgeber einladen kann bei Lohnkosten kreativ zu werden. Also kann es durchaus sein, dass er die Belegschaft auf einen "echten" Eisenbahner reduziert und sonst Sicherheitspersonal eines anderen Tarifvertrags mitfahren soll.

einen "echten Eisenbahner" macht wie gesagt eben nicht aus ob er Fahrkarten verkauft. Das kann auch jetzt schon Sicherheitspersonal übernehmen, oder Zugbegleiter ohne betriebliche Ausbildung.

Anders ist die Wirtschaftlichkeit dieser Umstellung nicht zu erklären.

Doch, nämlich darin das es keine "Graufahrer" mehr gibt, die angeblich gerade erst eingestiegen sind, in Wirklichkeit aber schon über 1h im Zug mitfahren aber nicht kontrolliert wurden weil sie immer passend weggeschaut haben oder nie jemand kam.

Also Minus bei der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden und dem Dutchschnittsentgelt.

Wie sollte das gehen? Nach jedem Halt 5min Arbeitszeit und ab dann Pause im Schichtplan? Das wird sich schon aufgrund der echten betrieblichen Aufgaben die sie haben nicht so ergeben.

Deshalb wäre der umgekehrte Weg besser. Riesengroße Schaltfläche in gelb (1. Kl.) und grün (2. Kl.) für ein Anfangsticket. Und dann beim echten Schaffner Fahrschein kaufen.

Und wer soll das bezahlen? Dann müsstest du (sobald die Pandemie vorbei und der Zugverkehr wieder auf die Beine gekommen ist) in der Tat viel mehr Personal einstellen und könntest trotzdem gerade in Spitzenzeiten gar nicht allen ihr Ticket verkaufen weil du dann ggf. gar nicht mehr durch den Zug kommst.

Zur Frage APS oder nicht im 1. Klasse Intercity habe ich als Nichtbahner natürlich keine Arbeitswerte-Zahlen. Ich weiß aber, dass selbst im 90.000 Euro teuren Auto aus Stuttgart niemand vorbeikommt, um ein Croissant oder einen Kaffee zu bringen. Und damit ein Produktvorteil verlorengeht

Och, wer das möchte bekommt auch im Auto sein Croissant geliefert, indem der Chauffeur halt kurz irgendwo ran fährt oder gleich vor der Fahrt passend Vorräte besorgt hat. Die sind dann auch nicht "leider gerade aus" wie es einem im Bordrestaurant gerne mal ergeht.

Der ja eigentlich mit 60 % Klassendifferenz statt 50 % mitgezahlt wäre. Das zudem auch, weil die Flächenproduktivität im Apm zum Redesign so 2016 erhöht wurde.

Das würde die in der 2. Klasse auch genauso. In der 1. Klasse hab ich neben mehr Sitzabstand auch noch weniger Sitze je Reihe, wodurch der Aufpreis wohl eigentlich selbst ohne sonstige Benefits noch höher sein müsste. Aber da reden wir ja eh wieder nur von Flexpreisen und BC100F, denn der Sparpreis interessiert sich nicht dafür und liegt keineswegs einfach 60% über dem Sparpreis für die 2. Klasse... im Gegenteil, ggf. ist er sogar mal billiger als der für die 2. Klasse.


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