Lohnsumme und Freiheit sind zwei der wesentlichen Argumente (Allgemeines Forum)

gnampf, Mittwoch, 03.02.2021, 11:43 (vor 1882 Tagen) @ GUM

Wieviel Lohnsumme in Prozent oder Euro bewege ich pro Fahrkartenkauf?

und wie Antwort der meisten wird lauten: so wenig wie möglich, denn das muß ich ja alles zahlen.

Zahle ich die teilweise hohen Preise eines Full-Service Unternehmens und bekomme ich dann neben einem freundlichen Willkommen auch einen Service am Platz (Intercity?) und kann angstfrei reisen.

Was hat das Ticket denn mit dem Sicherheitsgefühl zu tun? Nur weil ich ein Ticket bei einer Zubine im Zug kaufen kann fühle ich mich nicht sicherer, und bin es auch nicht.

Das heißt: Habe ich einen echten Eisenbahner, der mir bei Änderung der Reise auch die Tarifdifferenz berechnet ohne dass das Ungewöhnlich wäre. Was ist mit Sparpreisen?

Wenn er denn genug Erfahrung hat um das ganze überhaupt korrekt zu berechnen. Da hört man ja auch des öfteren diverse Geschichten, von "fahren sie einfach, ich hab keinen Plan was ich machen soll" bis zu "das kostet sie ihr Haus".

Oder stehe ich bei Änderungswünschen gleich als Schwarzfahrer da?

Wenn deine Änderungswünsche erst im Zug aufkommen und du sie dann einfach auslebst: ggf. ja, aber das geht nicht klar aus der Meldung hervor. Wenn du sie vor Abfahrt hast gibt es ja Wege sie legal umzusetzen.

Wo ist der Vorteil, wenn statt einem echten Schaffner nur noch eine reduziert bezahlte Kraft durchgeht und die Selbstbedienungs-Check Ins prueft?

Einen Zugbegleiter machen durchaus andere Sachen aus als der Verkauf von Fahrkarten. Zum Verkaufen von Fahrkarten benötigt er nämlich gerade keine betriebliche Ausbildung. Und Tarifkenntnis braucht er auch zum Kontrollieren von TIckets, nicht nur für den Verkauf. Ändert sich in der Hinsicht also nichts an der Qualifikation der MA.

Der zweite Teil ist noch schwieriger: Was habe ich davon, wenn anonymes Reisen mehr und mehr als abwegig gilt und der Ticketkauf möglichst nur noch mit Deinem persönlichen Peilsender möglich ist?
Darüber denken die Digital Naives meist nicht nach.

Nun, wenn du im Zug anonym kaufen willst darfst du das aber nicht mit deiner geliebten American Express Karte machen, sondern mußt Bar ein ggf. paar Hundert Euro mitschleifen. Und die darf dann der Zugbegleiter danach mit sich rumtragen, plus natürlich Wechselgeld. Damit macht er sich dann selbst als Ziel krimineller Personen attraktiv. Ist es so schlecht wenn beim Zugbegleiter kein Geld mehr zu klauen ist?
Anonymer Kauf ist beim Automaten und am Schalter ja weiterhin problemlos möglich.

Jubelorgien sind deshalb fehl am Platz, weil die Zahl der Personenstunden per Zug sinkt und langfristig auch der Stundensatz.

Warum sollte das so sein? Die Leute sind immer noch genauso lange auf dem Zug, geht gar nicht anders. Aber sie haben so ggf. gerade in schwierigen Situationen mehr Zeit sich um die Reisenden zu kümmern... und das bei höheren Einnahmen weil alle Reisenden auch in schwierigen Situationen bereits in Ticket haben.

Und jeder Kundenkontakt auch die Markenbindung stärkt. Kostenreduzierung alleine setzt eine Abwärtsspirale in Gang.

Nicht kosten reduziert sondern Einnahmen erhöht und Risiko reduziert. Und mehr Zeit sich um die Kunden zu kümmern.


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