[AT]Grünes Licht für Ausbau Lustenau-Lauterach (Allgemeines Forum)

ThomasK, Mittwoch, 03.04.2019, 10:36 (vor 2563 Tagen) @ ITF

- Die 2. Stammstrecke ist gewiss keine Unfugplanung, das war eher die Südspange


Selbstverständlich ist die 2. Stammstrecke in Form eines Tieftunnels eine katastrophale Fehlplanung. Alleine schon die fünfgleisige Planung des Bahnhofs Leuchtenbergring zeigt schon, wie es da drunter und drüber geht. Von den extrem langen Umsteigewegen und der fehlenden Netzwirkung gleich ganz zu schweigen.

Und die fehlende Bahnsteiglänge im Tieftunnel nebst 96 cm Bahnsteighöhe vs. 76 cm Bahnsteighöhe machen die Regionalzugplanung ohnehin zur totalen Lachnummer.

- Stuttgart 21 ist keine völlige Unfugplanung, sondern lediglich 2 Mrd zu kurz gesprungen und deswegen trotzdem sehr teuer ohne viel Nutzen. Mit 4 Tiefgleisen mehr, 2 zusätzlichen Gleisen bis Zuffenhausen NBS und der Konsenslösung aus dem Filderdialog wäre S21 ein tolles Projekt.

Das wäre aber eine vollständig andere Planung gewesen und hätte mit Stuttgart 21 nichts mehr zu tun gehabt.

Besser wäre aber, man hätte nach Zürich geschaut und lediglich zusätzlich einen viergleisigen Bahnhof gebaut und auf die Führung über Stuttgart Flughafen verzichtet.

- Y war hingegen keineswegs ideal, das wäre nur die A7+ Lösung gewesen,ggf erweitert um die A27 Spange nach Bremen.


Selbstverständlich gehe ich von den Erweiterungen Richtung Bremen aus inkl. der Erweiterung bis Lehrte und eines viergleisigen Ausbaus bis Buchholz. Die Kantenzeiten HB - H von 45 Minuten, HB - HH von 45 Minuten und HH - H von 60 Minuten hätten ideal gepasst.


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- Auch ist eine NBS nach Gersthofen sicherlich interessant, aber wenn sie sehr viel teurer ist und für die Knotenzeiten nicht otwendig ist, dass ist sie die Unfugvariante.


Erstens einmal stellt die NBS bis Gersthofen sicher, dass die Kantenzeit Ulm - Augsburg von 30 Minuten erreicht wird und weil zwischen Stuttgart und Ulm die ITF-Kantenzeit von 30 Minuten knapp verläuft, sind für die Betriebsstabilität zwischen Ulm und Augsburg zwei zusätzliche Minuten erforderlich.

Zweites wäre diese Variante nur etwa 200 Millionen € teurer, würde aber einen Nutzen ergeben, der etwa 1,5 Milliarden € höher wäre. Das hat inzwischen selbst der Bund zugegeben. Auch bringt eine direkte Führung der NBS nach Gersthofen durch die kürzere Streckenlänge Effizienzgewinne in der Produktion.

Mit der aktuellen Planung klappt es eben nicht mit der Kantenzeit von 30 Minuten.

Ich sage immer: Die Planungsfehler von heute sind die Betriebsstörungen von morgen.

Es kommt immer auf die Bewertungsparamter an. Und da ist die verkehrliche Frage nur ein Aspekt. Geld ist mindestens genauso wichtig. Und da muss man sehen was geht und was nicht.


Stimmt, da kann man ja das Geld für einen unsinnigen Tieftunnel herauspfeffern oder eine suboptimale Variante von Stuttgart 21.

Da aber auch die Planungen am Ostbahnhof wackeln, bricht der Unfug über kurz oder lang sowieso zusammen.

So viel kann ich dir verraten: Intern jagt eine Krisensitzung die nächste, aber das haben sich die Akteure selbst zuzuschreiben. Man kann das durchaus mit Nordkorea vergleichen. Nach außen eine totale Propaganda, aber es klappt eben hinten und vorne nichts, weil eben elementarste Planungsgrundsätze missachtet werden. Selbst theoretisch - wenn alles optimal liefe - könnte dieser Tieftunnel nicht vor 2030 in Betrieb gehen. Die offizielle Planung von 2026 ist eben einfach nur Staatspropaganda der DB Netz.

Allerdings ist es so, dass der Freistaat Bayern mit seinen Spinnereien wie Transrapid und der Idee eines Tieftunnels nicht weniger als 20 Jahre komplett in den Sand gesetzt hat.

Auch wenn es sich Bayern - anderes als der Pleitegeier Berlin - leisten kann mehrere hundert Millionen € für Schrottplanungen in den Sand zu setzen, heißt das nicht, das man das auch tun sollte.


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