Die sehen nicht aus, als wollten sie auf etwas verzichten (Allgemeines Forum)

Münchner, Samstag, 16.03.2019, 19:46 (vor 2643 Tagen) @ brandenburger
bearbeitet von Münchner, Samstag, 16.03.2019, 19:50

Von wegen nicht fliegen. Diese Klima-Heuchler sind die Ersten, die Easyjet die Tickets aus den Händen reissen.


Und warum sagst du uns das jetzt? Menschen haben Fehler. Menschen werden ihren Ansprüchen nicht gerecht. Sind die Ansprüche deswegen falsch?


Viel durchschlagender, als zu fordern, dass die anderen etwas tun sollen, ist, wenn ich selbst etwas tue. Aber beim eigenen Komfort hört es bekanntlich auf. Eine Schule ist bei uns nebenan. Die, die man am Freitag mit Plakaten kommen sieht, sieht man Mo-Fr wie sie früh mit Mamataxi gebracht und mittags/nachmittags abgeholt werden. Freitags wird dann neben dem Rucksack mit tausenden, sicherlich absolut notwendig Gadgets noch das Plakat mit ausgeladen. Die S-Bahn ist nicht so weit weg, wer nicht laufen will, fährt mit dem Bus und wenn das hochtagte Leutchen schaffen, dann werden es Teenies wohl erst recht schaffen. Wenn ich mir die Autonummern anschaue, dann kommt auch keiner von denen vom Land, wo der Verbindung vielleicht umständlich ist. Also vielleicht doch erst einmal bei sich selbst anfangen... Ich will nicht abstreiten, dass einige dort aus Überzeugung sind. Bei der Masse habe ich eher das Gefühl, dass sie mitmacht, weil man das gerade so macht.

Das nächste sind die überquellenden Mülltonnen voll mit Verpackungen von dem heute üblichen Essen vom Kiosk. Zu meiner Zeit, wohlgemerkt in den 80er/90ern hat man früh daheim Pausenbrote geschmiert, die in eine Brotbox kamen, für Tee gab es Thermoskannen und man ist nicht zum Kiosk gerannt, wo man sich einen Salat oder eine Sushibox und ein Getränk mit 5kg Plastikverpackung drumherum geholt hat.

Aber man muss noch nicht einmal beim Komfort anfangen. Wenn ich im Sportverein schaue, dann scheinen viele Teenager verlernt zu haben, dass man Duschen auch abdrehen und Licht ausschalten kann. Wenn mal irgendwo kein W-Lan bricht, dann bricht gleich der Aufstand aus. Man kann auch gerne mal fragen, was Facebook, Instagramm und Co. so an Stromverbrauch erzeugen. Mit den gehypten Bitcoins leistet man sich eine Kryptowährung, deren Stromverbrauch mittlerweile den einer Republik Irland übersteigt. Und wenn man sich mal unterhält, was so die Urlaubspläne für die Ferien sind, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass man die umweltfreundlich zu Fuß geht oder mit dem Fahrrad fährt. Aber schon klar, dass man seinen Urlaub nicht in so uncoolen Locations wie Rom verbringen will, sondern es schon etwas weiter sein muss. Nach Rom jettet man ja schon am Wochenende, vielleicht auch nach der Demo. Neueste Mode ist, nach dem Abi erst einmal ein Jahr, bezahlt von Mami und Papi, die "Welt kennenzulernen". Wohl auch kaum zu Fuß oder mit Fahrrad.


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