Tunnel Rastatt: Halbstundentakt Mannheim - Basel? (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Mittwoch, 25.07.2018, 23:39 (vor 2811 Tagen) @ Bronnbach Bhf

Hoi,

Sofern es möglich ist, in Basel SBB noch zur Minute :29 oder :30 für den 30er Knoten einzufahren, wäre eine Integration von L12/43 in den 30er Knoten von Basel SBB möglich.

Leider ist damit keine Integration möglich, weil zum einen die Haltezeiten nicht für eine Durchbindung auf die Linien IC 3, IC 6 oder IC 61 ausreichen und auch die Umsteigezeiten nicht erfüllt werden. Die Fahrplantrassen in der Schweiz sind ja jeweils langfristig vorgeplant, worauf dann der Ausbau ausgerichtet wird. Bis 2030/35 wird man in Basel SBB um xx:32 (Linien IC 6 und IC 61) und xx:34 (Linie IC 3) abfahren.

Derzeit geplant wird der Ausbauschritt 2030/35 zusammen mit dem Fahrplanangebot, welches damit in Verbindung steht und anschliessend in Betrieb geht. Für den Knoten Basel SBB sind dabei aber bisher keine entscheidenden Veränderungen geplant, der Fokus wird hauptsächlich auf die Grossprojekte Zimmerberg-Basistunnel II (Verbesserungen Fernverkehr Zürich-Luzern und Zürich-Tessin), Bahnhof Stadelhofen (Kapazitätserhöhung S-Bahn Zürich) sowie Brüttenertunnel (Kapazitätserhöhung S-Bahn Zürich sowie Verbesserungen Fernverkehr Zürich-St. Gallen sowie Zürich-Konstanz/Romanshorn) gelegt.

Kantenfahrzeit Karlruhe - Basel SBB wird bei den Takt ICE's somit 90 Minuten sein. Die zusätzlich angedachten ICE Linien sowie die Sprinter sollen die Fahrzeitgewinne zwischen Karlsruhe und Basel voll ausschöpfen. Auch deshalb, weil man diese nicht in Baden-Baden/Offenburg halten lassen will.

Die Kantenfahrzeit 90 Minuten Basel-Karlsruhe war ja auch in der S21-Netzgrafik hinterlegt, nur von einem 30er-Knoten Offenburg oder 00-Knoten Freiburg war, was die ICE betrifft, dann gar nichts mehr zu sehen. So sakrosant scheinen die also nicht zu sein. Bzw. wenn diese so sakrosant wären, müsste man die 90 Minuten Kantenzeit Basel-Karlsruhe eigentlich gleich vergessen. Wenn man die Takt-ICE nämlich beschleunigt durch die Ausbauten, dann verzerrt sich das ganze Fahrplangefüge automatisch, mit entsprechenden Konsequenzen für die Halte zwischen Basel und Karlsruhe.

Bei den Sprintern wird es aber ab 2030 noch interessant, ob die Schweiz mitspielt. Ab 2030 wäre Frankfurt/M. Hbf - Zürich in 3:15h denkbar, mit Halt in Karlsruhe und Basel SBB. Nach Fetigstellung Offenburg-Freiburg für 250km/h in etwas unter 3:10; Frankfurt - Basel SBB in 2:05!!

Was die Schweiz betrifft, sind die Trassen des Fernverkehrs ja schon klar. Man muss einfach von Norden her zuverlässig rechtzeitig in Basel SBB eintreffen, dann können die Durchbindungen realisiert werden, sonst nicht.

Dann muss man Druck auf Frankreich ausüben, dass diese ihre Kabotage für das franz. Schienennetz beim GV endlich aufheben... Frankreich verstößt mit seinem Kabotagerecht gegen EU Recht. Auch das muss man mal klar zur Sprache bringen. Es gibt auch ab Basel via Mulhouse Gz Korridore durch Frankreich gen Belgien (mit Ziel Antwerpen bzw. Rotterdam).

Mindestens ein Schweizer EVU operiert teilweise mit Güterzügen via Frankreich (SNCF Logistics ist zu 45% Aktionär von BLS Cargo). Das Problem dabei ist aber neben den Lichtraumprofilen auch die Technik. Wer Niederlande-Italien mit einer Lok durchfahren will (und das soll die Neat ja bieten), findet dafür am Markt derzeit keine Lok, welche das via Frankreich könnte. Die mögliche Vielfalt an Stromabnehmern und Zugsicherungssystemen auf einer Lok ist begrenzt, entsprechend ist man da technisch derzeit ziemlich auf die Route via Deutschland angewiesen. ETCS und der Abbau von nötigen Sonderformen an Stromabnehmern sind einfach mal Pflicht, sonst wird sich da nicht viel bewegen.
Für die nächsten Jahre liegt bei den Cargo-EVU der Fokus im Nord-Süd-Verkehr weiterhin klar auf der deutschen Rheintalstrecke, was sich auch in entsprechenden Lokomotivkonzepten der Hersteller widerspiegelt.

Bezüglich der Kapazitäten im Gotthard-Basistunnel gibt es ernsthafte Ideen, künftige Ausbauten mit Fahrzeitverkürzungen für den Fernverkehr Zürich-Tessin (IC 2), bzw. Basel-Luzern-Lugano (IC 21) in langsamere Geschwindigkeiten im GBT zu investieren. Für den Personenverkehr bleiben die Kantenzeiten in Lugano, Bellinzona, Zürich und Basel dadurch gleich wie ab 2021, jedoch die Kapazität für weitere Trassen nimmt zu. Daher kam auch dann auch meine Idee, ob das woanders nicht genauso gehen könnte.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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