ITF-Knoten Köln? (Allgemeines Forum)

ICE-T-Fan, Mittwoch, 03.12.2008, 02:24 (vor 4193 Tagen) @ Holger2

Hallo,

Köln braucht definitiv keinen ITF, da die Anschlusszüge des Nahverkehrs dort ohnehin in dichter Taktfolge abfahren.

Das gilt aber nicht für alle Linien und schongarnicht für Fernverkehr zu Fernverkehr ;)
Mit "ITF" meinte ich in dieser Beziehung Fernverkehrsinterne Umsteigeverbindungen. Da kann man nicht die eine Linie um 15, die nächste um 30 und wieder die nächste um 00 ankommen lassen.
Um alle FV-Linien zu organisieren braucht man immer auf ganze Vielfache von 30 min angeordnete Kantenzeiten. Entweder muss man dafür die einen Verbindungen beschleunigen oder die anderen verlangsamen.

Da du ja schon argumentiert hast, dass die eine Verlangsamung missfällt, mir übrigends auch ;), muss man eben die anderen Verbindungne beschleunigen und das geht aber einer gewissen Entfernung nur via HGV.


Für Fernreisende aus Richtung Süden nach Norden wäre es sinnvoller, bereits in F. - Flughafen umzusteigen. Denn Richtung Ruhrgebiet könnten die Fahrgäste dann schneller an Köln Hbf. vorbei über Deutz fahren. Außerdem ist der Bf. F. Flughafen übersichtlicher, so dass sich das Umsteigen viel leichter organisieren lässt. Man könnte die Fahrgastströme gewissermaßen "vorsortieren".

Das Problem des Fahrplans ist doch viel komplexer.

Erstmal müsste man stündliche Anschlussverbindungen von Frankfurt nach Köln, Düsseldorf, Dortmund, Wuppertal, Hamm, Münster etc erstellen.

Dann müsste man wiederum stündliche Anschlussverbindungen von Köln, Dortmund, Wuppertal, Düsseldorf, Hamm nach Münster, Bremen und Hamburg bzw Bielefeld, Hannover und Berlin erstellen.

Dabei sollte für jede dieser Relationen die Fahrzeit minmal sein... d.h. alle Anschlüsse sollten mit weniger als 15 min Wartezeit auskommen.

Jetzt gibt es mehrere Möglichkeiten, ich nenn im folgenden mal eine die mir so spontan einfällt:

Basis bildet ICE-Linie Basel/Stuttgart-Mannheim-Frankfurt-Köln-Düsseldorf-Dortmund

Um nach Wuppertal, Hamm und Münster zu kommen, müsste man in Köln einen 15-min (oder kürzer) ITF-Anschluss an die IC-Linie Köln-Wuppertal-Hamm-Münster-Bremen-Hamburg machen... womit man beide Äste aus Frankfurt erschlossen hätte.

Als nächstes wollen Leute aus Düsseldorf und Dortmund auch stündlich nach Bremen oder Hamburg... dafür müsste man z.B. in Hamm ITF-Anschluss der ICE-Linie Köln-Düsseldorf-Dortmund-Hamm-Bielefeld-Hannover-Berlin an die IC-Linie Köln-Wuppertal-Hamm-Münster-Bremen-Hamburg herstellen.

Das ist jetzt stark vereinfachter Fahrplan, da es in der Realität ja mehr als diese 3 Grundlinien gibt... z.B. IC Köln-Hamm-Hannover-Magdeburg-Halle-Leipzig oder IC Köln-Hamm-Paderborn-Kassel-Erfurt

Das Problem ist jetzt, wenn ich an der Ankunftszeit der Linie aus Frankfurt schraube, muss ich um diese Grundanschlüsse sicherzustellen in Köln die Abfahrtszeit der IC Köln-Hamburg entsprechend verlegen und dadurch wiederum die Fahrzeit der ICE Köln-Berlin in Hamm.

Alternativ würden die Anschlüsse in Köln und Hamm entfallen und Leute die von Frankfurt nach Wuppertal möchten haben dann grundsätzlich in Köln entweder 50 min Aufenthalt oder werden in den NV zwischen Köln und Hamm verwiesen, wobei sie trotzdem 30-60 min später an ihr Ziel kämen.

Leute die argumentieren, dass man den Umsteiger durchaus 30+ min Wartezeit zumuten kann, nur damit Die direktreisenden 15 min schneller sind, haben den Sinn eines ÖP-Verkehrsnetzes nicht verstanden.

Wir sind hier in Deutschland und nicht in was weiß ich für ein Land, wo die Menschen so zentralistisch leben, dass man nur Punkt-zu-Punkt-Verbindungen bräuchte.

Ich merke ja selbst als jemand der fast genau in der Mitte von Deutschland wohnt, wenn er mal verreisen will, wie doof doch die Fahrzeiten, weil da und dort Anschlussbeziehungen fehlen.

Ich brauche laut Reiseauskunft von Völkershausen nach Rostock 8 Stunden (!) Fahrzeit... für eine Strecke von 580 km, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 72,5 km/h entspricht.
Selbst eine hypothetische Direktverbindung mit einem Linienbus oder einer Regionalbahn wäre nicht viel langsamer. Mit einem Auto wäre man 3 Stunden oder anders ausgedrückt 1/3 schneller.

Da kann man es den Leuten von Punkt-zu-Punkt-Verbindungen ruhig mal zumuten, wenn der Zug 15 min länger benötigt, wenn dafür Leute wie ich aus der Fläche auch nur eine Stunde früher am Ziel wären.


Richtig ist aber auch, dass der heutige Fahrplan in vielerlei Hinsicht noch dem Fahrplan des IC-Netz 78 entstammt, in dem sich die IC - Züge in Köln immer kurz vor der vollen Stunde getroffen haben.

Holger

Die Leute die das IC-Netz 78 entworfen hatten, hatten wenigstens noch ITF im Hinterkopf.


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