braucht man HGV in Deutschland (Allgemeines Forum)

ICE-T-Fan, Montag, 01.12.2008, 05:37 (vor 4147 Tagen) @ superduper

Warum muss ein Knoten zur vollen oder halben Stunde angefahren werden. Theoretisch und auch praktisch kannst Du zu jeder beliebigen Zeit in einer Stunde eine Verbindung an einem Bahnhof herbeiführen.

Für mich ist es sicherlich kein Grund mit 300km/h über KRM rasen können zu müssen um in Köln und Frankfurt die bestehenden Knoten erhalten zu können. Der gesamte Fahrplan kann entsprechend gestaltet werden.

Klar kann man die KRM schonen indem man dort etwas langsamer fährt... 260 km/h würden eventuell auch schon reichne um die Kantenzeiten zu halten, aber der Schritt von 300 auf 200 km/h ist viel zu groß. Prozentual hieße das einen 160 km/h schnellen Zug auf 115 km/h zu begrenzen.

Du kannst dann aber einfach nicht mehr alle Anschlüsse sicherstellen, wenn du eine beliebige Strecke einfach mal so eben 33% verlangsamt ohne die Fahrzeiten der anderen Züge mitzuändern.
Eben schriebst du noch zu mir, dass ich den Fahrplan nicht von der KRM ableiten darf, sondern von Grund auf neu entwerfen soll. Genau das tust DU aber jetzt, wenn du für diese eine Strecke eine niedrigere Geschwindigkeit forderst, ohne die anderen Streckenfahrzeiten ebenfalls zu verändern, damit das Taktgefüge wieder stimmt.

Es ist nunmal ein einfacher mathematisch-physikalischer Fakt, dass ich eine bestimmte Geschwindigkeit v benötige um eine Strecke x in der Zeit t zurückzulegen. Solange man die Abstände der Bahnhöfe nicht ändern kann, kann man die Fahrzeiten nur über die Geschwindigkeit ausbalanzieren.
Da Deutschland keine symmetrische Städteanordnung hat, kommt es nunmal vor, dass um eine symmetrische Fahrzeitkette zu haben, ich auf Teilstrecken deutlich schneller sein muss als auf anderen Teilstrecken.


@ICE-T-Fan: Du kannst mir gerne nochmal erläutern warum ich hier, aus Deiner Sicht falsch liege. Ich werde jedoch nicht mehr antworten, weil für mich die Knotenproblematik kein Grund darstellt mit über 200km/h durch Deutschland zu rasen und sehr viel Kapital hierein zu investieren (Anschaffung der Züge & Energiekosten).

Nur mal ein Beispiel um zu zeigen was dein Forderung für Auswirkungen hätte ist:

Wir haben eine Kette von Bahnhöfen A, B, C, D, E und F
Der Abstand zwischen A und B soll 50 km betragen, zwischen B und C 75 km, zwischen C und D 60 km, zwischen D und E 30 km und zwischen E und F 40 km.

Jetzt soll die Gesamtfahrzeit ganzes Vielfaches einer Stunde plus 30 min sein, womit sich die Gegenzüge bei einem Stundentakt genau F treffen. Damit ist A, C, E als "00"- und B, D, F als "30"-Knoten sichergestellt.

Zwischen A und B liegen 50 km, also muss man dort mit 100 km/h fahren
Zwischen B und C liegen 75 km, also muss man dort mit 150 km/h fahren
Zwischen C und D liegen 60 km, also muss man dort mit 120 km/h fahren
Zwischen D und E liegen 30 km, also muss man dort mit 60 km/h fahren
Zwischen E und F liegen 40 km, also muss man dort mit 80 km/h fahren

Man braucht zwischen allen Stationen genau 30 min Fahrzeit.

Jetzt kommst du und verlangst von der Bahn, dass sie nirgends mehr schneller als 100 km/h fahren darf (sinnbildlich).

d.h.

Zwischen A und B; D und E sowie E und F ändert sich nix, es bleibt bei 30 min
Zwischen B und C würde die Fahrzeit auf 45 min steigen
Zwischen C und D würde die Fahrzeit auf 36 min steigen.

Gesamtfahrzeit würde sich um 21 min auf 2 Stunden und 51 Minuten verlängern.

Damit die Knoten bleiben, müsste man daher die Fahrzeit auf die nächstgrößere Kantenzeit von 3 1/2 Stunden aufrunden.
d.h. zwischen allen Stationen würde man die Fahrzeit von 30 min auf 42 min verlängern.

Zwischen A und B liegen 50 km, also muss man dort nur noch mit 71 km/h fahren
Zwischen B und C liegen 75 km, also muss man dort nur noch mit 100 km/h fahren
Zwischen C und D liegen 60 km, also muss man dort nur noch mit 86 km/h fahren
Zwischen D und E liegen 30 km, also muss man dort nur noch mit 43 km/h fahren
Zwischen E und F liegen 40 km, also muss man dort nur noch mit 57 km/h fahren

Da man zwischen B und C eigentlich 107 km/h fahren müsste um die 42 min zu halten, muss nun Zug A->F 3 min früher und A starten und Zug F->A kommt 3 min später in A an.
Dadurch würden sich die Züge aber nicht mehr wie vorgesehen in jedem Bahnhof treffen.

Wenn jetzt in allen diesen Bahnhöfen Nebenstrecken abzweigen, müsst man somit entweder den FV-Anschluss in jeweils einer der beiden Richtungen (A->F oder F->A) aufgeben oder die Nebenbahn müsste pro Takt jeweils beide Züge abwarten, wodurch ihre Abfahrtszeit später und ihre Ankunftszeit früher sein muss gegenüber der Ausgangslage.
Wenn jetzt aber einer dieser Nebenstrecken nur eingleisig ist, kann es da dann wieder zu Konflikten kommen, da man dann nicht einfach später abfahren und gleichzeitig früher in dem jeweiligen Anschlussbahnhof sein kann.

Übrigends, wenn du zwischen AB DE und EF so schnell wie im Originalfahrplan fährst, musst du die überschüssige Zeit in E und F abstehen, damit sich Zug und Gegenzug wenigsten noch in F treffen, was ja als Minimum vorrausgesetzt wird.

@ Nix mehr zu sagen:
Wenn du mir nicht sagen möchtest, wie du es besser machen willst und das Knotenkonzept, was schon fast so alt wie die Eisenbahn selbst ist, einfach so ablehnst, nur weil es deiner minmalistischen Fantasien im Wege steht, dann habe ich dir auch nix weiter zu sagen.
Entweder lehnt man etwas ab, weil man eine bessere Alternative hat oder man kann die Diskussion unter "inhaltlose Nörgelei" abtun.


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