Tempolimit und Arbeitsplätze (Allgemeines Forum)

ice-t-411, Donnerstag, 31.03.2011, 19:14 (vor 5494 Tagen) @ Henrik

Hi!

kommt halt immer drauf an, was man alles einrechnet.
Der VDA hat auf den Artikel reagiert & geantwortet [2], dort ist eine Auflistung zu lesen.
Ich denke schon, dass man da den Bereich Infrastruktur mit einrechnen sollte, die Ingenieurbüros und Straßenbauarbeiter, auch die Taxifahrer ..... und dann gibts ja auch in Flensburg gewisse Arbeitsplätze. ;)
OK, die Taxifahrer wären jetzt von einem Tempolimit auf den Autobahnen nicht ganz so sehr betroffen
und in Flensburg könnten womöglich dann noch mehr Leute eingestellt werden. ;-))
Ja, der ländliche und auch städtische Bereich - dort träfe das am meisten zu, was an Argumenten für ein Tempolimit hervorgebracht wird. Dort gibts die meisten Unfälle, auch mit Todesfolge und den meisten unnötigen starken Spritverbrauch, Autofahrten, wo eben nicht der ÖPNV Alternative wäre, sondern per Pedes oder Fahrrad etc.

Es ging ja auch nicht um die Abschaffung des Autos. Glaube keiner Statistik...
Ich wollte nur Anmerken, dass nicht das ganze Wohl der deutschen Wirtschaft am Auto hängt.

Eine Aufteilung der Spuren hätte ja etwas eher pragmatischeres & gibt es m.E. auch teils,
Tempo 120 ganz rechts bei 3-spurigkeit, ganz links eine Mindestgeschwingkeit von 90 o.ä.
In dem Fall würde es aber keinen Sinn machen, auch die linke Spur noch mit einem Limit zu bedecken.

Letztlich fühlen sich alle Menschen durch ein Tempolimit immer in ihrer Freiheit eingeschränkt und ich sehe das teilweise nicht so. Ich fühle mich eher in meiner Freiheit eingeschränkt, wenn mit 190 km/h an mir vorbeigeschossen wird. Das mag mit Mittelklasse-Limosinen kein Problem sein, mit dem Kleinwagen ist da aber nichts mehr mit "mitschwimmen".
Und ich muss zugeben, dass ich in England, trotz falscher Seite, entspannter gefahren bin als hier, auch wenn sich natürlich nie alle an die Begrenzung halten. Ich würde sagen 5% fahren wirklich viel schneller, 80% reizen die Toleranz aus (also 10-15 km/h zu schnell) und 15% stehen allen im Weg. Trotzdem angenehmer als in Deutschland.

Hauptargument für ein Tempolimit ist der gesamtwirtschaftliche Nutzen:
* weniger Stau
* deutlicher weniger Energieverbrauch (steigt im Quadrat der Geschwindigkeit)

Außerdem kann ein Auto, dass ich auf 160 km/h Spitze auslege, deutlich effizienter sein, als eins, das 250 km/h fährt. Wobei die Autoindustrie den Spritverbrauch eher nur bis 130 km/h optimiert, weil das die Spitze im üblichen Ermittlungsverfahren der EU ist.

Wieso sollte da ein Tempolimit gelten, wenn die Autobahn ganz leer ist?
Die Konsequenz hieraus wäre also eher, kein generelles Tempolimit einzuführen, sondern sich die Autobahnen und Schwachstellen genau anzuschauen.

siehe oben.

Das mit dem Modal-Split glaube ich auch....bei einem Limit von 120/130.
Anders sieht es aus, wenn man nichtmal 100 erreichen könnte.
Die Dauerbaustelle A1 Bremen-Hamburg ist ja recht bekannt.
Die Autofahrer fahren da trotzdem und stecken stets im Stau/zähfließenden Verkehr, nicht alle:
Die ICs sind total überfüllt.

Ich denke 100 km/h (oder 110 km/h, z.B. in UK/US) wird niemand fordern, wäre auch eher unsinnig, schließlich ist Zeit auch Geld und ich denke das Optimum zwischen Ökonomie/Ökologie/Fahrzeit liegt irgendwo zwischen 120 km/h und 160 km/h.

Absolute Planungssicherheit wird man nie haben, bei keinem Verkehrsträger,
aber einschätzen kann man die Lage schon ganz gut.
Am Nachmittag, erst recht Freitags, ist mit mehr Verkehr & Stauwahrscheinlichkeiten zu rechnen als nach 20 Uhr.
Ich würd eher sagen, es rechnet gar keiner mit einem Schnitt von unter 100 km/h, mit normalen PKW.
Gefahren wird eher 130 km/h ...... 140.... 150 km/h
und damit wird auch gerechnet, nicht nur bei den Autofahrern, auch bei den Straßenbauern, Wissenschaftlern etc.

Aber keiner vergleicht seine tatsächliche Ankunftszeit mit der prognostizierten, höchstens wenn die Abweichung mehr als 30 Minuten (oder sagen wird 50%, je nachdem) beträgt. Bei der Bahn kommst natürlich auch die Minute an, aber wir kommen vom Thema ab.

Außerhalb der Stoßzeiten kannst du sicher mit 130 km/h rechnen (alles andere ist mir zu optimistisch, gehen wir mal von 180 km/h-Spitze aus, also 200 km/h am Tacho). Aber Verkehr hat nun mal an sich, dass man meistens in der Stoßzeit unterwegs ist, außer man lebt irgendwie anti-zyklisch.

Gruß
Johannes


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