Danke für Deine Frage zur Rückerstattbarkeit (Allgemeines Forum)

gnampf, Dienstag, 19.07.2022, 11:48 (vor 1368 Tagen) @ GUM

Vor einigen Jahren gab es eine Diskussion darüber, ob die Bayerische Eisenbahngesellschaft GmbH denjenigen Nahverkehrsunternehmen, die zu schlechte Leistungen abliefern, angemessene Vertragsstrafen berechnet.

ok, die ist wohl an mir vorbei gegangen.


Das Interessante daran war: Diese "Pönalen" gingen - wenn ich mich richtig erinnere - nicht an den allgemeinen Haushalt.

Sondern wurden wieder in den Nahverkehr der Bahnen investiert. So wurden also die Vertragsstrafen des "ersten" Jahres zu neuen einsetzbaren Mitteln des "zweiten" Jahres.


Was ich auch richtig finde, denn im allgemeinen Haushalt geht das Geld dann fuer sonstwas drauf, statt seinem eigentlichen Zweck zu gute zu kommen.

Und dann wurde diskutiert, wenn ein Betreiber fast alle TZpge fährt, ob er nicht die Vertragsstrafen sozusagen an sich selber zahlt und zurückbekommen würde.

Noe. Er wuerde die Zuege im ersten Jahr dann fuer weniger Geld als geplant fahren muessen, aufgrund der Schlechtleistung. Und im naechsten Jahr bekommt er ja nur dann mehr Geld, wenn er ueber das bestellte Angebot hinaus weitere Leistungen erbringt. Der einzige Unterschied: statt Strafe erst in "Bar" zu bezahlen, aus der dann seine Mehrleistungen bezahlt werden, haette man ihn auch direkt zu Mehrleistungen verdonnern koennen. Mit dem Umweg uebers Geld kann man die Mehrleistung dagegen halt auch bei anderen Bahnen/Ausschreibungen einsetzen.

Inzwischen ist das ja mit der Übernahme weiterer Strecken durch die sog. Bayerische Regiobahn oder das Dieselnetz anders.

Ich finde den Denkansatz aber interessant und ungewöhnlich, dass die Vertragsstrafen sozusagen im Haushalltstitel bleiben und für Qualitätsverbesserung eingesetzt werden.

Immer hin sind in Bayern die Eisenbahnverkehrsunternehmen sichtbar und deutlich zu unterscheiden, weil es kein "Bundesland"-Design gibt.

Wobei das fuer den Kunden wiederum Wurscht ist. Er hat eh keine Wahl, Strecke X faehrt halt Unternehmen Y. Und nur weil Unternehmen Y auf Strecke X eine miese Leistung bietet muss es das nicht auf Strecke Z ebenfalls tun. DB Regio hat z.B. die Qualitaet auf Wuerzburg-Treuchtlingen in letzter Zeit deutlich gesenkt, nachdem sie die Leistung verloren haben und Ende des Jahres dort Geschichte sind. Kaum noch Zugbegleiter, fast nur noch Quietschies, die aus aller Welt herangekarrt wurden und entsprechend mit VRR & Co werben, etc. Auf anderen Strecken vom gleichen DB Regio laeufts dagegen durchaus besser.
Wie der Zug also angepinselt ist spielt in meinen Augen keine Rolle, und sagt nichts ueber die Qualitaet der Leistung aus, oder gefaehrdet oder sichert die in irgend einer Form.


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