Vorgaben TSI (Allgemeines Forum)

numi, Samstag, 13.08.2016, 19:59 (vor 3531 Tagen) @ Class37

Loks mit 22,5 t Radsatzlast sind nach aktuellen Normen nur noch bis einschließlich 200 km/h erlaubt. Wissen warum das so ist tue ich nicht. Allerdings lässt sich natürlich vermuten, dass anhand der Erfahrungen der letzten Jahrzehnte zu erkennen war, dass der Streckenverschleiß so sehr zunimmt und es inzwischen viele gute Alternativen gibt, dass solche Zugkonzepte nicht mehr sinnvoll sind. Egal was jetzt der Grund für die Entscheidung war, es ist so und daran wird sich erstmal wohl auch nichts ändern (und meiner Meinung nach ist diese Regelung auch sehr sinnvoll).

Ist ein Taurus oder eine BR 101 mit 230 km/h wirklich beschädigender als ein TGV oder Freccia Triebkopf mit 300 km/h?

Ich würde mal schätzen, dass es nicht so ist. Allerdings sollte man bedenken, dass die TSI den sehr schnellen HGV nicht grundsätzlich verbieten möchte. Es wird jedoch gefordert, den Stand der Technik auch einzusetzen um einen Mittelweg zu finden, der letztendlich sowohl für die Verkehrsunternehmen sowie auch Infrastrukturunternehmen wirtschaftlich vertretbar ist. Mit aktueller Technik ist es nicht schwierig einen 230 km/h Zug mit 20 t RSL zu bauen. Einen 300 km/h Zug mit deutlich unter 17 t RSL zu bauen wäre jedoch sehr anspruchsvoll (mir ist jetzt auch kein Zug dieser Art bekannt).


Einmal abgesehen von den Vorschriften ist es auch wirklich sinnvoll, auf leichte Züge zu setzen und wenn es dann auch noch ein verschleißabhängiges Trassenpreissystem gibt, natürlich noch mehr. Ich weiß auch nicht ob die ÖBB mit ihren Railjets wirklich so glücklich ist. Schauen wir uns einmal die Wettbewerbssituation mit der Westbahn an.

Die Westbahn mit ihren Kiss fährt Züge mit einer ähnlichen Sitzplatzzahl. Allerdings bezahlt sie weniger Trassengebühren da die Züge leichter sind. Da die Züge auch noch gut motorisiert sind, beschleunigen sie deutlich besser. Dazu kommt noch, dass der Fahrgastwechsel durch die breiten Niederflureinstiege deutlich schneller geht. Daher können die Züge mit einer deutlich geringeren Endgeschwindigkeit eine ähnliche Fahrzeit erreichen und somit viel Energie und sicherlich auch Instandhaltungskosten sparen. Nebenbei haben die Züge auch noch weniger gekostet. Insgesamt erreicht die Westbahn also ähnliche Fahrzeiten (im Vergleich zu den IC der ÖBB sogar deutlich bessere Fahrzeiten) bei deutlich geringeren Kosten und hat dadurch natürlich Wettbewerbsvorteile gegenüber der ÖBB.


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