Und deswegen nennt man's heutzutage Chemnitz. (Allgemeines Forum)

Destear, Berlin, Mittwoch, 25.11.2015, 18:37 (vor 3794 Tagen) @ J-C

Karl Marx war jetzt auch nicht der super tolle Denker, dass er heutzutage noch eine eigene Stadt braucht. Freud hat keine Stadt, Kant hat keine Stadt, wozu braucht Marx jetzt eine Stadt? ^^


Karl Marx ist ein Klassiker der politischen Ideengeschichte, das dürfte auch nicht in Frage stehen. Auch wenn man deswegen nicht unbedingt Städte nach einem Denker benennen muss. Durchaus aber kann.


Genauso wenig wie jemand eine Freudstadt erfinden würde, würde man heutzutage irgendeine Stadt nach irgendeinem Denker umbenennen. Überhaupt werden Umbenennungen von Städten wohl eher nicht stattfinden. Wozu auch?

Klar, der Sozialismus hat auch positive Aspekte gehabt. Aber letztlich ist es doch besser gewesen, dass man die DDR auflöste.

Man muss kein Sozialist sein - bin ich übrigens nicht - um zu sehen, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hat. Es gibt/gab viele Staaten, die unter dem Deckmantel des Demokratieschutzes eben jene sehr effektiv ausgeschaltet haben - die Idee der Demokratie an sich ist damit doch aber noch nicht belastet. Genau so beim Sozialismus, den du an anderer Stelle wesentlich besser kritisieren könntest, als mit diesem Gerede.


Wär dir ein weiterhin geteiltes Deutschland lieber? Die DDR wurde damals von den Sovjets gegründet, glaubst du, dass man nach dem Abzug der Besatzer ernsthaft Deutschland weiterhin zweigeteilt lassen will? Ich ja nicht. Deswegen halte ich die Wiedervereinigung für gut und richtig.

Ich will dich darum bitten, genau und gründlich zu lesen, was ich schreibe. Nichts, aber auch gar nichts von dem, was ich gesagte habe, lässt darauf schließen, ich hätte ein Interesse an einem "geteilten Deutschland" Und damit hat das Ganze auch ganz und gar nichts zu tun. Und unabhängig davon gehört das geschichtliche Geschehen um die deutsche Teilung unmittelbar zu unserer heutigen Kultur. Zu sehr vielen Menschen in unserem vereinten Deutschland gehört noch heute die Sozialisation in der ehemaligen DDR mit ihren speziellen Kulturerscheinungen. Die Menschen sind dort groß geworden, diese Erinnerungen sind Teil der prägenden Identität. Das darf man nicht ignorieren! Der Staat DDR war eine Diktatur, aber nicht jeder DDR-Bürger ein Diktator.


Achja, zum Bahnbezug: Bomz sind üble Wägen, 4,50 für eine Kinderreservierung nicht unangemessen und die neunzigminütige Taktlücke zwischen Hannover und Osnabrück zwar unschön, aber kein globales Problem. ktmb sei ein angenehmer Abend außerhalb dieses Forums empfohlen, vielleicht mit einem schönen Glas Radeberger, einer Vita Cola oder all den anderen schönen Dingen, die die DDR, "deren Sozialismus positive Aspekte gehabt" hat, bis heute hervorgebracht haben. In politischen Systemen gibt es nicht nur Systeme, sondern auch Menschen und deren Erzeugnisse. Das ist mehr als "Sozialismus" und hat einen ganz eigenen Charme.


Dass dieser Sozialismus einen eignene Charme hat, das bezweifel ich gar nicht. Nicht umsonst fasziniert mich der Osten so. Aber ob das gleich gut sein muss? Ich weiß nicht, auch wenn man natürlich gescheit leben konnte, wenn man schaut, wie marode die Wirtschaft da wurde. Ist doch besser gewesen, dass die DDR in der BRD aufging.

Nicht der "Sozialismus" hatte seinen eigenen Charme, sondern das Leben der Menschen dort. In den anderen Bedingungen dieses staatlichen Systems, dass letztlich eine Diktatur darstellte, hat man sich auf gänzlich andere Art und Weise aufs Leben eingestellt, als im westdeutschen Teil. Was um alles in der Welt soll das mit Sozialismus zu tun haben? Warum reitest du auf einer politischen Idee rum, wenn es letztlich um das ganz konkrete Leben der Menschen geht? War alles und jeder Sozialismus? Ist in der Bundesrepublik Deutschland alles und jeder Demokratie?


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