Rechentricks mit der Pünktlichkeit (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Montag, 07.05.2012, 13:39 (vor 5082 Tagen) @ Holger2
bearbeitet von Alphorn (CH), Montag, 07.05.2012, 13:40

wieso unberechtigt? Streng genommen müsste man einen Bahnhof, an dem viele Fahrgäste aussteigen, stärker gewichten, als etwa einen Haltepunkt mitten auf dem Land.

Die Pünktlichkeit sollte meiner Meinung eine Zahl sein, die angibt, mit welcher Wahrscheinlichkeit ich als reisender pünktlich ankomme. Dies ist nicht der Fall, wenn der (meist pünktliche) Nahverkehr so stark übergewichtet wird.

Das ist wohl der Schweizer Ansatz. Wobei die Deutsche Bahn - meines Wissens nach - auch nicht jeden Haltepunkt zählt, sondern es gibt über das Land verteilt verschiedene Zählpunkte, an denen die Pünktlichkeit erfasst wird.

Oh, dann ist die Übergewichtung ja nicht so schlimm, wie ich dachte.

Dass bei der Deutschen Bahn nicht alles rund läuft, möchte ich nicht bestreiten, jedoch hier Parallelen mit der ÖBB oder der SBB zu ziehen, finde ich auch etwas unfair. Ein Zuglauf Hamburg - München ist eben schon von der Länge her verspätungsanfälliger, als ein Zuglauf Zürich - Genf.

Dafür haben die SBB das dichtestbefahrene Netz der Welt: Dem :58-Zug ab Zürich folgen fünf weitere jeweils im 2-Minuten-Abstand; wenn er ein Problem hat, sind sofort fünf weitere verspätet.

Der wichtigere Unterschied liegt meiner Meinung nach anderswo. Die SBB rechnen 8% Fahrzeitreserve ein, die DB wesentlich weniger, ich glaub ich hab schon von 3% auf einigen neuen Strecken gehört. Mit genügend Fahrzeitreserve sind auch lange Zugläufe weniger problematisch: Man hat ja viel Zeit, um Verspätungen wieder aufzuholen. Der Nachteil ist eine längere Fahrzeit, der Vorteil bessere Planbarkeit und sicherere Anschlüsse. Zudem sind die verlängerten Standzeiten in den ITF-Knotenbahnhöfen sozusagen auch Fahrzeitreserven: Sie können im Verspätungsfall gekürzt werden.


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