ETCS, Neigetechnik und aktive Stromabnehmer (Allgemeines Forum)

ice-t-411, Sonntag, 17.04.2011, 00:32 (vor 5557 Tagen) @ Felix

Hi!

Zunächst mal, muss ich sagen, dass ich hier keine spezielle Strecke herausnehmen will, weil man dazu tatsächlich den ganze Fahrplan betrachten müsste, um zu sehen, wie viel man hier oder dort erreichen kann. Nur grundsätzlich:

Konventionelle Ausbaustrecke:
* Oberleitung Re230
* neue Sicherungstechnik (eine Aktualisierung der LZB aus den 80er Jahren dürfte nicht wirtschaftlich sein)
* möglicherweise weitere Begradigungen möglich, falls die Kurvenradien gerade so 200 km/h zulassen

Moderne Ausbaustrecke:
* Statt Re230 Oberleitung müssen Züge, die mit mehr als 200 km/h fahren, aktiv geregelte Stromabnehmer besitzen. Diese verursachen bei 230 km/h in etwa das gleich Schwingungsverhalten wie konventionelle Stromabnehmer bei 200 km/h. Damit kann mit Re200 Oberleitung gefahren werden. Solche Stromabnehmer wurde auf der Innotrans ausgestellt[1].
* Verbindung der Erneuerung der Sicherungstechnik mit ETCS (Hannover-Hamm ist sowieso auf der Liste der DB Netz für die Mittelfristige Einführung)
* ETCS [2] sieht ein Geschwindigkeitsprofil für Neigetechnikzüge vor, damit ist auch in Deutschland ein Betrieb bis 230 km/h möglich. Damit könnten einzelne Geschwindigkeitseinbrüche verhindert werden bzw. auch eine Abschnitte schneller befahren werden (z.B. Mindener Kurve).

Prinzipiell ist also bei politischem Willen auf einigen Strecken durchaus noch Potential vorhanden.

Gruß
Johannes

[1] Leider nur alte Nachrichten vom Hersteller: http://www.stemmann.de/de/stemmann/aktuelles_archiv/news_ansicht&news=5
[2] https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/European_Train_Control_System (enthält viele Links in die offizielle ETCS-Dokumentation)


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