Eine etwas andere Reise München - Berlin. Teil 2/2 (Reiseberichte)

Krümelmonster @, München, Sonntag, 02. Dezember 2018, 16:06 (vor 13 Tagen) @ Krümelmonster

Hallo liebes Forum,

nach Ankunft in Pilsen erkundete ich 3 h lang die Stadt, wirklich viel sah in der kurzen Zeit freilich nicht. Die Stadt ist schon ganz nett (auch wenn es in meinem Fall nur als Lückenfüller gedient hatte):
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39 – 40 Tram am Náměstí Republiky (Hauptplatz) in Pilsen
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41 – 42 St.-Bartholomäus-Kathedrale am Hauptplatz in Pilsen
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43 – 45 Ausblick vom Kirchturm
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46 Bahnhof hinter der Baustelle

Weiter fuhr ich mit einem Rx, diese Zuggattung hatte mich auch schon von der Grenze hierher gebracht. Der Zug kam aus Cheb und hatte, genau wie sein Gegenzug, einen längeren Aufenthalt hier zur Aufnahme aller möglichen Anschlussreisenden. Er war gut besetzt, ich fand nur noch Abteile mit freien Gangplätzen. Durch Mitteltschechien ging es mit Halt in Zdice (wo keine internationalen Züge halten) nach Beroun. Ab dort waren auch die letzten Plätze belegt und es ging weiter entlang des Flusses Berounka nach Prag. Und da bekanntlich alle guten Dinge drei sind, waren nach Dobřany und dem Prager Semmering auch für Prag selbst Bauarbeiten angekündigt: Der Zug sollte nicht in Smíchov halten (damit gab es auch keine schöne Aussicht auf der Moldaubrücke), sondern schon auf der Brücke der Intelligenz die Moldau überqueren – immerhin eine Strecke, die normalerweise nicht im Personenverkehr befahren wird – und dann über Praha Krč und Vršovice weiter zum Hbf. fahren, auch nett.^^ In den Fahrplan wurde das nicht eingearbeitet, bei den Baustelleninfos stand nur der lapidare Hinweis, dass Züge ihre Verspätung um bis zu 5 min erhöhen können.^^ Mein Zug war in Plzen hl. n. mit + 2 abgefahren und schaffte es aber trotz der Umleitung, die Verspätung bis Praha hl. n. zu halbieren. ;-) Am Prager Hbf. gab’s zum ersten Mal an diesem Tag Regen. Zum dritten Mal stieg ich nun schon hier um, aber zum ersten Mal schaffte ich es, wenigstens mal das Bahnhofsgebäude zu verlassen.^^
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47 In Prag macht sich die Lok schnell aus dem Staub
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48 Buden auf dem Bahnhofsvorplatz
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49 Nicht schön, aber immerhin ein Außenbild^^
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50 Und hier die Bahnhofshalle, auch dort allerlei Verkaufsstände

Das Gleis für die Weiterfahrt stand erst 15 min vor Abfahrt fest (die Tschechen haben ein genau so blödes System wie die Franzosen, dass die Gleise erst 20 min vor Abfahrt feststehen, oder eben noch kurzfristiger). Der Zug fuhr mit 6 min Verspätung ab, Ansagen gab’s nur die automatisierten zum nächsten Halt. Die Ausfahrt aus Prag ist sicherlich schön, aber leider voll mit Lärmschutzwänden, man sieht immer nur kurz etwas. Im Dosto müsste das toll sein. ;-) Da in Pilsen doch recht wenig Zeit gewesen war, nutzte ich die Happy Aua von JLV und futterte erstmal Lende mit Knödeln für umgerechnet grob 6,50 €. Ich glaube, ich habe es geschafft, vom Kellner die ganze Zeit für einen Slowaken gehalten zu werden *freu*. Die paar wichtigsten Sätze, die man im Restaurant immer wieder braucht, kann ich gut und akzentfrei, und das übrigens auch in einer Reihe von Sprachen (wegen meiner Weigerung, einen dieser komischen Dialekte zu sprechen, wurde ich in Belgien immer für einen Niederländer gehalten – das hat sogar in Maastricht geklappt! :D). Während ich mit Essen beschäftigt war, verpasste ich leider schon ein paar schöne Blicke ins Elbtal (man muss halt Prioritäten setzen!), aber da kamen ja noch genug Gelegenheiten. Zum Glück waren die Abteile auch der Elbe zugewandt. Bis Ústí war der Zug wieder pünktlich, dort verließen meine beiden Mitreisenden mein Abteil und ließen mich mit der Erkenntnis zurück, mal wieder sinnlos 3 € für die Reservierung vergeudet zu haben – mein Abteil behielt ich allein bis Berlin.^^
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51 Doppelelefant & Privater
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52 Lok und Triebwagen
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53 Václav fährt nach Deutschland
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54 – 55 In leichtem Regen verlassen wir Prag
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56 Tschechische Idylle ;-)
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57 Elbüberquerung
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58 Schick!
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59 Rollendes Restaurant
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60 Schmale Elbe
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61 – 62 Hier wird das Elbtal schon dramatischer
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63 Spiegelung
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64 Ein Güterzug überquert die Elbe bei Ústí
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65 Von alt zu neu
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66 Weiter flussabwärts
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67 Spiegelei im Tunnel
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68 Piratenspielplatz in Děčín

Děčín wurde ebenfalls pünktlich erreicht, aber es ging nicht weiter. Das Info-System im Gang verkündete, dass wir auf einen entgegenkommenden Zug warteten – ähm, die Strecke ist zweigleisig. Das deutsche Zugpersonal war auch schon da, daran kann’s also auch nicht gelegen haben. Also bitte nochmal würfeln.^^ Mit + 6 ging’s los, die Grenze wurde mit + 3 überquert, also pünktlich. Mittels der heutigen drei Fahrten konnte Tschechien seine Pünktlichkeit bei meinen Fahrten von 25 % auf 57 % mehr als verdoppeln. :D Mein innigster Wunsch wurde erfüllt: das deutsche Zugpersonal beließ es bei Deutsch & Englisch und versuchte sich Gott sei Dank nicht an Ansagen auf Tschechisch. Ich habe bei DB Fv schon komplette Ansagen auf Niederländisch und Dänisch erlebt, ersteres war definitiv, letzteres erschien mir sehr wie die abgelesene Umschrift für Deutschsprachige, aber bei Tschechisch stell ich mir das schwer vor :-O. Bereits Dresden wurde wieder pünktlich erreicht. Dort hatte die Knödelpresse Feierabend und wurde vom Klops der Gattung 101 ersetzt.
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69 – 71 In der Sächsischen Schweiz
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72 Sehr schön!
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73 Rückblick aufs Elbtal
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74 – 75 Elbsandsteingebirge
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76 Hier ist die Landschaft wieder sanfter und die Elbe schmaler
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77 Dresden-Hbf.
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78 Ablösung für Václav

Bevor die Fahrt nun durch die Einöde führen sollte, holte ich schon mal meinen Laptop raus. Gerade noch im richtigen Moment sah ich, dass wir gerade die Elbe überquerten, und konnte noch ein Foto schießen. Dann folgte nur noch Einöde. Z. T. ging es über Strecken, die außerhalb der damaligen Baustellenumleitung nur von Güterzügen befahren werden. Die waren dann aber auch so langsam, dass es einen schon aggressiv machte: schnurgerade, weit und breit keine Anwohner, die der Lärm stören könnte, und trotzdem nur 100 km/h. Ab Jüterbog ging es dann auf der Leipziger Strecke nach Berlin.
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79 Elbflorenz
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80 Umleitungsstrecke im Abendlicht
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81 Dieses Bild gibt es mittlerweile so auch nicht mehr

Nach über 16 Stunden erreichte ich pünktlich, aber todmüde die Gruft des Mehdorniums. Mit 800 km (davon 347 in CZ) hatte die Strecke gut 50 km weniger als die der Umleiter-ICEs 2016 von Berlin via Fulda nach München. Selbst wenn man den fehlenden Abschnitt Dobřany – Pilsen mit einrechnet, ist es über Fulda weiter.^^
Insgesamt war es mal wieder eine sehr schöne Fahrt. Allerdings bevorzuge ich für regelmäßige Fahrten mittlerweile doch die RbTW (Rennbahn Thüringer Wald). ;-)

Es grüßt,
das Krümelmonster

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Was ist Ironie?
Stell dir vor, dein Zug bleibt in der Pampa liegen. Die Steckdosen gehen nicht mehr. Dann gibt die Klimaanlage den Geist auf. Usw. Nach einer Weile gibt's Freigetränke für alle. Und 10 min später fallen die WCs aus...
Das ist Ironie!


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