Güterzugtaugliche NBS/ABS Plochingen--Günzburg (Allgemeines Forum)

bigbug21, Donnerstag, 29.07.2010, 12:02 (vor 5817 Tagen) @ Zugreisender

Hallo Zugreisender,

danke für deinen sachlichen Beitrag.

Ich bin kein Tiefbauingeneur und kann daher leider nicht tiefer in die Materie eindringen. Ich kann nur sagen das beim Projekt Stuttgart 21 (Feuerbach-Wendlingen mit Anbindung Neckartal und Flughafen) ca. 2x33 Km Tunnel gebaut werden müssen, welche teilweise auch durch anspruchsvolle bis komplizierte Gesteinsschichten verlaufen müssen. Wenn unsere Oberen also meinen dies sei beherrschbar so kann ich denen nicht abnehmen wenn nun behauptet wird im Falle der NBS Wendlingen-Ulm ginge dies nicht oder sei zu aufwendig.

Das ist, denke ich, ein ganz zentraler Punkt. Glaubt man den in den letzten 15 Jahren vorgelegten Fachartikeln, so sind die zu durchörtenden Schichten keinesfalls so kompliziert, wie das oft dargestellt. Selbst zu Bereichen des quellfähigen Anhydrits, wie beispielsweise in Teilen des Fildertunnels, waren schon in den 1990er Jahren recht detailliert wirkende Analysen in einschlägigen Fachzeitschriften zu lesen.

Es ist eben sehr komisch wenn zur Umgehung der Geislinger Steige eine NBS gebaut werden soll welche noch stärkere Steigungen als die bisherige Strecke aufweist und damit für eine Vielzahl für die heute zwischen Stuttgart und München verkehrenden Zugtypen gar nicht geeignet ist. So sehr ich mir eine gute NBS wünsche, hier drängst sich mir die Befürchtung auf das um jeden Preis ein Prestigeobjekt her muss welches aus Kostengründen nicht gut durchdacht wurde.

Gute Frage. Viele Diskutanten scheinen nicht zu wissen, dass die 12,5-Promille-NBS Plochingen--Günzburg bereits in den 1980er Jahren offenbar detailliert untersucht und schließlich verworfen war. Eine solche NBS ist im Grunde das, was heute wieder von manchen gefordert wird.

Deine Aussage, die Strecke sei für den Großteil der zwischen Stuttgart und München verkehrenden Zugarten gar nicht geeignet, kann ich indes nicht nachvollziehen. Sowohl alle ICE-Generationen als offenbar auch IC-Garnituren kommen mit Steigungen von 25 Promille (einschließlich einzelnen Spitzen darüber hinaus) zurecht. Alle befahren derartige Steigungen bereits heute, beispielsweise die Südrampe des Nord-Süd-Fernbahntunnels in Berlin (30 Promille) oder die Zuführung zur NBS KRM / Flughafen-Fernbahnhof Frankfurt aus Richtung Mainz (35 Promille).

Der Güterverkehr indes ist wohl eine Glaubensfrage. Wer weiß schon wirklich, wie der Güterverkehr 2025 (zu Grunde liegender Prognosehorizont) aussehen wird. Warum sollte es nicht auch in Deutschland HGV-Güterzüge wie den französischen TGV Postal geben?

Viele Grüße aus Dresden
Peter

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unterwegs für freie Eisenbahn-Geodaten


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