Das "Geheimgutachten" zeigt ja nicht viel neues (Allgemeines Forum)

Holger2, Dienstag, 27.07.2010, 23:05 (vor 5819 Tagen) @ Sören Heise

Hallo,

die Studie von sma vermittelt ja nix wirklich Neues, es ist auch reichlich albern, wenn K21 Befürworter jetzt anfangen zu frohlocken, das hätten sie ja schon immer gesagt.

Wesentlich an der Studie ist doch, dass sie die beiden Konzepte überhaupt nicht gegenüberstellt, sondern lediglich Schwachpunkte von S21 bewertet. Dass K21 nicht die gleichen oder noch mehr Schwächen hat, wird nie in Frage gestellt. Aber auch die Studie selbst hat einige Schwächen:

1. eingleisige Verbindung nach Tübingen:
Dass diese Verbindungskurve ein Nadelöhr ist, bestätigen auch alle gutachen der Bahn. Geschuldet ist dieses Manko dem unbedingten Sparzwang dieses Projekts. Es wäre vermutlich besser, hier einen großzügigeren Abzweig zu bauen. Da jede Mehrausgabe von den Gegnern kritisch hinterfragt wird, ist dies leider nicht möglich.

2. gemeinsame Nutzung der Flughafenstrecke und Rohrer Kurve
Hier geht sma von zwei S - Bahnen aus. Richtig ist jedoch, dass dies nur an absoluten Messe - Spitzentagen der Fall sein wird. Planungen von Land und Bahn gehen davon aus, dass die S - Bahn zum Flughafen künftig nur noch alle 30 Minuten fahren wird, mit Verstärkern zur Hauptverkehrszeit. Es ist durchaus möglich, 4 Züge pro Stunde und Richtung (2 S - Bahnen und 2 IC/RE) auf einem Richtungsgleis abzuwickeln.

3. IC - Verkehr nach Nürnberg
Die Studie geht zunächst davon aus, dass die Züge aus Nürnberg nach Zürich durchgebunden werden. Später wird behauptet, die Züge aus Nürnberg würden in kurzer Zeit (6 Minuten) umdrehen und wieder zurückfahren. Im zweiten Fall wird behauptet, dass nur wenige Gleise zum Wenden bereitstünden. Dies ist jedoch nicht der Fall. Es ist auch künftig möglich, den Bahnhof unter Kreuzen des Gegenverkehrs von allen nördlichen Gleisen 5 - 8 aus zu verlassen. Die Gleiskreuzungen sind nur der Einfachheit halber nicht in den Gleisplan eingearbeitet.
Richtig ist auch heute schon, dass die S2 während der HVZ vom Fernverkehr überholt werden muss. Eine kreuzungsfreie Trasse ist auch heute schon praktisch nicht möglich. Dies gilt für alle S - Bahntrassen auf stark befahrenen Hauptstrecken und ist kein typisches S21 Problem - siehe S6 Frankfurt - Friedberg oder S7 Frankfurt - Riedstadt. Um dieses Problem zu lösen, muss die S2 teilweise dreigleisig ausgebaut werden.

4. Nutzung des Flughafenbahnhofs
Interessant ist in der Studie von sma, dass der an der NBS liegende Fernbahnhof von 5,5 Zügen pro Stunde und Richtung angefahren wird, während nur 1 Zug pro Stunde und Richtung die durchgehenden Gleise benutzt. Ich zweifele diese Zahlen an und gehe davon aus, dass max. 4 Züge pro Stunde und Richtung am Flughafenbahnhof anhalten werden, zzgl. die 2 Züge Richtung Singen, die am "Terminalbahnhof" halten. Das sind dann 8 Züge, statt der angegebenen 11 Züge. Aber auch hier gilt, dass die eingleisige Zufahrt zum Bahnhof dem Spardiktat geschuldet ist. Eine zweigleisige Zufahrt wäre zu begrüßen, ist aber auch später noch realisierbar.

Holger


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