Dual-Mode im FV eine Alternative - eher nein (Allgemeines Forum)

MC_Hans, 8001376, Mittwoch, 31.03.2021, 10:06 (vor 13 Tagen) @ SH-Sprinter
bearbeitet von MC_Hans, Mittwoch, 31.03.2021, 10:07

In Deutschland und Europa gibt es immer noch reichlich Strecken, die mit dem Fernverkehr bedient werden, aber nicht elektrifiziert sind. Wenn dort ein FV-Zug fährt, ist grundsätzlich ein Lokwechsel notwendig (Am prominentesten sicherlich die Marschbahn ab Itzehoe). Wäre es mit den neuen Dual-Mode-Lokomotiven möglich, darauf zu verzichten?

Z.B. die Vectron DM könnte geeignet sein, allerdings finde ich nirgendwo einen Hinweis, ob sie mit Dieselantrieb genauso schnell ist, wie im Oberleitungsbetrieb. Mit Umrüstung soll sie schließlich bis zu 200 km/h schaffen (für den IC/EC-Verkehr absolut ausreichend). Mir ist wenigstens nur dieser Typ bekannt, mit dem eine solche Variante denkbar ist.


Siehe:

https://de.wikipedia.org/wiki/Siemens_Vectron#Technische_Daten
https://press.siemens.com/global/de/pressemitteilung/siemens-mobility-erhaelt-zulassung...

Bei der TRAXX-Reihe bietet Bombardier nur ein Last-Mile-Module und das Äquivalent von Stadler ist eine Sechsachsige Güterzuglokomotive. An Triebfahrzeugen kenne ich nur den RENFE 250 Dual.

Vectron DM, Stadler Eurodual und Traxx MS sind reine Güterverkehrprodukte. Für die nichtelektrifizierten Abschnitte wäre das nicht das Problem, allerdings braucht man im Reisezugverkehr unter Fahrdraht die 200 km/h und das können sie nicht. Die Leistung der Fahrmotoren ist zu klein und größere Motoren benötigen auch größere Wechselrichter, Lüfter, ... sodass der Platz im Maschinenraum, der bei den Dual-Loks für den/die Verbrenner gewonnen wurde, wieder schwindet.
Zudem kommt, dass der Markt für 200 km/h schnelle 16,7Hz+Diesel-Lokomotiven nicht groß ist. Im bisherigen Netz lassen sich die Einsatzorte an einer Hand abzählen. Die Schweiz fährt 100% elektro. Die ÖBB planen 2030 mit 85% Elektrifizierungsgrad. In Schweden derzeit schon >75%.

Ein neues Produkt wird es dann geben, wenn der Markt (=eine große Staatsbahn) Signale sendet. Also z.B. DB schließt einen entsprechenden Vertrag über 80 Maschinen ab - das ist unrealistisch. Selbst wenn der Bedarf dafür bestünde, sind die politischen Verhältnisse dafür zu "ungünstig".

Bei der rasanten Entwicklung der Akku-Technologie wäre meine Einschätzung diejenige, dass es vom 101-Nachfolger eine Unterbaugruppe mit Akkus geben wird. Oder alle und entsprechender Rückbau, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Bis zur vollständigen Elektrifizierung der Marschbahn wird das die Brückentechnologie für die Randnetze sein.

Wird die ECx eigentlich eine DM-Lok bekommen, oder bleibt es im FV bei 218 in Doppelbespannung? Eigentlich sind die längst überholt. Kennt jemand die Voraussetzungen für deren Ersatz durch die 245, bzw. ob die ebenfalls in Doppelbespannung die IC/EC ziehen müssen?

Auch da ist mein Wissensstand der Lokwechsel und keine durchgängige Traktionierung.

Ein spannendes Thema!

Viele Grüße,
Hans


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