Achterbahnen? Da kriege ich Assoziationen :D (Allgemeines Forum)

ThomasK, Donnerstag, 11.04.2019, 00:33 (vor 2553 Tagen) @ J-C
bearbeitet von ThomasK, Donnerstag, 11.04.2019, 00:34

Ich habe mal das zweite Video überschlagsmäßig nachgerechnet.

Die Geschwindigkeit des Zuges beträgt beim Eintritt in den Looping ca. 200 km/h, also 55,55555 m/s; der Radius des Loopings beträgt ca. 50 m.


Sollte das tatsächlich ein Zug machen, dann wäre seine Geschwindigkeit in der Spitze des Loopings ca. 120 km/h, also grundsätzlich ok.

Schwieriger wird es bei der Beschleunigung.

Die im Video dargestellten Wagen dürften eine Achslast von etwa 12 t haben. Wegen v^2/r wächst die Achslast insgesamt in der Sohle des Loopings auf ca. 87,5 t an.

Die höchsten Achslasten, die weltweit gefahren werden, liegen etwa bei 40 t. Ich will nicht ausschließen, dass es mit Spezialfahrwerken gelänge, auch Achslasten von 87,5 t zu handhaben; gleichwohl sind dafür aber erheblich größere Schienenquerschnitte notwendig; mit einer UIC 60 Schiene ist es damit keineswegs getan, aber eine Schiene mit ca. 100 kg Masse pro Meter könnte solche Achslasten durchaus übernehmen.

Kritisch ist auch die Kupplung zwischen den Wagen. Der vertikale Abknickwinkel Kuppe/Wanne zwischen zwei Wagen ist mit etwa 30 Grad bei weitem zu hoch. Selbiges gilt auch für den Achsenabstand innerhalb eines Drehgestelles. Ob es gelänge, da eine Spezialkonstruktion für 26,4 m lange Eisenbahnwagen zu entwickeln, kann ich jetzt nicht beurteilen, aber grundsätzlich könnte ich mir vorstellen, dann das mit einem erheblichen Aufwand gelingen könnte.

Die Sicherheit der Eisenbahn beruht, wenn man mal von Halten in Tunnels absieht, u.a. darauf, dass im Normalfall ein Zughalt auf freier Strecke Sicherheit bedeutet. Hier wäre das nicht so, denn wenn beim Loopingeintritt der Zug langsamer als 160 km/h ist, dann stürzt er im Looping aus den Gleisen.


Als Normalbetrieb würde so etwas nie zugelassen werden, aber wenn man mit gigantischem Aufwand eine Versuchsanlage erstellt und ohne Menschen den Zug ferngesteuert durch den Looping fahren lässt, dann ist tatsächlich nicht ausgeschlossen, dass so etwas anstatt mit Achterbahnwagen auch mit normalen Eisenbahnwagen und einem normalen Spurkranz gelingen könnte.


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