NBS Grafing - Kiefersfelden nicht notwendig (Allgemeines Forum)

ThomasK, Sonntag, 07.04.2019, 01:59 (vor 2557 Tagen) @ Re 8/12

Dann wollen wir doch hoffen, dass dein Urteil nicht vorschnell war. Inzwischen, d.h. seit dem 18.3., liegt nämlich eine Replik von Vieregg-Rössler vor - falls du dich auch damit auseinandersetzen magst. Viel Vergnügen bei der Lektüre :)


Vorab: Ich habe mit dem Dissens zwischen der DB und VR bezüglich der NBS Grafing - Kiefersfelden nichts zu tun und habe die Papiere auch gar nicht gelesen.

Unabhängig davon, was die beiden Kontrahenten in ihren Papieren ausführen, bin ich der Meinung, dass eine NBS Grafing - Kiefersfelden gar nicht notwendig ist, da sie das falsche Projekt ist.

Momentan fahren zwischen Rosenheim und Kufstein täglich etwa 190 Züge, sodass die Strecke noch etwa 110 Züge verkraften kann. Hinzu kommt, dass auch für den EC-Verkehr Vmax = 140 km/h gilt.

Wesentlich wichtiger ist der zweigleisige Ausbau der Mangfalltalbahn sowie der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung Rosenheim - Mühldorf - Landshut.

Darüber hinaus ist es langfristig wesentlich wichtiger einen 22 km langen Tunnel zwischen Garmisch-Partenkirchen und Telfs zu errichten, nebst einem zweigeisigen Ausbau der Werdenfelsbahn und der Ammerseebahn um einen neuen Westkorridor Telfs - Garmisch-Partenkirchen - Weilheim - Geltendorf - Mering - Augsburg zu schaffen.

Zwar nicht in den nächsten 10 Jahren und auch nicht in den nächsten 20 Jahren, aber irgendwann um ca. 2050 herum wird die neue Alpenachse Milano - Lecco - St. Moritz - Landeck stehen und mit der neuen Eisenbahn Mals - Reschenpass - Landeck verknüpft werden und genau dafür brauchen wir den Tunnel Telfs - Garmisch-Partenkirchen, der für die Brennerachse, die Reschenachse UND die Achse nach St. Moritz ideal nutzbar ist, wohingegen die Inntalstrecke viel zu weit östlich liegt. Und für die Tauernachse über Bad Gastein wird auf deutscher Seite eben die Strecke Freilassing - Mühldorf - Landshut ausgebaut. Im Wesentlichen bringt die Inntalstrecke Rosenheim - Kufstein nur etwas für die Brennerachse.

Das Milliardenprojekt der neuen Inntalbahn, von der sowieso mehr als 30 km im Tunnel verlaufen würden, kann man sich in der Tat sparen und sollte den Fokus auf andere Eisenbahnprojekte richten.


Nebenbei bemerkt: Österreich überlegt zudem, zusätzlich eine Eisenbahn über den Fernpass zu bauen. Dies bestätigt genau das, was ich schon gesagt habe. In den Fokus kommen die Achsen über Garmisch und ggf. auch Innsbruck - Fernpass - Reutte - Pfronten - Kempten - Memmingen - Ulm.

Das ändert aber nichts daran, dass die Inntalachse zu weit östlich liegt und die Tauernachse über Salzburg an Deutschland angebunden ist und nicht über Zell am See, Kitzbühel, Wörgl.


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