fehlende HGV-Netzgedanke bei DB Fernverkehr? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 18.09.2009, 14:44 (vor 6064 Tagen)

Hallo ICE-Fans,


auf Railway Gazette war ich gestern auf diese Seite gestoßen. Die Initiative GreenGauge 21 plant ein komplettes HGV-Netz für Großbrittanien.
Also mal auf http://www.greengauge21.net rumgestöbert und dieses Dokument heruntergeladen.

In den kommenden Jahrzehnten soll in UK also ein beeindruckendes 1.500 km umfassendes HGV-Netz in den Boden geknallt werden.
Es kommen zwei Strecken London-Glasgow: eine via Liverpool/Manchester und eine via Sheffield und Leeds.
Zwischen beiden Strecken kommt noch eine "Trans-Pennine" ABS; Bristol und Cardiff erhalten auch eine ABS nach London.
Auch die Londoner Flughäfen Heathrow und Stansted erhalten Anschluß.

Das ganze erinnert mich an Italien. Dort wurde auch einen kompletten Netzvorschlag auf den Tisch gelegt und es wird Schritt für Schritt gebaut.
Japan, Frankreich und Spanien sind mit einer einzelnen Strecke angefangen, haben aber Verbindungsbahnen gebaut und auch hier entsteht so ein Netz.
Wenn ich an ein HGV-Netz denke, ist für mich die Grundgedanke: "wenn ich hier nicht notwendig zu halten brauche, knalle ich hier Vollgas vorbei".
Und so entstanden die Paris- und Lyon-Umfahrungen, die italienischen Schienenautobahnen, und so plant man im UK-Vorhaben einen Liverpool/Manchester Bypass: wer von London nach Glasgow reisen möchte, braucht ja nicht in Liverpool oder Manchester zu halten.

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In Deutschland habe ich dagegen im Moment die Idee: "hmmm, hier ist ein Engpass, lassen wir hier mal eine SFS oder ABS bauen, dann haben wir wieder 30 Minuten gewonnen!" (dabei vergißt man einfacherweise, dass man den letzten Jahren wegen Wartungsrückstand 15 Minuten verloren hatte). Dann entsteht irgendwo sonst wieder ein Engpass, die wird dann auch wieder ausgebaut, usw. Eine Begradigung hier, eine Rennbahn dort, noch etwas LZB-Kabel drüben.
Natürlich, die Gedanke ist nicht schlecht. Man gewinnt mehr Zeit mit dem Ausbau einer 70 km/h Strecke auf 160 km/h als mit einer 300 km/h SFS dort wo bereits eine 200 km/h ABS existiert (wie die West Coast Main Line).
Allerdings hat das m.M.n. wenig bis gar nichts mit einem langfristigen HGV-Netzgedanke zu tun.

Ich kann überall erfahren, was DB mit ihrer Fernverkehrsflotte vorhat. Die Entwürfe der Züge für 2020, 2030 oder sogar 2035 ("ICx") liegen schon bei Alstom, Siemens, Bombardier, CAF und Stadler auf dem Reißbrett, und das ist schön, sowohl als ICE-Fan sowie als pragmatischer bahnfahrender Niederländer. Aber wie sieht das Schienennetz von 2020, 2030 oder 2035 aus? Für welches Netz werden die Züge gebaut?

Wie seht Ihr das?


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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