Niederlande. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 03.06.2015, 22:52 (vor 3976 Tagen) @ ALR997

Auch wenn die Dimensionen etwas anders sind: im Fernverkehr in der Schweiz, in Österreich, in Belgien und den Niederlanden sind Doppelstockzüge auch im Einsatz - und das nicht zu knapp:

Die Dimensionen sind anders, dafür auch die Darstellung des Fernverkehrs.
Wobei nur die schweizerische Darstellung mit dem deutschen mithalten kann und sie in bestimmten Aspekten (Takt, Resto) sogar überbietet.

In Belgien und den Niederlanden sind Doppelstockzüge im IC- und bis 2014 auch im IR-Verkehr durchaus anzutreffen (gewesen), allerdings (1) ohne Gastroangebot und (2) deutlich näher am deutschen Nahverkehrs- als am Fernverkehrsniveau.

Zu 1: ganz ohne geht's bei uns auch nicht, es gibt immer noch einen "Rucksacktouristen".
Zu 2: das ist richtig und das betrifft auch der Takt. Allerdings kann unser Sitzplatzangebot nicht mit dem der CH mithalten.

Trotzdem sind Reisestrecken von knapp 3 Stunden durchaus möglich und realistisch. Auch hier wird mit der Neubeschaffung von Doppelstockzügen gerechnet.

Drei Stunden ist etwa Alkmaar-Maastricht oder Eindhoven-Groningen. Zwar möglich und realistisch, aber es sind nicht viele, die eine solche lange Strecke reisen.
Dafür ist in Deutschland eine dreistündige Reise (Frankfurt-München) schon normaler.

In Deutschland macht der Einsatz von Doppelstockwagen weniger aus Kapazitätsgründen, als aus Platzspar- und Kostengründen Sinn. Wo heute ICs mit 8-10 Wagen Normalzustand sind, sollen es künftig gerade einmal 5 oder 6 Wagen pro Zug sein. Damit kann man auch problemlos an kürzeren Bahnsteigen halten ohne die Kapazität einzuschränken. Mit der Herabstufung des IC auf IR-Niveau sind schließlich auch Halte an kleineren Bahnhöfen geplant. Dort können die heutigen IC-Garnituren längenmäßig teils gar nicht halten. Andererseits waren Dostos natürlich leicht und billig zu bekommen und Anfangs ja auch nur als Übergangsmaterial geplant.

Bei uns ging es genau umgekehrt: die Bahnsteige der kleineren Bahnhöfe wurden verlängert, damit unsere "IC"s (bis zu 2x VIRM-6 = 12 Dostowagen) dort halten konnten. Einführung der Dostos war nicht Zugverkürzung bei gleicher Kapazität, sondern Kapazitätserweiterung.

Entspannung dürfte es mit dem "Halbstundentakt" im ICE-Netz geben und die sollte auch auf den meisten Strecken bequem ein Jahrzehnt überdauern, bevor man sich Gedanken machen werden müsste, ob und wie man die Kapazitäten erweitern könnte.

Lies: mindestens 2 ICE-Züge pro Stunde.
Halbstundentakt ist was bei uns seit diesem Jahr Mo-Fr zwischen 7:00-20:00 landesweit Alltag ist. Auch zwischen Sittard und Heerlen (langer Zeit eine Stundentaktinsel).


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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