Doppelstock im FV seit Jahrzehnten Standard (Allgemeines Forum)

ALR997, Mittwoch, 03.06.2015, 21:11 (vor 3976 Tagen) @ Henrik

Die Kunden sind halt verwöhnt und erwarten für Supersparpreise eine Fünfsterneausstattung.

Dass die DB keinen TEE mehr auf Gleis schickt sollte jedem klar sein - trotzdem gehört ein Doppelstockzug nicht in den Hochwertigen Reiseverkehr.

das sieht man ganz offenbar jedoch im Mutterland des HGV, in Japan, wie auch im Schwesterland Frankreich ganz anders.

Auch wenn die Dimensionen etwas anders sind: im Fernverkehr in der Schweiz, in Österreich, in Belgien und den Niederlanden sind Doppelstockzüge auch im Einsatz - und das nicht zu knapp:

In der Schweiz wird in Kürze eine komplette neue Doppelstockzuggeneration von Bombardier an den Start gehen, daneben fahren Doppelstocktriebzüge von Stadler und Siemens im niederen Fernverkehr (IR, langläufige RE) bereits heute, nicht zu vergessen natürlich die IC2000-Wagen, die das Bild des schweizer Zugverkehrs deutlich prägen. Hier ist man sogar problemlos in der Lage, einen Speisewagen anzubieten.

Frage hierzu: bei den Twindexx IR100 und IR200 sind keine Speisewagen vorgesehen. Wird demzufolge auf diesen Linien keinerlei Gastronomie stattfinden?

In Österreich baut die Westbahn ihre Flotte an KISSes weiter aus, möchte gar mittelfristig im Halbstundentakt und auch auf neuen Strecken fahren. Wie ich gerade auf Wikipedia gelesen habe, soll es hier sogar Raucherabteile geben.
Hier ist allerdings auch zu sehen, dass die Nachfrage keinesfalls hoch genug wäre, als dass man an den Einsatz von Doppelstockwagen im ÖBB-Fernverkehr überhaupt denken müsste.

In Belgien und den Niederlanden sind Doppelstockzüge im IC- und bis 2014 auch im IR-Verkehr durchaus anzutreffen (gewesen), allerdings ohne Gastroangebot und deutlich näher am deutschen Nahverkehrs- als am Fernverkehrsniveau. Trotzdem sind Reisestrecken von knapp 3 Stunden durchaus möglich und realistisch. Auch hier wird mit der Neubeschaffung von Doppelstockzügen gerechnet.

In Deutschland macht der Einsatz von Doppelstockwagen weniger aus Kapazitätsgründen, als aus Platzspar- und Kostengründen Sinn. Wo heute ICs mit 8-10 Wagen Normalzustand sind, sollen es künftig gerade einmal 5 oder 6 Wagen pro Zug sein. Damit kann man auch problemlos an kürzeren Bahnsteigen halten ohne die Kapazität einzuschränken. Mit der Herabstufung des IC auf IR-Niveau sind schließlich auch Halte an kleineren Bahnhöfen geplant. Dort können die heutigen IC-Garnituren längenmäßig teils gar nicht halten. Andererseits waren Dostos natürlich leicht und billig zu bekommen und Anfangs ja auch nur als Übergangsmaterial geplant.


Die von mir genannten Beispiele sind aber völlig andere, als die oben aufgeführten. Von dem Bedarf an doppelstöckigen ICE sind wir wohl noch weit entfernt. Entspannung dürfte es mit dem "Halbstundentakt" im ICE-Netz geben und die sollte auch auf den meisten Strecken bequem ein Jahrzehnt überdauern, bevor man sich Gedanken machen werden müsste, ob und wie man die Kapazitäten erweitern könnte.


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