Nicht die GDL! Die DB! (Allgemeines Forum)

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Samstag, 09.05.2015, 21:06 (vor 3985 Tagen) @ 101-Fan

In der Öffentlichkeit kommt es so rüber, als das es die GDL allein Schuld ist und mit Verlaub, so kommt es auch bei mir an. Jedoch gehören zu so einer Eskalation immer zwei. Ich bin der Meinung, dass es hier nicht den, sondern die Schuldigen gibt. Nämlich die GDL, aber auch die DB.

Die einseitige Berichterstattung der Medien trägt dazu bei, dass es so aussieht, als ob die GdL die Alleinschuld tragen würde. Von daher kann man der Bevölkerung nichts vorwerfen, da sie falsch informiert ist.

Ok, das verstehe ich. Aber mal angenommen am Wohnort bzw. in Wohnortnähe gäbe es ein anderes EVU, dann wäre das doch keine schlechte Sache mit dem Wechsel? Ich habe tatsächlich schon von Eisenbahnern gehört, die von der DB zu einer Privatbahn gewechselt haben und dort heute glücklicher sind.
Jedoch glaube ich als Außenstehender trotzdem, dass es nicht ganz so schlecht ist bei der DB zu arbeiten. Dinge die man verbessern könnte, finden sich sicherlich in jedem Betrieb.

Teilweise ist es sogar erforderlich, das EVU zu wechseln, um den Wohnort nicht wechseln zu müssen. Insbesondere dann, wenn eine Ausschreibung verloren wurde.
National Express macht das z.B. sehr gut und ist selbst auf die GdL zugegangen, um ihren Mitarbeitern und DB-Mitarbeitern, die ggf. zu NX wechseln, mindestens die selben Bedingungen zu bieten. Damit wurde das Argument der DB, die genau diese Ausschreibung im Brief an die Mitarbeiter erwähnte, wiederlegt.
Aber bei DB-Fernverkehr Mitarbeitern gibt es wenig bis keine Alternativen zur DB.

Oh ja, die Gleislatscher finde ich auch immer ganz toll. So nach dem Motto: "Ich bin Bahnfan, ich darf das!"
Das gibt's nicht wirklich, oder?
Ich meine gut, es ist sicherlich nicht schön, wenn man auf eine bestimmte Lok wartet und die kommt dann nicht. Ist mir auch schon passiert. Aber den Tf deshalb blöd anmachen ist unterste Schublade.

Beides in Kombination gab es 2004 mit der damals blauen 218 473-7, nachdem bei der DB jemand so "schlau" war, ausgerechnet diese Lok von Kempten nach Braunschweig umzustationieren. Nahezu täglich kam es dann im dortigen Einsatzgebiet zu Streckensperrungen und BPOL-Einsätzen, wegen übereifriger Fuzzies (sogar EK berichtete darüber). Dann musste der Zug vorzeitig wenden und es kam der andere Zug mit der roten Lok zurück, was den Aufstand der anderen Fuzzies auslöste. Der DB bieb nichts anderes übrig, als die vorzeitige HU mit Umlackierung in Verkehrsrot zu verfügen.
Im Allgäu gab es nie Probleme und inzwischen gäbe es mit RE 57398/57399 Neuschwansteinexpress (das Sonn- und Feiertägliche Schnellläufer-Zugpaar München - Füssen, extra für Münchner Besucher des Schloss Neuschwanstein, von der BEG bestellt) einen passenden, planmäßigen Zug.

Aber auch heuer meinten manche Fuzzies, sich beim Tf beschweren zu müssen, weil statt einer 103 eine 120 bzw. statt 101 071-9 eine rote 101 am Zug war.

(...) gibt es auch welche die mehr Ahnung haben und sich vernüftig verhalten.

So wie mich! ;-) Nein, im Ernst, wie ich in meinem letzten Beitrag schon geschrieben habe, ist es sicherlich so, dass man sich als Bahnfan den Beruf des Lokführers romantischer vorstellt, als er wirklich ist. Für mich persönlich wäre es ein Traumberuf. Jedoch sehe ich auch die Schattenseiten: Schichtdienst, Personenunfälle usw. trüben den Traumberuf natürlich schon etwas ein.

Darum wird man bei der DB (zumindest bei mir war es so) schon beim Vorstellungsgespräch darauf hingewiesen, dass man sich das Hobby kaputt machen könnte, wenn man es zum Beruf macht.
Die GdL versucht nun die Schichtplanung (es gibt bis zu 7 Schichten innerhalb von 6 Kalendertagen) etwas zu entspannen.


Eine Forderung der GDL, die ich übrigens voll und ganz verstehe, ist, dass Rangierlokführer mit den Streckenlokführern gleichgesetzt werden sollen und gleich bezahlt werden sollen.

Auch da sind nicht alle RLf gemeint, sondern die, die neben Rangierdienst auch Strecken befahren und sich daher von Tf in der Tätigkeit nicht unterscheiden.

Ich gehe mal davon aus, dass alle Seiten froh sein werden, wenn dieser Tarifkonflikt endlich zu einem Ende kommt.

Dazu müssen sich auch beide Seiten aufeinander zu bewegen. Würde die DB von "inhaltlich identisch mit der EVG" abkehren, wäre schon viel geholfen. Das muss ja nicht automatisch heißen, dass Nicht-GdL Mitglieder nicht trotzdem gleichwertige TV erhalten und die "Spaltung der Begegschaft" ist auch Unsinn, da Mitarbeiter die Gewerkaft selbst auswählen können.

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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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