Auch wenn ich den Verhandlungsstand nicht kenne... (Allgemeines Forum)

GUM, Dienstag, 05.05.2015, 10:44 (vor 3989 Tagen) @ andy24b
bearbeitet von GUM, Dienstag, 05.05.2015, 10:47

Sorry lieber Gum, keiner von uns kennt den Verhandlungsstand.

Von den verlautbarten Einzelaspekten mag uns der ein oder andere logischer oder sympathischer vorkommen, wie das Gesamtbild aussieht wissen wir nicht.

Wir wissen noch nicht einmal wer welche Ziele verfolgt.Zwischen den kommunizierten und den tatsächlichen können bekanntlich Welten liegen.

... bleibe ich dabei, dass das Verhalten von DB Weber zu mindestens zwei Dritteln gut ist.

Ihr wißt ja, dass ich in Bezug auf hochwertige Dienstleistungen/Packungsdichte der Fahrgäste bei neuen Fahrzeugen bzw. Redesigns eine ganz andere Auffassung als der DB Vorstand habe. Also als Beschäftigter mit Managementaufgaben derzeit dort nichts zu suchen hätte.

Allerdings erlebe ich wie schwer es verschiedene Unternehmen in der derzeitigen Konjunkturlage und bei den vorliegenden Bedrohungsszenarien haben.

Deshalb kann ich mir *vorstellen*, dass eine zweistellige prozentuale Kostenerhöhung im Personalkostenbereich schlichtweg nicht machbar ist. Und das komplexe Konvolut aus Arbeitszeitverkürzung, Lohnerhöhungen und teilweiser Umgruppierung in höhere Tarifgruppen jede Arbeitgeber-Seite überfordern muss. Und zwar einfach, weil GDL Weselsky gewisse Punkte als nicht verhandelbar erklärt.

Die Pflichtveröffentlichungen der DB AG (Jahresbericht) lassen nach ein bisschen Bilanzanalyse den Schluß zu, dass das DB Management sich in einer Art Zwickmühle befindet. Den Forderungen großteils nachgeben wäre genauso falsch, wie die Eskalation nicht abwenden zu können.

Das derzeitige Verhandlungsszenario vermeidet auch eine Festbetragslösung: Die Gewerkschaft hätte ja sagen können, dass der geldliche Abstand zwischen Führungskräften und den übrigen Mitarbeitern dadurch verringert wird, dass die Lohnerhöhungssumme einfach durch Köpfe geteilt wird.

Die Verhandlungsstrategie von DB Weber sagt mir deshalb mehr zu als GDL Weselsky's Konfliktstrategie.

Und wir sollten auch nicht vergessen, dass ein Großteil des Managements nach der epischen Schlichtung zu Stuttgart 21 so etwas wie eine posttraumatische Reife erreicht hat.

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