Rückverstaatlichen (Allgemeines Forum)

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Montag, 04.05.2015, 01:04 (vor 3990 Tagen) @ Destear
bearbeitet von 218 466-1, Montag, 04.05.2015, 01:08

Dient es dem Gemeinwohl, teure Hochgeschwindigkeitszüge durch die Gegend fahren zu lassen? Noch überspitzter gefragt: Gehört es zum Gemeinwohl, eine erste Klasse im Zug anzubieten?

ICE und SFS sind Entwicklungen der Bundesbahn.
SWT und BahnCard übrigens auch.
Die Bundesbahn fuhr sogar reine 1. Klasse Züge TEE.
Und, ja beide dien(t)en dem Gemeinwohl.

Ohne HGV-Verkehr mit alten IR-Zügen durch die Gegend zu fahren, würde wohl aber dazu führen, dass die Leute fliegen oder Bus fahren. Dann fährt keiner mehr Bahn.

Aktuell verliert die DB mehr Kunden denn je. Die Bahn AG hat sich in zwei Stufen (IR-Streichung, IC-Streichung) massiv aus der Fläche zurückgezogen, wegen dem politisch auferlegten Sparzwang und der Gewinnausschüttung.

Wenn der IR "alt" ist, was ist dann der nur drei Jahre später eingeführte ICE?
IC wäre weiterhin Bpmz. IR wäre weiterhin Bimz. RE wäre weiterhin Bnrz. Aber schon längst nicht mehr Baujahr 196X, sondern 199X bzw. 200X!

Dem Flugzeug kann man in Deutschland mit Rad-Schiene HGV einfach keine Konkurrenz machen, weil die Metropolen zu sehr verteilt sind. Das wäre das Gebiet des Transrapid gewesen, der in der Reisezeit deutliche Vorteile haben würde.
Mit ICE, IC und IR sollte man dagegen nicht z.B. München mit Berlin verbinden, sondern Ingolstadt, Nürnberg, Saalfeld, Jena, Leipzig etc. mit München und Berlin verbinden.
Um Kunden zu gewinnen, reicht es nicht, nur weniger Nachteile zu haben, sondern man muss Vorteile bieten!

Beispiel VdE8: Warum sollte jemend für München - Berlin mehr zahlen, um nicht bequemer sitzen und weiterhin mehrere Stunden langsamer zu sein?
Weder beim Service, noch bei der Reisezeit kann der ICE dem Flugzeug das Wasser reichen. Dennoch fährt man an denen, die den ICE bräuchten, einfach vorbei.
Kein Wunder, dass diese Leute Flugueug bzw. Bus nutzen.

Beispiel Ausflugsverkehr: Warum sollte man mehr zahlen, wenn man auf Teilabschnitten noch unbequemere Regionalzüge mit mehrmaligem Umsteigen (über Ländergrenzen fährt ja fast nichts mehr) und deutlich lägerer Reisezeit hat? Kein Wunder, dass die Leute mit dem Bus fahren.
Die DoIC kommen u.U. zu spät. Da hätte DB Bahn früher aufstehen sollen und den Fuhrpark rechtzeitig aufrüsten und modernisieren müssen. Dann hätte man mit den älteren Fahrzeugen (insbesondere IC-Wagen) "Billigverkehr" als IR/IRE200 kurzfristig anbieten können, bis dafür auch neue Reisezugwagen mit einfacherer Ausstattung zur Verfügung stehen.

Hat man aber nicht gemacht und warum? Weil DB Bahn sich nur am Gewinn orientiert hat und die Kunden vernachlässigt wurden. Nun wundert man sich, dass die Kunden nicht einsehen, für schlechtere Qualität, höhere Fahrpreise zu zahlen und sich Alternativen suchen.

Die Bundesbahn hätte vmtl. neue einstöckige Reisezugwagen sowohl im FV, als auch im NV schon 1997 beschafft, die seitdem zuverlässig fahren würden, statt mit "Gewinnorientierten" IC-T, Talent, Flirt, wohl auch ICx u.a. ein ums andere mal auf die Nase zu fallen.

Auch bei den Stillegungen gab es bei der Bundesbahn ein Umdenken zu Reaktivierungen und besserem Service auch im NV (City-Bahn, BahnCafe bzw. Kaffeeküch), was dann von Herrn Mehdorn nicht weiter verfolgt wurde. Statt die Infrastruktur zu nutzen, wurde auf das Minimum heruntergespart.

Die Länder beauftragen in den meisten Fällen das billigste EVU, ohne Rücksicht auf Komfort und Service, der garnicht erst gefordert wird.
Nun freuen sich die Fernbusbetreiber und die Dumping-EVU's wie agillis, NX und Transdev.

Ein Hoch auf das Wirtschaftsunternehmen Deutsche Bahn!^^

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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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