Onlinebanking per Browser oder Bankingprogramm (Allgemeines Forum)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Montag, 09.03.2015, 09:14 (vor 4047 Tagen) @ L.Willms

Nein, anders als beim Browserbanking überträgt das Bankingprogramm die Daten nur ein einziges Mal, und hat sie dann in seiner eigenen Datenbank. Alles andere funktioniert dann off-line. Kontakt mit dem Bankrechner hat das Programm nur zur Übertragung von noch nicht übertragenen Daten - Kontobewegungen und Salden etc abholen, Überweisungs- oder Lastschriftaufträge hinschicken. Sonst nix. Was schon mal übertragen wurde, geht niemals ein zweites Mal über die Leitung, ganz anders als beim Browserbanking.

Ich weiß nicht, was Du machst, aber wenn ich etwas überweise, gehen die Daten einmal von mir an den Bankserver, und die Sache ist durch. Das kommt für mich erst wieder hoch, wenn ich den PDF-Kontoauszug lade, und den habe ich dann auch offline verfügbar. Lastschriftenaufträge erteile ich als Privatperson nicht, und Daueraufträge habe ich ebenfalls keine. Die Wahl des Werkzeugs hängt eben immer vom Anwendungsfall ab. Um bei meinem Handy das Gehäuse zu wechseln nehme ich ja auch einen sehr kleinen Kreuzschlitzschraubendreher und keinen Schlagschrauber aus dem Ausbesserungswerk der Bahn. ;-)

Hat damit aber noch lange keine TAN erhalten... Die Phishing-Attacken zielen ja gerade auf Browserbanking.

Hat er beim Browserbanking auch nicht, und wenn man sie eingibt und an den Bankserver sendet, ist sie mii dem auszuführenden Überweisungsauftrag schon verknpüft. Ich bekomme, wenn ich einen Überweisungsauftrag im Browser ausgefüllt habe, eine SMS, in der Empfängerkonto und Betrag sowie die TAN genannt werden. Die TAN läßt sich für nichts anderes, als genau diese Überweisung verwenden. Die üblichen Phishingattacken zum TANs abschöpfen, die bei TAN-Listen funktioniert haben, sind bei mTAN nicht mehr wirksam. Abgeschöpfte TANs wären für Benutzer einer Bankingsoftware übrigens genauso problematisch, denn in aller Regel braucht der Kunde ja trotzdem den Zugang zum Onlinebanking, der im Web genauso funktioniert. Erbeutet der Gauner Zugangsdaten und TAN, würde es Kunden mit Bankingsoftware genauso treffen, wie Kunden mit Browserbanking. Lediglich die Anfälligkeit für Phishing wäre geringer, wenn der Kunde aus Prinzip nie Browserbanking macht. Aber da hilft gesunder Menschenverstand auch schon weiter.

z.B. wenn irgendwer behauptet, sein Geld noch nicht bekommen zu haben.

Kommt bei mir in der Regel nicht vor.

Und die Bestände in meinem Bankingprogramm reichen weit länger zurück, als sie auf dem Bankrechner zur Verfügung stehen (dort m.W. maximal 90 Tage).

Die in meinen PDF-Kontoauszügen reichen so lange zurück, wie meine Bank sie anbietet. Das, was davor liegt, ist entweder noch per Post gekommen und liegt im Ordner oder ist nach > 10 Jahren durch den Shredder gegangen.

Beim vorvorigen Eigentümerwechsel meines Hauses gab es Aussetzer bei den Mietlastschriften des ausgehenden Eigentümers; der neue hatte dann fehlende Zahlungen angemahnt. Mindestens zwei Nachbarn von mir hatten die Kontoauszüge nicht mehr, und konnten nicht nachprüfen, was der Neueigentümer da behauptete. Beim nächsten Eigentümerwechsel (dem 5. und bisher letzten) hatte ein Nachbar die Miete für seine Garage doppelt überwiesen, weil der aktuelle Eigentümer die Miete für die Garage auf ein andres Bankkonto haben wollte als für die Wohnungsmiete, der Nachbar aber nur die Empfängerdaten seines Dauerauftrags hat ändern lassen...

Wer die Kontoauszüge nicht aufhebt, ist selbst dran schuld. aber ob ich die letzten 10 Jahre jezt in irgendeinem Programm, in Papier oder in PDF habe, ist erstmal egal. Da ist mir Papier oder PDF sogar noch lieber als irgendein propritäres Bankingprogramm. Papier kann ich, Licht und Brille vorausgesetzt, immer anschauen, PDF läßt sich auf quasi jeder Computerplattform öffnen, und wird auch mit an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch lange verfügbar sein - sofern man dafür Sorge trägt, daß die Daten a) gesichert sind und b) man noch die Möglichkeit hat, das verwendete Speichermedium zu lesen. Bei einer Bankingsoftware hingegen ist man doch recht eingeschränkt, was die Plattform angeht. Bei der derzeitigen Philosophie von Microsoft sieht es für mich so aus, als wäre Windows 7 definitiv das letzte Windows, das ich privat verwende. Steige ich komplett auf Linux um, geht eventuell die Bankingsoftware nicht mehr, und ich komme an die Daten nicht mehr dran. Und dann? Extra dafür immer eine aktuelle Version von Windows kaufen? Immer an einer alten, noch unter Windows 7 lauffähigen Version festhalten, und dieses extra dafür weiter betrieben? Alles keine wirkliche Alternative.

Wieder auf den Anwendungsfall hinweisende Grüße,
der Colaholiker


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