Streikankündigung richtig und nötig (Allgemeines Forum)

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Samstag, 21.02.2015, 19:33 (vor 4062 Tagen) @ gnampf

Nein, die DB will verweigern, dass die GDL-Mitglieder für die gleiche Tätigkeit einen anderen Vertrag bekommen, als die EVG-Mitglieder oder Gewerkschaftslose.

Und genau das ist nicht zulässig.

Sie will der GDL keineswegs das Recht absprechen über ihre Mitglieder zu verhandeln, sie will lediglich das für alle hinterher das gleiche Ergebnis gilt. Das aber will Weselsky nicht, vermutlich aus genannten Gründen.

Es steht der EVG natürlich frei, einen gleichwertigen TV auszuhandeln. Weselsky hat nie behauptet, dass sich der TV von dem der EVG deutlich unterscheiden muss.

Ist es so ein Quatsch? Wenn man jetzt schon von Anfeindungen zwischen GDL und EVG-Mitgliedern liest, dann bezweifel ich das mal. Davon ab gibt es sicherlich noch diverse weitere Gründe, die gegen sowas sprechen, wie die schwierigere Einsatzplanung etc.

Komisch, dass das bei anderen EVU problemlos funktioniert, und ausgerechnet die DB soll mit unterschiedlichen TV überfordert sein?

Wer hat behauptet, dass die DB die GDL vor vollendete Tatsachen stellen will? Bist du bei den Verhandlungen anwesend? Aus den DB-Pressemitteilungen geht das Gegenteil hervor, aus denen der EVG auch, lediglich die GDL behauptet, dass sie ja angeblich nichts zu sagen hätte. Passt aber nicht ins Bild.

Die "Angebote" der DB waren eindeutig. Bei Nicht-Zustimmung beider Gewerkschaften, wollte sich die DB die Option offen halten, bei ZUB wieder nur mit der EVG weiter zu verhandeln. Das konnte die GDL durch die vorherigen Streiks bereits verhindern.


Legitim als Arbeitgeber, denn wenn das Gesetz da ist, ist das was jetzt verhandelt wurde im Zweifelsfall eh hinfällig. Was das Bunderverfassungsgericht dazu sagen wird wird sich dann zeigen, wenn es soweit ist. Aber auch dort arbeiten nur Menschen, und die GdL täte sicherlich gut daran, diese nicht gegen sich aufzubringen.

Nein überhaupt nicht legitim sondern eine dreiste Frechheit von Herrn Weber. Das Gesetz ist nunmal nicht da, es gibt Tarifpluralität und daher hat die GDL das Recht alle ihre Mitglieder zu vertreten.


*prust* lange im Voraus angekündigt... wenn man eine Eintagsfliege ist vielleicht, aber ansonsten definitiv nicht. Auch die jetzige Taktik dient ja lediglich dazu, dem Arbeitgeber bereits im Vorfeld durch die Unsicherheit weiter zu schaden. Was die DB natürlich versucht zu entschärfen, indem sie sagt es wird weiter verhandelt. Das Herr Weselsky unter einer rechtzeitigen Ankündigung etwas ganz anders versteht als die Fahrgäste hat er ja bereits beim allerersten Streik deutlich bewiesen.

Herr Weber war jeweils schon über Wochen im Voraus bekannt, dass es zu Streiks kommen wird, wenn er stur bleibt und er hätte die Möglichkeit gehabt, die Streiks abzuwenden, indem er der GdL entgegengekommen wäre, wenn ihm etwas an den Fahrgästen (und an der DB übrigens auch) liegen würde. Diese Möglichkeiten hat Herr Weber ungenutzt gelassen. Im Gegenteil: Herr Weber steuert mit dem "Spiel auf Zeit" sogar gezielt auf Streiks hin. Die Traifeinheit ist ihm wichtiger, als die Fahrgäste.

Und wenn der GdL etwas an den Fahrgästen läge, dann würde sie eben deutlich frühzeitig ankündigen... ohne sich dabei viel beim Arbeitgeber kaputt zu machen. Und sie müsste nicht deutschlandweit alles lahmlegen, sondern könnte durchaus auch mit Teilbereichen entsprechend Wirkung zeigen... mal nur die Güterzüge, mal nur S-Bahnen, etc.

Dann wären die Streiks nahezu wirkungslos, da die DB möglichst viele Nicht-GdL Mitglieder an den entsprechenden Tagen einsetzten würde. Das ist nicht der Sinn eines Streiks.


Und es gibt nunmal Punkte, über die keine Verhandlung möglich ist, da es für den Arbeitgeber inakzeptabel ist. Würde man den Austausch der Führungsetage fordern würde man wohl auch auf Granit beissen. Oder würde man einen Stundenlohn vom 50.000 Euro bei 1h Arbeitszeit die Woche fordern. Dann kann man natürlich versuchen das ganze zu erpressen, aber im Zweifel stirbt der Erpresste halt lieber, als nachzugeben, weil er es für das kleinere Übel hält.

Alle fünf Forderungen der GdL sind in absolut akzeptablem Rahmen. Lange hat sich die DB nur geweigert, mit der GDL überhaupt darüber zu verhandeln. Das war das einzige Problem.
Wenn es nun zu Streiks kommen wird, dann sind das die ERSTEN Streiks in dieser Tarifrunde, die mit der Verhandlung über die Forderungen begründet sind. Alles 2014 ging ja nur um die Tarifpluralität.

Mir persönlich ist der Streik eigentlich auch egal, ich komm auch mit dem Ersatzfahrplan klar. Die Art wie das ganze abläuft finde ich von GdL-Seite aber definitiv daneben.

Wenn etwas daneben ist, dann das bisherige ausbleiben von unbefristenten Streiks.

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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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