Streikankündigung richtig und nötig (Allgemeines Forum)

gnampf, Freitag, 20.02.2015, 20:40 (vor 4063 Tagen) @ 218 466-1

Die Hauptforderung wird in den Medien völlig falsch dargestellt. Die GDL hat nie behauptet für alle Berufsgruppen des Fahrpersonals alleine verhandeln zu wollen, sondern nur für alle GDL-Mitglieder!
Das wollte die DB der GDL verweigern. Dafür sollte jegliches Verstädnis fehlen.
Überhaupt spricht es Bände, dass auch ZuB, Lrf u.a. zur GDL übergelaufen sind, obwohl die bisher garnicht für sie zuständig war.

Nein, die DB will verweigern, dass die GDL-Mitglieder für die gleiche Tätigkeit einen anderen Vertrag bekommen, als die EVG-Mitglieder oder Gewerkschaftslose. Sie will der GDL keineswegs das Recht absprechen über ihre Mitglieder zu verhandeln, sie will lediglich das für alle hinterher das gleiche Ergebnis gilt. Das aber will Weselsky nicht, vermutlich aus genannten Gründen.
Es spricht eher Bände, dass bisher anscheinend nur ein geringer Teil an Zub, Gastro, etc. zur GDL gewechselt sind, obwohl es doch bei der EVG angeblich so mies ist. Wären es mehr hätte die GDL eh die Mehrheit und könnte erstrecht problemlos für diese Gruppen verhandeln.

Die DB wollte aber nur mit der EVG darüber verhandeln und der GDL erlauben, deren Verhandlungen am Ende zuzustimmen. Falls nicht, könnte die GDL dennoch nichts führ ihre Mitglieder tun.
Das Argumet von Weber, dass das Betriebsklima bei konkurrierenden Verträgen leiden würde ist totaler Blödsinn, da jeder Mitarbeiter die freie Wahl unter den Gewerkschaften hat und jederzeit wechseln kann.

Ist es so ein Quatsch? Wenn man jetzt schon von Anfeindungen zwischen GDL und EVG-Mitgliedern liest, dann bezweifel ich das mal. Davon ab gibt es sicherlich noch diverse weitere Gründe, die gegen sowas sprechen, wie die schwierigere Einsatzplanung etc.
Wer hat behauptet, dass die DB die GDL vor vollendete Tatsachen stellen will? Bist du bei den Verhandlungen anwesend? Aus den DB-Pressemitteilungen geht das Gegenteil hervor, aus denen der EVG auch, lediglich die GDL behauptet, dass sie ja angeblich nichts zu sagen hätte. Passt aber nicht ins Bild.

Herr Weselsky hat wenigstens den Mut sich selbst der Öffentlichkeit zu stellen, während sich Herr Weber immer hinter seinem Presseheini versteckt.

Ja, mutig mag er sein, klug definitiv nicht.

Wenn die GDL einen Fehler gemacht hat, dann vlt. den, dass nicht deutlich genug kommuniziert wurde, dass sie nur für ihre Mitglieder verhandeln will und nicht für das gesamte Fahrpersonal, also nicht für EVG-Mitglieder. Genau das wird in den Medien nähmlich immer verschwiegen und auch du bist darauf hereingefallen.

Oh, keine Sorge, das ist sehr deutlich kommuniziert worden. Ändert aber rein gar nichts an der Sache, im Gegenteil.

Herr Weber wollte ursprünglich die Verhandlungen aussetzen = verweigern, bis ein Tarifeinheitsgesetz vorliegt. Seitdem hat diese Person bei mir jeglichen Respekt verloren und ich hoffe, dass er besser gestern als heute seinen Hut nehmen muss! Auch jetzt ist es offensichtlich, dass er versucht Zeit zu schinden, aber das BVerfG wird ihm ohnehin einen Riegel vorschieben.

Legitim als Arbeitgeber, denn wenn das Gesetz da ist, ist das was jetzt verhandelt wurde im Zweifelsfall eh hinfällig. Was das Bunderverfassungsgericht dazu sagen wird wird sich dann zeigen, wenn es soweit ist. Aber auch dort arbeiten nur Menschen, und die GdL täte sicherlich gut daran, diese nicht gegen sich aufzubringen.

Die Fahrgäste tun mir auch leid und es ist erbärmlich, wie egal sie dem DB-Personalvorstand sind. Die Streiks wurden stets lange im Voraus angekündigt, wenn die Verhandlungen blockiert werden. Dennoch rückt Herr Weber nicht von seiner Sturheit ab und lässt die Kunden dadurch leiden.

*prust* lange im Voraus angekündigt... wenn man eine Eintagsfliege ist vielleicht, aber ansonsten definitiv nicht. Auch die jetzige Taktik dient ja lediglich dazu, dem Arbeitgeber bereits im Vorfeld durch die Unsicherheit weiter zu schaden. Was die DB natürlich versucht zu entschärfen, indem sie sagt es wird weiter verhandelt. Das Herr Weselsky unter einer rechtzeitigen Ankündigung etwas ganz anders versteht als die Fahrgäste hat er ja bereits beim allerersten Streik deutlich bewiesen.
Und wenn der GdL etwas an den Fahrgästen läge, dann würde sie eben deutlich frühzeitig ankündigen... ohne sich dabei viel beim Arbeitgeber kaputt zu machen. Und sie müsste nicht deutschlandweit alles lahmlegen, sondern könnte durchaus auch mit Teilbereichen entsprechend Wirkung zeigen... mal nur die Güterzüge, mal nur S-Bahnen, etc.

Und es gibt nunmal Punkte, über die keine Verhandlung möglich ist, da es für den Arbeitgeber inakzeptabel ist. Würde man den Austausch der Führungsetage fordern würde man wohl auch auf Granit beissen. Oder würde man einen Stundenlohn vom 50.000 Euro bei 1h Arbeitszeit die Woche fordern. Dann kann man natürlich versuchen das ganze zu erpressen, aber im Zweifel stirbt der Erpresste halt lieber, als nachzugeben, weil er es für das kleinere Übel hält.

Mir persönlich ist der Streik eigentlich auch egal, ich komm auch mit dem Ersatzfahrplan klar. Die Art wie das ganze abläuft finde ich von GdL-Seite aber definitiv daneben.


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