Welche Allmachtsfantasien? (Allgemeines Forum)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 20.02.2015, 14:52 (vor 4063 Tagen) @ kater_k

Das wundert mich jetzt aber doch etwas. Immerhin ist das ja eher die Ausnahme, die großen Gewerkschaften vertreten doch alle mehrere Berufsgruppen (ich bin sicher, bei ver.di beispielsweise könnte man aus dem Stand nicht sagen, wie viele genau).

Du zäumst mein Argument gerade falschherum auf. Ich sage nicht, daß eine Gewerkschaft nur eine Berufsgruppe vertreten soll. Ich sage, daß jede Berufsgruppe von genau einer Gewerkschaft vertreten werden soll - diese Gewerkschaft darf aber gerne mehrere Berufsgruppen vertreten.

Sprich: Arbeitgeber handelt für jede Berufsgruppe mit nur genau einer Gewerkschaft den Tarifvertrag aus - wobei bei verschiedenen Berufsgruppen die gleichen Verhandlungspartner zusammensitzen können. Dagegen steht die Situation, daß -wie momentan- die gleiche Berufsgruppe von mehreren Gewerkschaften vertreten wird, also Lokführer beispielsweise teilweise in der GDL, teilweise aber auch in der EVG sind und die Bahn mit beiden verhandeln muß, von beiden bestreikt werden kann, etc. Diesen Zustand halte ich für inakzeptabel.

Das passt aber ganz gut, die wirtschaftskonservativen Sichtweisen werden ja von Bild und ZDF ebenfalls gestützt.

Schade nur, daß ich keine Bild lese und kein Fernsehen schaue - folglich auch kein ZDF.

Welche Allmachtsfantasien eigentlich? Dass er sich anmaßt, entsprechend dem Beschluss seiner Mitglieder, mehrere Berufsgruppen zu vertreten? Wie es die große Mehrheit der Gewerkschaften tun? Oder dass er sein möglichstes versucht, die beschlossenen Forderungen durchzusetzen und dabei eben nur seine Mitglieder und keine Interessen Dritter vertritt?

Siehe oben. Soll meinetwegen die GDL für alle Lokführer den Tarif verhandeln. Dafür verhandelt aber für jede andere Berufsgruppe ebenfalls nur eine Gewerkschaft den Tarif.

Scheinbar ist für viele Streik nur so lange okay, wie sie selbst nicht betroffen sind. Hätte man sich ggf. rechtzeitig überlegen sollen, ob eine Privatisierung der Bahn so geil ist, bevor man das Kreuzchen bei Schwarz-Geld oder der Verräterpartei macht.

Die, die das beschlossen haben, wurden gewählt, da durfte ich höchstens zu Hause auf Schmierpapier Kreuzchen machen. Aber selbst später hat von denen keiner meine Stimme bekommen, das kannst Du aber glauben.

Streik ist so lange okay, wie er fair betrieben wird. Das heißt, daß man dem Arbeitgeber genug Zeit gibt, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, daß der Geschädigte eben der Arbeitgeber ist und nicht der Kunde des Arbeitgebers. Dessen Einfluß auf die Entscheidung bei solchen Verhandlungen ist zu indirekt um meßbar zu sein.
Soll heißen: GDL kündigt an, daß ab Tag X, welcher meinetwegen mindestens eine Woche in der Zukunft liegt, gestreikt wird. Die DB kann daraufhin einen Ersatzplan auf die Beine stellen, auf die die Kunden sich einstellen können. Überraschungsangriffe, wie die GDL sie gerne geführt hat, gehen absolut nicht.

Die Leier extra für Dich gerne wiederholende Grüße,
der Colaholiker


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum