WTF? (Allgemeines Forum)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Donnerstag, 19.02.2015, 10:22 (vor 4064 Tagen) @ kater_k

Das muss jeder Mitarbeiter für sich entscheiden und in der großen Mehrheit hat man der GDL eben gesagt "Es reicht uns, bitte streikt für unsere Forderungen".

Nur daß die GDL-organisierten Lokführer eben nicht die große Mehrheit der Lockführer in Deutschland sind!

Das fast alle darunter leiden müssen liegt leider bei einem Unternehmen wie der DB in der Natur der Sache. Den Streik als schwachsinnig oder unverhältnismäßig zu betiteln (oder deshalb gar Aggressionen zu entwicklen) ist mehr als unreif und einer sachlichen Diskussion nicht gerade zuträglich. Euch würde hoffentlich auch niemand das Streikrecht absprechen wollen.

Wenn wir streiken würden, würden das vermutlich unsere Chefs nicht mal merken. Geschweige denn irgendwer außerhalb des Unternehmens. Es kann einfach nicht angehen, daß eine Berufsgruppe so eine große Macht über die Bevölkerung hat. Immerhin müssen(!) alle anderen trotzdem pünktlich(!) zur Arbeit kommen, etc - alle arbeitsrechtlichen Konsequenzen, die den Betroffenen dadurch entstehen, daß sie dank der GDL nicht ihren Verpflichtungen ihren Arbeitgebern gegenüber nachkommen können, werden von der GDL nicht abgefangen - und auch von sonst niemandem. Das heißt: Wenn aufgrund der Allmachtsphantasien des Herrn Weselsky jemand nicht zu seiner Arbeit kommen kann, und deshalb seinen Job verliert, zahlt nicht zukünftig die GDL dessen Gehalt, sondern wir alle in Form der Sozialversicherungen. Solange da nicht das Verursacherprinzip greift, bin ich gegen jedweden Streik. Wenn Gewerkschaften strieken wollen, dann haben sie alle daraus entstehenden Schäden zu begleichen und nicht nur Streikgeld für ihre Mitglieder.

Und nein, es gibt nicht immer Alternativen. Was soll jemand, der kein Auto hat, nicht arbeitsplatznah wohnt und auch keine Kollegen in der Umgebung hat, die ihn mitnehmen können, machen? Fahrrad ist nur bis zu einer gewissen Entfernung (für jemanden, der nicht trainiert ist, sagen wir mal hoch gegriffen 20 km) noch sinnvoll machbar, Taxi fahren bedeutet je nach Entfernung, daß man an dem Tag mehr Geld für den Weg zur Arbeit ausgibt, als man verdient (habe ich aus Spaß mal durchgerechnet, bei mir wäre das tatsächlich der Fall, was aber auch an den exorbitant hohen Taxipreisen in Frankfurt liegt), ... was bleibt da noch?

Absolut kein Verständnis habende Grüße,
der Colaholiker


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