WTF? (Allgemeines Forum)

kater_k, BBRN, Donnerstag, 19.02.2015, 10:12 (vor 4064 Tagen) @ GUM

Meiner persönlichen Meinung nach ist es also Zeit sich zusammenzusetzen und einen Kompromiss zu finden.

Ja, dass wünschen sich wohl die meisten.

Der muss nicht unbedingt mehr Gehalt heißen. Wenn echte Verhandlungsführer beieinander sitzen und nicht auf Krawall aus sind, kann alles Mögliche verhandelt werden.

Es wäre beispielsweise eine Betriebsvereinbarung zur Mindestausstattung der Bordgastronomie oder ähnliches denkbar.

Damit kann die Bahn Fahrt aufnehmen.

Bitte? Als Angestellter will ich mich mit den Arbeitszeiten, den zahllosen Überstunden, der Vergütung und was weiß ich nicht noch nicht abfinden, als Kompromiss gibt es am Ende bequemere Sitze und besseren Kaffee im Bordbistro und alles ist tutti?

Deshalb kritisiere ich die Streikankündigung als typisch säbelrassende Drohgeste des 19. Jahrhunderts.

Ja, das 19. Jahrhundert, als in England dem "Pöbel" endlich bewusst wurde, dass er nicht völlig von den Gnaden der Industriellen und des Adels abhängig ist. Wirklich schrecklich, wie dort mit Streiks beispielsweise das Wahlrecht gefordert wurde.

Zusammensetzen und was für das gemeinsame Unternehmen tun.

Hunderttausende Arbeitnehmer wären froh, wenn ihr Unternehmen so stabil wäre wie die Bahn und nicht alle paar Jahre von der nächsten Technologiewelle heimgesucht und die Belegschaft dezimiert wird.

Ja, und deshalb darf das Management nach eigenem Gutdünken walten und schalten? Ohne die berechtigten Interessen der Mitarbeiter in der GDL angemessen zu berücksichtigen?

Also bitte, als Außenstehende (und da schließe ich die "Ich kenne aber einen Lokführer, der kein Verständnis für die GDL hat"-Fraktion ebenso wie die Journalisten von Axel Springer, Focus, Spiegel Online und Co. mit ein) sollten wir es uns nicht anmaßen zu beurteilen, ob der Streik gerechtfertigt ist. Das muss jeder Mitarbeiter für sich entscheiden und in der großen Mehrheit hat man der GDL eben gesagt "Es reicht uns, bitte streikt für unsere Forderungen".

Das fast alle darunter leiden müssen liegt leider bei einem Unternehmen wie der DB in der Natur der Sache. Den Streik als schwachsinnig oder unverhältnismäßig zu betiteln (oder deshalb gar Aggressionen zu entwicklen) ist mehr als unreif und einer sachlichen Diskussion nicht gerade zuträglich. Euch würde hoffentlich auch niemand das Streikrecht absprechen wollen.


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