Spekulation: Jahresgewinn halbiert (Allgemeines Forum)

GUM, Freitag, 07.11.2014, 10:53 (vor 4194 Tagen) @ GibmirZucker
bearbeitet von GUM, Freitag, 07.11.2014, 10:54

Selbst die bahninterne Gesamtbetrachtung ist nicht einfach anzustellen und übertrifft bei weitem die 50-60 Millionen. Es ergeben sich ja folgende Probleme:

1. Viele Kunden schätzen die Bahn aufgrund des Streikes nun als zusätzlich unzuverlässig ein. D.h. neben den Verspätungen, an die man sich langsam gewöhnt hat, erscheinen Bahnfahrten nicht mehr als planbar. Viele Kunden bleiben auf Dauer weg.

Vielen Dank für diesen bedeutenden Punkt! Ich sehe die Auswirkungen noch dramatischer. Neben dem Umsatzausfall für die 4-Streik-Tage kommt es zu weiteren Auswirkungen:

a.) Alle "Rückfahrten" zu den nicht stattgefundenen Hinfahrten fallen ebenso weg, weshalb die Auslastung an den Streikfolgetagen 1-7 erheblich unter der Durchschnittsauslastung liegen wird. Ich rechne hier mal mit 20-30 % weniger Umsatz.

b.) Fernpendler haben sich wahrscheinlich schon Wochen im voraus mit "Fernbus"-Vorausbuchungen und Flugtickets eingedeckt. Diese wird die Bahn erst nach der "Hamsterphase" zurückgewinnen.

c.) Kunden sind nachhaltig stinksauer. Wenn nur 5 % der Kunden dauerhaft abwandern, so ist der Schaden erst in einigen Jahren wiedergutzumachen. Dieser Wegbleib-Effekt schluckt zwei Preisanpassungsmaßnahmen.

4. Um die Kunden zurück zu gewinnen, müsste die Bahn an der Sparpreisschraube drehen und mittelfristig mit günsigen Preisen sie wieder in den Zug locken. Diese Ausfälle lassen sich auch nur schwer berechnen.

Dazu kommt ein weiteres Sinken der Durchschnittserlöse, da ja auch Bestandskunden die neuen günstigen Preise mitnehmen.

Inklusive aller direkten Folgekosten für die Bahn und die abwandernden Kunden im Güter- und Personenverkehr sehe ich schon einen halben Jahresgewinn verschwinden.

Die über 306.000 Beschäftigten haben also ein halbes Jahr nur für Herrn Weselsky gearbeitet, wenn man dies überspitzt darstellt.

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