Hungerlöhne kann Menschen vernichten (Allgemeines Forum)

TheFons, Donnerstag, 06.11.2014, 17:45 (vor 4168 Tagen) @ andy24b

etwas überspitzt: Löhne unter dem Existenzminimum kann Menschen vernichten

So schnell nicht, besonders nicht in Deutschland. Es gibt ja den Sozialstaat, der es sogar ermöglicht, ohne Arbeit gut über die Runden zu kommen. Davon abgesehen: würden wieder, wie früher, mehr Menschen auf weniger Raum wohnen (zugegeben unkomfortabel), dann würden Miet- und Heizkosten pro Person sinken und sofort könnte man mit geringerem Einkommen gut auskommen. Wenn vier statt zwei Personen ein Haus bewohnen, halbieren sich ja die Kosten pro Kopf (annäherend). Die Wahrheit ist, das die Leute nicht auf gewissen Komfort und eine gewisse Freiheit verzichten wollen. Das ist legitim, dann darf man aber nicht ständig jammern. Alles sehr vereinfacht ausgedrückt.


Die Bestimmung des Lohnes in Lohnverhandlungen sind letztlich Marktverhandlungen.

Nicht so ohne weiteres, da die die teilnehmenden Parteien, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, u. U. derartig vom Staat privilegiert sind, das hier nicht mehr sinnvoll von Markt gesprochen werden kann.

Nicht ohne Grund sind die Realeinkommen in Deutschland aufgrund des Überangebotes an Arbeitskräften (soweit man das so pauschal sagen kann) gesunken. Deutschland hat auch in der Krise einerseits im Vergleich relativ wenige Arbeitslose und gleichzeitig steigendes BIP und Exportzahlen. So falsch scheint die Lohnfindung in Deutschland nicht sein.

Scheint. Und doch : die Logik sagt, dass ein überhöhter Lohn gewisse Betriebe, die eh schon an der Grenze der Rentabilität liegen, in den Ruin führt.


Ein bisschen weniger Ideologie bei Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften würde die Lohnfindung weiter optimieren.

Ganz meine Meinung.

Viele Volkswirtschaften machen uns vor, dass ein Mindestlohn nicht unmittelbar zum Niedergang führt.

Nicht unmittelbar, sondern langfristig und schleichend. Das ist ja das Tückische daran.
Wenn, sagen wir mal, der Mindestlohn auf 50 Euro pro Stunde festgelegt würde, würde das Land sofort im Chaos versinken. Dasselbe geschieht selbstverständlich bei weit geringeren Mindestlöhnen auch, nur, wie gesagt, schleichend und langsam. Der Effekt ist aber derselbe.

Die Bestimmung der richtigen Höhe ist allerdings nicht ganz einfach.

Dieses Problem ist im Prinzip nicht lösbar. Stattdessen könnte man sogar ein geringes unbedingtes Grundeinkommen einführen. Das wäre einfacher, vielleiht "gerechter"; obwohl ich dem nicht das Wort reden will.

Viele Grüße


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