50-60 Mio € DB-Schaden durch GDL-Streik (Allgemeines Forum)

GibmirZucker, Donnerstag, 06.11.2014, 23:53 (vor 4172 Tagen) @ Henrik

Selbst die bahninterne Gesamtbetrachtung ist nicht einfach anzustellen und übertrifft bei weitem die 50-60 Millionen. Es ergeben sich ja folgende Probleme:

1. Viele Kunden schätzen die Bahn aufgrund des Streikes nun als zusätzlich unzuverlässig ein. D.h. neben den Verspätungen, an die man sich langsam gewöhnt hat, erscheinen Bahnfahrten nicht mehr als planbar. Viele Kunden bleiben auf Dauer weg.

2. Es fahren nun einige Kunden mit Fernbussen und Fahrgemeinschaften. Obwohl es nicht in jedem Fall lustig ist, in einem zu 100% ausgelasteten Bus im Stau zu stehen, entdecken nun noch mehr Reisende diese Alternative, welche aus Gewohnheit der Bahn treu geblieben wären.

3. Stärkung des Busbusiness. Erstens ein Imagewinn, weil der Bus, bisher eher als Billigheimer wahrgenommen, nun als zuverlässiges Verkehrsmittel erscheint. Bus fährt, Bahn nicht, die Message ist dabei eindeutig. Für die Busunternehmen bringen die Streiktage eine Kostendeckung von über 200% pro Bus. Das spült, selbst wenn es nur wenige Streiktage sind, Kapital in die Unternehmen, das wieder reinvestiert werden kann.

4. Um die Kunden zurück zu gewinnen, müsste die Bahn an der Sparpreisschraube drehen und mittelfristig mit günsigen Preisen sie wieder in den Zug locken. Diese Ausfälle lassen sich auch nur schwer berechnen.

Problematisch ist für die GDL, dass weniger Fahrgäste eben auch weniger Züge bedeuten können, was wieder zu weniger benötigten Lokführern führen kann. Gilt genauso im Güterverkerkehr, wo der eine oder andere Kunde sich fragt, ob er statt der DB ein anderes EVU beauftragt. Ich wage es nicht, die Forderungen der GDL pauschal als unberechtigt einzustufen. Aber mit dem Streik wird der eigene Arbeitgeber massiv geschwächt.


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