Kritische Würdigung und Ausblick (Aktueller Betrieb)

Thalyseo, Samstag, 05.05.2012, 17:46 (vor 5295 Tagen) @ ChrisAC

Hallo Chris AC,

An die Barrierefreiheit habe ich noch nicht in erster Linie gedacht, gebe ich zu - *grübel* ist in Welkenraedt irgendetwas außer Gleis 1 barrierefrei erreichbar?

Streng genommen Gleis 1 und Gleis 2; Gleis 1 lässt sich in der Mitte des verlinkten Bilds erahnen (= rote Kieselsteine, die als Bahnsteig dienen).

Das Problem in Welkenraedt sind in meinen Augen der - im Rahmen der letzten Renovierung, neben des Bahnsteigs von Gleis 1, vergessene - Fußgängertunnel, dessen "totes Ende" mir ganz besonders missfällt und die viel zu schmalen Bahnsteige.

Um es ganz krass zu formulieren, würde ich fast empfehlen, die heutigen Gleise 4 und 5 abzureißen und die beiden Bahnsteige einem schönen breiten Bahnsteig zu verbinden.
Dann könnten die beiden bestehenden Treppen auf weiterhin genutzt werden und in die Mitte des - zu verbreiteernden - Fußgängertunnels ein Aufzug eingebaut werden. Im Falle von Gleis 2 (Hausbahnsteig) müsste ggf. einer der beiden Aufgänge dem Aufzug weichen. Hoffentlich reicht ein Zuschütten des "toten" Tunnelsendes zur Stabilisierung. -;)

Nein, aber im Ernst: Das ist nun wirklich alleinige Angelegenheit der SNCB/NMBS.

Ich weise nur daraufhin, dass Verviers-Central ebenfalls vier Gleise mit Bahnsteigen hat, so dass einzelne Züge ggf. auch dort wenden könnten, wenn durch die wegfallenden Gleise. Gleis 4 wird bspw. nur vom IRq/RE29 - und selbst das nur in Fahrtrichtung Aachen benutzt. Der IC A nutzt - bis auf wenige Ausnahmen - in beide Fahrtrichtungen Gleis 5; Gleis 6 steht im - quasi exklusiv - als Ausweichgleis zur Verfügung und wird nur in der morgendlich Rush-Hour (?) genutzt. Gleis 2 wird dauerhaft durch die Linie 104 besetzt; diese Züge könnten auch auf dem Gleisfeld (hinter dem Bahnhof) wenden.

Auch in Eupen könnte man durch Wegfall vom Gleis 1 (= Stumpfgleis) und Ausbau des verbliebenen Hausbahnsteigs zum Hochbahnsteig einen - noch barrierfreieren - Bahnhof gestalten. Zugkreuzungen müssen natürlich durch den morgendlichen P-Zug nach Spa, der das Stumpfgleis tatsächlich nutzt, möglich sein. Hierfür könnte ich mir zwei zusätzliche Weichen (= eine entfällt ohnehin bei Aufhebung des Stumpfgleises) am peripheren Ende des Bahnsteiges (=> Raeren) vorstellen: Aus Richtung Welkenraedt, links ausschrend Richtung Nebengleis und dort in Fahrtrichtung einscherend. Erreicht bspw. der nach Spa verkehrende Zug Eupen und trifft dort ein IC A ein, noch bevor der Zug nach Spa Eupen verlässt, verkehrt letzterer einfach über den Bahnsteig hinaus. Die Weiche wird dann entsprechend so gestellt, dass der IC A auf dem Nebengleis wendet und der Zug nach Spa den Bahnsteig erreicht und Richtung Welkenraedt fährt. Etwas umständlicher, aber in meinen Augen die einzige Möglichkeit, Eupen vollständig barrierefrei zu gestalten, wenn das bahnsteiglose Gleis erhalten werden soll.

Würde denn nun die SNCB deutsche Dieseltriebwagen verwenden, und die dann mit eigenem Personal zwischen Welkenraedt und Aachen hin- und herfahren?

Ich verstehe nicht ganz, warum die Strecke unbedingt durch die SNCB/NMBS (bzw. deren Personal) betrieben werden würde. Wenn es "nur" bis Welkenraedt geht, ziehen DB und SNCB/NMBS den selben (Dis-)Nutzen aus dieser Linie. Die Tarifgestaltung würde ich da außen vor lassen, zumal der DB-Tarif ja nach wie vor bis Aachen Süd (Gr) gilt; wäre Aachen Hbf wirklicher Grenzpunkt, dürfte es m. E. den Tarifpunkt Aachen Süd (Gr) nicht mehr geben, was aber auch den Interessen der BC 100-Fraktion widersprechen dürfte, die fortan bereits ab Aachen Hbf zahlen dürften.

Man sollte hier eher von einer erweiterten Anwendung des belgischen Tarifs sprechen, denn für Hergenrath >-< Aachen werden pauschal 2,50 € veranschlagt. Ein (großer) Teil davon fließt bestimmt der DB zu.

Ähnlich sieht es ja mit den Verbünden aus: Kaldenkirchen (Gr) und Herzogenrath (Gr) existieren nach wie vor, obwohl es auf niederländischer Seite bis Heerlen und in Venlo DB-Automaten gibt.

Mein Eindruck ist - und ich kann mich täuschen - dass die SNCB dazu neigt, auf ihren eigenen Linien eigenes Personal auf eigenen Fahrzeugen zu verwenden - SNCB-Personal auf deutschen Triebwagen wäre da ein echtes Novum, wenn ich mich nicht ganz irre. Gut, ein wirkliches Hindernis ist das alles nicht, und es ist mehr so etwas wie "Bauchgefühl" meinerseits in Sachen Befindlichkeiten der SNCB als irgendetwas Konkretes.

Nun ja, das funktioniert ja auch bei alleo. Evtl. ließe sich ein ähnliches Konzept finden. Ein Hindernis sehe ich darin jedenfalls nicht wirklich.

Ein guter (?) Ausweg - wer weiß, wie viele Fahrzeuge davon aktuell übrig und nicht anderweitig eingebunden sind - wäre möglicherweise der Einsatz des AR41 / MW41 (http://de.wikipedia.org/wiki/NMBS/SNCB-Reihe_41). Da wohl Krokodile bis Aachen Hbf liegen, wären die Fahrzeuge ja prinzipiell bis dort brauchbar (Zulassung für Deutschland wohl vorausgesetzt, aber das haben die Klassischen Triebwagen irgendwie auch geschafft). Aber - natürlich - alles nur ein Blick in meine trübe Glaskugel. Mal sehen, was die Zukunft wirklich bringt.

Die Frage ist, ob es Sinn macht, ein paar wenige Einheiten - sofern verfügbar - in Liège zu stationieren. Aachen liegt ja näher an der Einsatzstrecke, so dass es eigentlich sinnvoll wäre, sich an einem (ggf. aufzustockenden euregiobahn-Fuhrpark) zu bedienen. Wobei die euregiobahn mittelfristig elektrifiziert werden soll (?). Da sie m. W. aber auch nicht dauerhaft nach NL fahren soll, könnte auch hier ein Bedarf an Dieseltriebwagen bestehen (= Fahrzeugpool).

Alternativ könnte ich mir einen Betrieb durch die Ruhrtalbahn, die auch den zwischen M´Gladbach und Dalheim verkehrenden RB, im Auftrag der DB betriebt.

Wie gesagt, die Frage ist, auch welchen - geographisch nahen und bestehenden - Fahrzeugpool man zurückgreifen kann.

Fraglich ist dennoch, warum die Linien nicht noch zumindest nach Lüttich rein (oder bis Liers) gezogen werden, umso nicht nur längere Wendezeiten zu haben, sondern diese auch besser zu nutzen (= im Sinne aus Verlängerung). Am sinnvollsten fände ich - zumindest kurzfristig - immer noch eine Verlängerung der Linie L 102 (= Liège-Palais >-< Verviers Cenral) bis Aachen Hbf. Nicht nur, dass man dann von Aachen aus bis ins Liègoiser Zentrum kommt, sondern man integriert die eine Linie in die andere. Im Gegenzug wäre dann zu prüfen, ob man die Linie L 104 (= Spa-Géronstère >-< Welkenraedt) bis Verviers stuzt, beibehält oder gar bis Eupen durchzieht.

Das alles setzt natürlich genügend Fahrzeugmaterial voraus, das man auch zukünftig, nach Verlegung der Systemwechselstelle, noch bis Aachen einsetzen kann.

Das wäre dann auch wirklich erst bei Zeiten zu klären. Wenn es dazu kommt und - zwangsläufig gedieselt wird -, dann wohl eher Welkenraedt >-< Aachen. Bei jedoch fünf deutschlandtauglichen AM 62-79 wäre eine Führung ab Liège-Palais (ggf. mit Lokführerwechsel in Welkenraedt) durchaus denkbar.


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