Nicht meckern, sonden Bahnunternehmen gründen! (Reiseberichte)

Henrik, Mittwoch, 14.09.2011, 20:44 (vor 5299 Tagen) @ Ösi

Züge mietest oder kaufst Du, Deine Beschäftigten bezahlst Du, Gebühren ebenso - das alles von den Einnahmen.

Das heißt, ich muss meine Züge, Beschäftigten und Gebühren erst bezahlen, wenn ich entsprechend viel Geld eingenommen habe? Oder wollen die Geschäftspartner vielleicht doch eher binnen Monatsfrist das Geld sehen anstatt "in fünf Jahren, wenn wir genug verdient haben"?

Das kommt drauf an. Du kannst Züge mieten, kaufen, sofort abbezahlen, auf Raten etc.
Geld wirst Du sofort bekommen.
Kein Unternehmer wird einfach so 5 Jahre lang für lau arbeiten und dann hoffen, dass dann das versprochene Geld fließt.

Sie zahlen 2,5%, wenn sie Geld in eine Stiftung einbringen, und 25%, wenn sie das Geld entnehmen.

na, ist doch gut so.

Ich zahle hingegen - abhängig von meinem Einkommen - 36,5%, 43% oder 50%, abgesehen von den ersten 11.000 Euro im Jahr, die nicht besteuert werden.

Du zahlst einen nichtmal sichtbaren Bruchteil deren Gelder für den Fiskus.

Also du findest es in Ordnung, dass man (prozentuell gesehen) weniger Steuern bezahlt, je mehr man verdient? Progressive Einkommenssteuer mal umgekehrt?

Unser Steuersystem ist so aufgebaut, dass die Einkommenssteuer höher ist, je mehr verdient wird.

(gilt analog für den Menschen natürlich ebenso - Unternehmertun ist ja auch was menschliches, natürliches).

Zeitlich gesehen ist in der Geschichte des Menschen Unternehmertum zur Gewinnerzielung eine Fußnote.

Unternehmertum, Unternehmerprinzipien gibt es seit es Menschen gibt.
Der Mensch will immer mehr - das liegt in seiner Natur.

Wo gibt es denn den Wettbewerb im ICE-, im IC-Verkehr? Ich seh ihn nicht.
Du schreibst, im real liberalisierten RV gibts hier keine Ersatzzug- und Ausfallthreads.
Der Logik nach wird es auch keine Ersatzzug- und Ausfallthreads geben, wenn es denn den Wettbewerb auch im ICE-Verkehr geben würde.
klingt nur logisch.

*kopfschüttel*
Ich meinte damit: Obwohl wir eine ganze Betriebssparte ausblenden, gibt es pro Tag noch genügend Abweichungen vom Fahrplan.

Wir sind hier nunmal im ICE-Forum.
im ICE-Bereich gibt es keinen Wettbewerb

Du nanntest lediglich von allen stets öffentlich einsehbare Staatsausgaben.
Wenn die schwer zu bekommen sein sollten, dann hätten Bund & Länder ein wahrliches rechtliches Öffentlichkeitsproblem.

Es gibt keine Übersicht über die Gesamtkosten der Bahn. Es gibt lediglich einzelne Übersichten: da Regionalisierungsmittel, dort Projekt X, an anderer Stelle Projekt Y ... man könnte mehrere Wochen daran sitzen, alle realen Kosten der Bahn zu berücksichtigen.

Regionalisierungsmittel, Investitionen nach BSchwAG, BKZ etc.
Wo ist das Problem? Alles vorhanden in den Ausgabenberichten.

ahja, und der Bundeshaushalt ist heute auch in etwa in der selben Höhe wie 1993?
haha, der gut, bzw. vielmehr makaber, harhar.
Wenn dem wirklich so wäre, hätten wir keine Schuldenprobleme mehr und vor allem erheblich geringere Steuersätze, dank FDP und sie selbst nicht die Probleme, die sie jetzt hat.
Ist aber nicht so.^^

Wenn wir niedrigere Steuern hätten, hätten wir weniger Schulden.

Die geplanten Steuerreformen und Steuersenkungen werden aktuell wegen der Schuldenlage nicht umgesetzt.
Wären die Staatsausgaben seit 1993 kaum bis nur unwesentlioch gestiegen(s.o.),
hätten wir heute nicht die Schulden, die wir haben (die wir einfach nur wegen den Ausgaben haben - der Staat hat keine Einnahmenprobleme).
Ergo gäbe es die Reform und die Steuerentlastung.

nee, eben nicht. s.o.
Na, immerhin siehst Du das so. Und das bei um milliarden weniger Staatsausgaben(Deine Quelle).
Scheint also doch nicht so schlecht zu sein, Deine böse Bahnreform.

9,6 Milliarden Euro sind weniger als 8,2 bzw. 9,4 Milliarden Euro.

fernab davon was das für Zahlen sind und wo sie herkommen, ob überhaupt vergleichbar,
selbstverständlich sind 16 Mrd DM in 1993 damals mehr gewesen als heute 9,4 Mrd Euro.

Und lies mal in der Literatur nach.

Das nenne ich einmal eine tolle Quellenangabe.

hm?
Wenn Du mich hier in diesem und anderen Foren kennst, kennste auch den Lit.-Hinweis auf ETR & DB/BB auf meiner Stirn.^^
Geh mit "Bahnreform" in Deiner Bilbliothek auf Suche.
als erstes solltes Du Dir antun Das Gutachten der Regierungskommission Bundesbahn, Dez. 1991,
findest Du auch in der Fachliteratur, in den Ausgaben der ETR, DB/BB
Auch sehr empfehlenswert "Die Bahnstrukturreform", IfW, Okt. 1994

Die Tarife sind billiger günstiger, flexibler als vor der Reform.

So realitätsfremd ist nicht einmal die Bahn selber.

Es war eines der wichtigsten Ziele der Bahnreform, das starre behördliche politische Korsett der Bundesbahn abzuschaffen und durch nun deutlich flexiblere Strukturen zu ersetzen.
Für 19 Euro mal eben im ICE von Berlin nach München?
undenkbar damals.

- Durch technischen Fortschritt: schnellere und barrierefreie Züge
- Durch kluge Verkehrsplanung: Taktverkehr

genau. auch nicht zu unterschätzen. Sehr wichtige Fortschritte durch die Bahnreform.

Nur, dass genau diese Fortschritte nichts mit der Bahnreform zu tun haben und es sie auch ohne Bahnreform geben würde.

Nein. Es gibt mehr Effizienz, deutliche strukturelle Veränderungen, mehr Wettbewerb etc.,
nicht mehr das politisch behördliche Korsett, bei dem alles gebilligt und genehmigt werden musste.
Das war eine elementare Forderung der Regierungskommission.
Wäre so vorher nicht möglich gewesen, war auch ein wichtiger Punkt der Reform, s.o.

..genau das war die Realität auf den 6000 Bahnstationen damals - heute schon lange nicht mehr.

Wann bist du das letzte Mal Bahn gefahren?
Oder reden wir hier über unterschiedliche Länder?

möglich. ich von Deutschland und den modernisierten 6000 Bahnstationen, deren Umgestaltung ich in letzten Jahrzehnten mit verfolgt hab, von ersten Planungen bis zur Fertigstellung. Mittlerweile sind ja sogar Bielefeld & Kiel fertiggestellt. ;)

Teuer war uns die Behördenbundesbahn - die war alles andere als privatisiert
und gibt es zum Glück nicht mehr.
Jedes Jahr Mrd an Defizit....... heute gibts ein Plus in Millardenhöhe.

9,6 Milliarden Euro Minus sind kein "Plus in Milliardenhöhe". Punkt.

Mit 9,6 Mrd Euro meinst Du die Investition des Bundes in Instandhaltung sowie Neubau,
plus die Subventionen in den Nahverkehr, die Regionalisierungmittel.
Rechne da den Gewinn der DB gegen.

Und jetzt vergleiche mit den Milliarden Defizite der Bahn vor 1993 plus damaliger Aufwendungen des Bundes.

Jeder Tag um den die Bahnreform hinausgezögert worden wäre, hätte den Steuerzahler 27 Mio DM gekostet, ein ganzes Jahr 10 Mrd DM.
Die Fehlbeträge plus Bundeszuschüsse hätten sich bis zum Jahre 2002 auf insgesamt 535 Mrd DM addiert (Dürr, vorm Verwaltungsrat, Frühjahr 1992).

"Bei Fortbestand der derzeitigen Situation werden in den nächsten 10 Jahren bei beiden Bahnen Verluste von rund 180 Mrd DM (*) auflaufen. Der sich insgesamt für den Bund in dieser Zeit ergebende Finanzbedarf droht, einen Betrag von mehr als 400 Mrd DM zu erreichen."
Eckpunktepapier der Regierungskommission Bundesbahn, halbes Jahr vor Veröffentlichung des Gutachtens,
(*) im Gutachten waren daraus dann 266 Mrd DM geworden

...weitere 6 Monate später wurden sie auf 280 Mrd DM geschätzt (Bilanzpressekonferenz Mai 1992),
die Belastungen des Bundes auf über 500 Mrd DM.


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