1 oder 2 Sitze extra? 3.268 Fahrgäste in einem Zug! (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 29.03.2011, 17:20 (vor 5486 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von Oscar (NL), Dienstag, 29.03.2011, 17:21

Ein Wagenkasten eines JR-E4 ist 3380 mm breit.
Zum Vergleich: ein 2+2 bestuhlter Velaro D soll 2924 mm breit sein.
Die Sitze des JR-E4 3+3 haben keine Armlehnen und keine verstellbaren Rückenlehnen. Soll man das Otto Normaldeutscher zumuten?

Wieso bleibt der Sitzteiler gleich?

Das war eine Annahme aufgrund fehlender Daten. Ich sehe gerade ein VIRM hier rumfahren. Der hat pro Stockwerk 6 fiktive Abteile, also 12 Sitzreihen. Bei 2+3 Bestuhlung wären das also 120 Sitze. Das ist etwa gleich an die Sitzplatzkapazität des JR-E4 Wagens 6 (122). Aber der JR-E4 Mittelwagen ist nur 25 m lang, ein VIRM-Mittelwagen dagegen 26,4 m.
Für deutsche Begriffe durfte der VIRM der NS schon eng sein. Was würde passieren, wenn die Sitze noch enger stehen?


Mehr Sitze bei gleicher Wagenbreite ist natürlich nicht komfortabel.
Aber wenn die Wagenkastenbreite größer ist, wieso soll dann nicht ein oder zwei Sitze mehr rein?
Der ICE B (breit) ist mit Wagenkastenbreite 3.400 mm für 2+3 Bestuhlung in 2. und 2+2 Bestuhlung in 1.Klasse konzipiert, mit Einzelsitzen.

Ein Velaro D ist 2924 mm breit und in der 2. Klasse 2+2 bestuhlt, jeweils mit einer Sitzbreite s. Eine Breite d ist nicht verfügbar (2x Wanddicke, Mittelgang).
Ein ICE B ist also 3400 mm breit und in der 2. Klasse 2+3 bestuhlt. Wenn ich mal annehme, dass s und d gleich bleiben, bedeutet das:

4s + d = 2924
5s + d = 3400

-> s = 476 und d = 1020.

Da der ICE 1 Sitz 1. Klasse 500 mm breit war/ist, ist ein zusätzlicher Sitz pro Reihe akzeptabel.
Bei 2 extra Sitzen pro Reihe wird die Formel:

6ns + d = 3400

wobei n eine Zahl zwischen 0 und 1 ist; die Sitze müssen ja schmaler sein.

(6n-4)s = 476

Mit Beibehalt der Sitzbreite 476 mm ergibt sich:

6n - 4 = 1 -> n = 5/6 -> s(neu) = 5*476/6 mm = 397 mm.

Leg Dir zwei A4-Papierfolien auf einen Stuhl, mit den langen Seiten gegeneinander. Dies entspricht eine Breite von 420 mm. Setz Dich 3 Stunden drauf.
Oder noch besser: versuche es mit 2 Freunden auf einem 1,19 m breiten Couch. Setz Dich in der Mitte, 50 Minuten lang. Ich vermute, das wird ziemlich kuschelig. Dann Platzwechsel, weitere 50 Minuten. Dann Platzwechsel, weitere 50 Minuten. Dies entspreche eine ICE B Fahrt Hamburg-Bremen-Osnabrück-Dortmund.

Andererseits sollen wir nicht klagen. In Japan verkehrt der JR-E4 Shinkansen in Stoßzeiten in Doppeltraktion. 1.634 Personen sollten dann einen Platz haben.
Schön wäre es: in der Praxis fahren die Züge mit bis zu 200% Auslastung = weitere 1.634 Personen verbringen die Reise stehend. Also sind insgesamt 3.268 Personen in einem Zug unterwegs.
Dann ist man schon sehr froh, überhaupt einen Sitzplatz ergattern zu können.

Demnächst in paar Jahren will man den Fahrgästen im niedrigen FV Doppelstock-qualität anbieten.

Das sind allerdings nur die relativ schwach ausgelasteten Relationen und nicht die Hauptrelationen wie etwa Hamburg-NRW-Rheintal-Mainz.
Wir wissen erst noch gar nicht, wie die IC160-Dostos angenommen werden.

Bei uns fuhren langer Zeit ICR-Wagenzüge zwischen Amsterdam und Maastricht. Das sind dann 2,5 Stunden. Diese Wagen hatten relativ guten Komfort, bis die Stehplatzquote unakzeptabel hoch wurde. Also hatte man die Züge auf VIRM umgestellt; diese haben etwa die Kapazität die die IC160-Dostos haben sollen. 2,5 Stunden VIRM ist zumindest für mich keine angenehme Sache. Dennoch wurde die Umstellung akzeptiert; lieber etwas weniger bequem sitzen als dauerhaft stehen.

Die vorgesehen IC160-Relationen sind wohl nicht von diesen Überauslastungen betroffen...

Dann kann man breitere Wagenkäste erst recht zumuten.

...also bin ich mir nicht sicher, ob die IC160-Dostos gut angenommen werden.
Na gut, s.i.w. sind die IC160 auch eine Zwischenlösung, und... eh... siehe Unterschrift.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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