der super-wunder-hyper-drüber-Zug TGV (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 22.03.2011, 13:24 (vor 5561 Tagen) @ Henrik

Je mehr High-Tech, desto mehr Chance auf High-Pech.

sicher, aber auch mehr Chance & Nutzen im positiven Sinne.

Das muss man einen Kompromiss finden.
Auf der HSL-Zuid wurde ja auch "die modernste Version des modernsten Zugsicherungssystems Europas" installiert.
Das System war so modern, dass kein einziger Zug damit fahren konnte, denn das benötigte "trainborne equipment" musste man ja noch herstellen...

Der größte "Pech"/Ausfall findet im mechanischen Bereich statt.
Schaffen wir die Achsen ab und ersetzen durch High-Tech,
gibts auch keine Achsbrüche/Risse mehr.

Demnach sollten alle Bahnen Europas Talgo-Züge haben, denn die haben keine Achsen, sondern Einzelräder.

Nur mit dem Unterschied, dass bei einem TGV-Ausfall ein paar Dutzend Garnituren als Ersatz zur Verfügung stehen .
Aber dann reden wir über das System ICE vs. TGV und nicht den Zug ICE vs. TGV.

genau das ist das.
In Sachen Gesamtnutzen, gefahrene Leistungen pro Zug ist der ICE, also das hiesige ICE-System Weltspitze.

Im Sache Verfügbarkeit für die Fahrgäste ist der TGV, also das dortige TGV-System Weltspitze...:)
Die Franzosen haben klar andere Prioritäten gestellt als die Deutschen: Verfügbarkeit war/ist wichtiger als Gesamtnutzen.

1. Von Anfang an war der TGV ein Volkszug, Zielkundschaft war nicht der Geschäftsmann oder der Tourist in der Kategorie "reich und schön", sondern Jean-Pierre Normalfranzose und Mireille Normalfranzosin. Nicht umsonst wurden bereits ab Tag 1 die Züge Paris-Lyon in Doppeltraktion gefahren, so stark waren die nachgefragt. Heute reichen Duplex-Dotras auf dieser Strecke fast nicht mehr aus; man überlegt eine neue, kürzere Strecke Paris-Marseille zu bauen.

2. Wenn man viele Reservegarnituren hat, ist die Jahreskilometerleistung geringer, und das bedeutet wieder dass man länger mit den Zügen fahren kann. S.i.w. sind die damals orangen-grauen Ur-TGVs aus 1981 immer noch nicht in den Ruhestand abgewandert.
Weil ein TGV aus zwei Lokomotiven und einem Wagenstrang bestehen, kann man diese Komponente unabhängig voneinander entwickeln. Die TGV-POS sind s.i.w. bereits vorhandenene einstöckige Wagenstrange, die mit neuen Lokomotiven fahren. Die Wagenstrange kamen frei, weil man auf andere Relationen TGV Duplex / Dasye einsetzte. Zur Wirtschaftlichkeit: einzelne Loks und Wagenstrange durften in der Beschaffung billiger sein als hochkomplizierte verteilt angetriebene Triebwagen wie der ICE 3.

3. In Frankreich ist es undenkbar, dass ein Corail-Zug ein TGV-Zug ersetzt, zumindest nicht auf Rennbahnen (auf Ausbaustrecken und Altstrecken bin ich mir nicht sicher, theoretisch soll ein Corail-200 Tours-Bordeaux in gleicher Zeit als ein TGV fahren können, allerdings spielt hier das Problem dass die TGV-Reservierungspflicht mit den Ersatzzügen nicht einzuhalten ist).


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum