kommt auf den vorherigen Ausbaustand an (Allgemeines Forum)

Sese, Donnerstag, 07.10.2010, 10:49 (vor 5663 Tagen) @ ICE-T-Fan

Zumindest in Deutschland gibt es keine Fernverkehrsstrecke zwischen größeren Ballungszentren, welche länger als 200 km ist (Hamburg-Berlin dürfte längste ununterbrochene Relation sein).

Auf dieser Entfernung beträgt der Fahrzeitunterschied zwischen 200 und 230 km/h maximal 8 Minuten.

Bei einer Steigerung von 160 auf 230 km/h sind es immerhin fast 23 Minuten.
Bei einer Steigerung von 200 auf 250 km/h sind es immerhin schon 12 Minuten und bei einer Steigerung von 200 auf 300 km/h sind es etwa 20 Minuten.

Meiner Meinung rechtfertigt sich ein Ausbau erst ab einem Fahrzeitgewinn von knapp 15 min oder wenn durch einen Fahrzeitgewinn von weniger als 15 min die nächste ITF-Kantenzeit erreicht wird.


Also bräuchte man die Kurve in Reichertshofen (Ingolstadt-München) mit 120 km/h nicht auf 160 km/h aufweiten, denn sie bringt weder 15 Minuten Fahrzeutgewinn noch ist sie notwendig, um eine ITF-Zeit zwischen München und Nürnberg zu erzielen - hierfür reicht der Ausbau Petershausen - Rohrbach auf 190 km/h allein schon aus?


Naja punktuelle Ausbauten sind in vielen Fällen blödsinnig. Dann doch gleich die ganze Strecke ausbauen, wenn man schon Geld dafür ausgibt.

Es ist also blödsinnig eine Kurve aufzuweiten, die der Strecke Kapazitäten raubt und die Kurvengeschwindigkeit an die Geschwindigkeit des gesamten Abschnittes Ingolstadt-Rohrbach anzupassen (23 km!)?

Außerdem: wäre es zum Beispiel wirtschaftlicher, Dresden - Berlin (derzeit 0,5 Züge pro Stunde und Richtung) auf 230 statt 200 auszubauen, wenn man dafür das doppelte an Geld in die Hand nehmen muss? Nach deiner recht einfachen Erklärung schon, denn von 160 auf 230 rechnret sich ja eher als auf 200.


Es kommt auf die Zielsetzung an. Wenn man sich mit der kleinen Fahrzeitersparnis zufrieden gibt, weil sie später mal in das ITF-Knotenkonzept passen könnte, muss man die Möglichkeiten nicht unbedingt ausreizen, aber prinzipiell sinnvoller hielt ich einen Ausbau gleich auf 230 km/h schon, da man sich in Zukunft weitere Ausbauten spart, wenn dann doch mal die Kantenzeit nicht so schön passt.

Ob man dafür natürlich doppelte Geld ausgeben sollte, bleibt fraglich. Ist halt eine Abwägungssache zwischen betrieblichen Anforderungen und finanziellen Möglichkeiten.

Somit widersprichst du eigentlich deinem Posting von oben, in dem du pauschal sagst dass man grundsätzlich "wirtschaftlicher" (wie du das zu definieren pflegst weiß ich immer noch nicht) baut, wenn man gleich auf 230 statt 200 ausbaut. Diese Aussage kann man nicht pauschal auf alles runterbrechen, in jedem Fall sind die Ausgangsparameter anders gelagert, hat man andere Anforderungen und Zielsetzungen. Und danach bestimmt sich in meinen Augen die Wirtschaftlichkeit.

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Grüße,
Sese


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