Yes! (Allgemeines Forum)

gnampf, Sonntag, 15.03.2026, 16:11 (vor 1 Tag, 3 Stunden, 46 Min.) @ Twindexx

Es geht ja um den Fernverkehr in Deutschland. In der Schweiz ist die DB Fernverkehr nicht aktiv.

Na siehste, dann ist es ja kein Problem, wenn die deutschen Züge nicht in die Schweiz fahren, und umgekehrt, so wie Blaschke es vorgeschlagen hat.

Ausserdem heisst, sich auf Deutschland zu konzentrieren nicht, dass deutsche Bedürfnisse aufgegeben werden sollen.

Hat auch nie einer behauptet. Aus den bisherigen "Auslandseinsätzen" sollte ja eher Profit für das Minusgeschäft in Deutschland gezogen werden. War trotzdem nicht gewünscht.

Verbindungen ins Ausland haben auch in Deutschland eine Nachfrage; Leuten aus dem Ausland Möglichkeiten zu bieten, Deutschland zu besuchen, touristisch oder geschäftlich, ist glaube ich auch in Deutschland ein Bedürfnis (das fördert die Wirtschaft, aber vielleicht ist das in Deutschland ja nicht wichtig?).

Ist ja auch kein Problem. Musst halt nur künftig an der Grenze umsteigen. Wird keinen von der Reise abhalten, muss man im Land schließlich meist auch schon. Brauchst dann halt eine Fahrkarte der entsprechenden Bahn. Müssen sich die SBB nicht mehr mit Fahrgastrechten durch DB-Probleme rumschlagen, und umgekehrt.

In der Schweiz bekommt die DB nichts. Du verstehst nicht, wie das funktioniert. Ab Basel Bad Bf fährt der ICE unter dem EVU SBB, die SBB bekommen dann alle Einnahmen im ICE. Umgekehrt erhält die DB nördlich von Basel Bad Bf die Einnahmen für Tickets im SBB Giruno.

Stimmt, dann verstehe ich dein Problem in der Tat nicht. Wo verdient dann die DB mit dem Einsatz ihrer Züge in der Schweiz, und warum sollte der rentabler sein als der Einsatz in Deutschland? Mit Glück ist es eine Nullsumme. Mit Pech springen der DB Leute ab, weil sie mit dem Schweizer Zug fahren müssten, statt mit dem komfortableren ICE.

Mit den Verbindungen in die Schweiz werden zum einen Reisende aus Deutschland in die Schweiz befördert und zum anderen Reisende aus der Schweiz nach Deutschland. Mit mehr Verbindungen wird das Angebot besser, also attraktiver, und ein attraktiveres Angebot führt zu mehr Fahrgästen.

Ach, so einfach ist das? Warum bedient die DB dann nicht jeden Milchkannenbahnhof im 10-Minuten-Takt? Damit müsste das doch wirtschaftlicher sein als stündlich. Und wenn irgendwo die Reaktivierung einer Strecke unwirtschaftlich ist: einfach mit dichterem Takt planen, bis es sich rechnet.

Im deutschen Abschnitt profitiert die DB von diesen zusätzlichen Fahrgästen. Mehr Fahrgäste bedeutet mehr Einnahmen. So funktioniert das, genau dort findet die Einnahmensteigerung statt, welche die DB ohne diese internationalen Züge nicht hätte. Das ist das zusätzlich verdiente Geld.

das sie auch verdient wenn kein einziger Zug über die Grenze fährt, sondern dort umgestiegen werden muss.

Die DB verkauft auf diesen internationalen Zügen auch Tickets in die Schweiz. Das gleicht sich aus mit den Tickets, welche umgekehrt die SBB nach Deutschland verkaufen. Wobei das nur die Verkaufsprovision der Verkaufsstelle betrifft. Auch bei einem von den SBB verkauften Billett erhält die DB den Anteil für den deutschen Abschnitt ausbezahlt.

einen Anteil. Was nicht heisst das sie dabei genauso viel Geld in der Kasse hat als wenn sie das Ticket selbst verkauft hätte.

Hä, was phantasierst du da? Wieso sollte der plötzlich in die zweite Klasse umsteigen? Das ergibt null Sinn, was du schreibst.

Das kann ich nur zurück geben.

Aber was Sinn ergibt, ist die erwiesene Tatsache, dass unattraktivere Verbindungen zu weniger Fahrgästen führen. Und das umwandeln einer Direktverbindung in eine Umsteigeverbindung ist so eine Attraktivitätsverminderung. Würden nun alle Züge in Basel SBB gebrochen werden, würden die Fahrgastzahlen sinken. Die DB hätte weniger Auslastung und weniger Einnahmen in Deutschland.

na, da möchte ich doch gerne mal den Nachweis sehen, der belegt das die Brechung an der Grenze zu weniger Fahrten führen würde. Vor allem wo es genug Leute gibt, die eh min. einmal umsteigen müssen, wenn nicht mehrfach. Und um in der Schweiz weiter zu kommen ans Ziel braucht man ja auch jetzt schon oft genug noch weitere Tickets, weil nicht alle Schweizer Bahnen bereit sind zu kooperieren.

Im Schweizer Fernverkehr bekommt nicht derjenige die Konzession, der damit den meisten Gewinn erzielt, sondern der, der das qualitativ beste Angebot aus Sicht der Fahrgäste abgibt. Da gewinnt eher der, der von sich aus zusätzliche unrentable Züge auf eigene Rechnung anbietet oder einen besseren Speisewagen wie der andere hat.

Also in der Schweiz soll der Verkehr unrentabel sein, aber wenn die DB ihre Züge da einsetzt ist das für sie eine Goldgrube. Irgendwie widersprichst du dir selbst.

Auch Aldi und Lidl meinten einmal, dasselbe Konzept wie in Deutschland würde auch in der Schweiz funktionieren. Tut es nicht, die Konzepte wurden angepasst.

Ok, immerhin siehst du jetzt ma ein, dass Deutschland nicht die Schweiz ist, und sich die Schweizer Denke eben nicht einfach auf andere Länder übertragen lässt. Wenn du das jetzt auch noch bei der Bahn einsiehst wären wir einen Schritt weiter.

Auch vom Konzept, dass ein Kunde einmal in der Woche sein Auto vollstopft, mussten sich Aldi und Lidl hier verabschieden. Der Schweizer kauft stattdessen eher mehrmals über die Woche verteilt kleiner Mengen aufs Mal ein statt einmal gross.

Ja, davon können die Supermärkte auf deutscher Seite der Grenze sicher ein Lied singen.

Diese kleineren Mengen lassen sich dann bequem mit Zug oder Bus auf dem Heimweg von der Arbeit von Läden in Bahnhofnähe mitnehmen, ohne Auto. Da macht man halt mit Läden an peripheren Lagen mit grossen Parkplätzen nicht das grosse Geschäft. Auch das haben Aldi und Lidl gelernt und ihre Standortauswahl in der Schweiz hat sich entsprechend etwas geändert.

Hier wird wohl dann von der Großstadt aufs Land projeziert. Auch in Deutschland kauf mancher nur für den Tag ein, weil er in der Stadt wohnt und kein Auto hat. Aber ich bezweifel mal das jemand von seiner Berghütte täglich per Öffis zum Supermarkt fährt in der Schweiz.

Also insgesamt denke ich nicht, dass uns ein Unternehmen aus Deutschland erklären könnte, wie man in der Schweiz am besten wirtschaftet.

Siehste, nicht verstanden. Das haben wir gar nicht vor. Nur mancher Schweizer meint dem Ausland erklären zu müssen wie die Welt funktioniert, weil die Schweizer Sicht logischerweise für alle gilt und die Beste der Welt ist. Zum Glück sind nicht alle Schweizer so, sondern man trifft auf sowas anscheinend vor allem in Bahnforen.


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