Preiserhöhung beim DT, Angebot und Nachfrage (Allgemeines Forum)

Co_Tabara-98, Hannover, Donnerstag, 14.11.2024, 00:48 (vor 660 Tagen) @ Neitech_BR611

Vielen Dank für das Rechenexempel. Eigentlich ganz einfach. Die Zahlen sind auch nicht schwierig rauszukriegen, denke ich. Aber letztendlich macht man sich selbst doch nicht die Mühe.

Im Jahresdurchschnitt gibt es ca. 11-13 Mio. Deutschlandtickets (je nach Quelle)

Ergebnis:
Jedes D-Ticket wird mit grob 230-270 €/Jahr und somit nur max. 22 € im Monat durch den Fiskus gefördert.

Zusätzlich zu der schon vorher dagewesenen und weiter bestehenden Subvention des ÖPNV. Aber diese kann hier durchaus außen vor gelassen werden.

Geht man von der geplanten Erhöhung auf 58 € aus, führt dies zu einer Entlastung von etwa 1,3-1,5 Mrd. € im Jahr 2025 (bei gleichbleibenden Bedingungen wie in 2024).

Wenn mich nicht alles täuscht, soll doch aber die Preiserhöhung keineswegs dazu verwendet werden, besagte Zuschüsse von insgesamt 3 Mrd. Euro abzusenken.

Erkennbare Mehrkosten durch das D-Ticket wurden meines Wissens weder von Bund noch Ländern dargelegt und schon gar nicht begründet.

Es gab doch schon Klagen darüber, dass Bund und Länder quasi Verträge zu Lasten Dritter (Landkreise, Kommunen, Verkehrsbetriebe...) geschlossen haben. Im Übrigen ist die Inflationsrate seit Einführung des DT nicht auf null gesunken. Weiterhin ist aufgrund der verstärkten Nutzung des öffentlichen Verkehrs an vielen Stellen eine Ausweitung des Angebots geboten.

In allen Diskussionen geht es lediglich um die Finanzierung der vereinbarten 1,5 Mrd. € je Seite (Bund + Länder).

Ich bin daher der Meinung dass hier das Volk vorgeführt und verspottet wird, denn die staatliche Finanzierung hätte bei einem Ticketpreis von 69 € (= 3 Mrd. € Mehreinnahmen) entfallen können.

Wenn das richtig wäre, müsste man sich ja fragen, warum sich die Verkehrsverbünde und Aufgabenträger das nicht schon früher ausgedacht haben.

Nein, ein Preisaufschlag um 10 oder sogar 20 Euro pro Monat wird die Nutzerzahlen deutlich senken lassen. Da geht es natürlich eher nicht um diejenigen, für die sich früher schon eine Monatskarte gelohnt hat, sondern um Gelegenheitsnutzer, die sich aber über die Option freuen, hin und wieder weitere Strecken ohne Tarifstudium und ohne Zusatzkosten fahren zu können.

In anderen Worten: Eine Preiserhöhung von 20 € würde zu einer nicht mehr notwendigen staatlichen Bezuschussung führen.

Nein, so ist das eine Milchmädchenrechnung.

Ehrliche Politiker würden sich an ihren Amtseid erinnern und diese Option mit ihrem Amtsauftrag in sozial-verträgliche Gesetzgebung überführen.

Die Polit-Phrasen möchte ich nicht kommentieren. Nur zum Letzten: Das machst es dir sehr einfach. Wir alle hätten es sicher gern, wenn die Politik uns die Welt machte, wie sie uns gefällt... Im Umkehrschluss hieße deine Aussage schließlich, zumindest vor Mai 2023 wurde der Amtseid massenhaft gebrochen.


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