Wann zu erwartende Verspätung über 60 min? (Fahrkarten und Angebote)

michael_seelze, Mittwoch, 25.08.2021, 17:40 (vor 59 Tagen) @ mmandl

- Entstehungsgeschichte: Art.16 des KomV sah vor, dass der Fahrgast bei einem Ausfall oder einem verpassten Anschluss stets die dortigen Rechte hat. Im Gesetzgebungsverfahren wurde das dahingehend ergänzt, dass auch einfache Verspätungen zu den genannten Rechten führen, wenn die Verspätung erheblich ist. Aus Vereinfachungsgründen hat man alle drei Situationen unter den Begriff "Verspätung > 60 Minuten" zusammengefasst. Das man bei Zugausfällen und verpassten Anschlüssen hinter den KomV zurückbleiben wollte, ergibt sich nirgends aus den Materialien

Dass die Zusammenfassung aus Vereinfachungsgründen erfolgte, geht daraus aber ebensowenig hervor. Mithin lässt sich nicht nachvollziehen, welcher Akteur mit welcher Begründung die Verpätung von mehr als 60 Minuten an dieser Stelle der VO eingeführt hat.

- bei einer einfachen Verspätung > 60 Minuten darf der Fahrgast auch sofort jede beliebige Verbindung wählen bzw. nach Art. 16 vorgehen und nicht erst, wenn es keine Verbindungen gibt, die eine Ankunft mit Verspätung < 60 Minuten erwarten lassen.

Nur deswegen, weil eine Zugfahrt eine Verpätung von mehr als 60 Minuten hat, muss nicht vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass bei Ankunft am Zielort gemäß Beförderungsvertrag die Zeitdifferenz zwischen der planmäßigen Ankunftszeit des Fahrgasts gemäß dem veröffentlichten Fahrplan und dem Zeitpunkt seiner tatsächlichen oder erwarteten Ankunft mehr als 60 Minuten betragen wird:


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