Urlaubsreisende ohne Zugerfahrung (Allgemeines Forum)

amtrak, Sonntag, 04.04.2021, 22:21 (vor 9 Tagen)

Eine frage an Oscar und alle anderen: seit Jahrzehnten fragen mich Bekannte, die keine Erfahrung mit Zugreisen haben, um Rat. Diese Menschen möchten über die angenehmste und entspannendste Art an ihr Ziel reisen. Selbstverständlich habe ich sie anfänglich geraten Zug zu fahren: im Gegensatz zum Auto (und insbesondere) das Flugzeug: 1. Man sieht mehr von der Landschaft aus dem Zugfenster 2.Man reist entspannt. Urlaub, sobald man im Zug sitzt. 3. Man kann während der Fahrt im Speisewagen essen. 4. Die Fahrpreise sind klar und übersichtlich. Die letzte Jahrzehnte hat sich aber vieles geändert. Was 1. betrifft, so landet man bei einer nicht zu unterschätzen Wahrscheinlichkeit auf ein Wandfensterplatz oder schaut nicht selten auf Schallschutzwände. 2. Direkte Züge von die Niederlande nach Österreich, in die Schweiz, nach Italien und zu attraktiven Urlaubszielen in Deutschland gibt es nicht mehr. Man muss also umsteigen (oft mehrmals). Unerfahrene Zugreisende hassen dies, was insbesondere aufgrund häufiger Verspätungen kein entspanntes Urlaubsgefühl mehr vermittelt. 3. Es gibt Restaurants in immer weniger Zügen. 4. Es wird immer schwerer die Fahrpreise von den Niederlanden zu Urlaubszielen in Österreich, Italien oder der Schweiz zu finden. “Stückeln” kann man solche Reisende nicht zutrauen. Einige Beispiele: (erst ein positives) Vor anderthalb Jahr wollten einige meiner Bekannten von NL nach Basel fliegen. Mit fliegen sind sie wie eine immer grössere anzahl Menschen mehr vertraut als mit zugfahren. Ich überredete sie schließlich mit Eurocity (Schweizer Wagen) direkt von Duisburg nach Basel zu fahren. Ich brachte sie mit dem Auto aus der Gegend von Eindhoven nach Duisburg. Infolgedessen hatten sie keine Sorgen über zweimalig umsteigen (Venlo und Düsseldorf) oder Verzögerungen. Sie genossen die Reise durch das Mittelrheintal (zwei Fensterplätze vis-a-vis Rheinseitig). Ihr Kommentar: “Viel schöner und weniger Stress als fliegen!”. Dagegen: Zwei weitere Ehepaare reisten in Südtirol bzw. Bologna. Leider musste ich ihnen in beiden Fällen wegen verspäteter Züge und des Verlustes von Sitzplatzreservierungen wegen verpasste Anschlüsse telefonisch beim umsteigen helfen. Sie sagten: “Zugfahren ist zu viel Stress!” Tariflich war Interrail der einzige Weg, um aus den Niederlanden überhaupt ein Fahrpreis zu finden. Aufgrund all dieser Umstände ist es schade, dass ich Bekannten, die mich um Rat fragen, sagen muss: „Reise bitte mit Flugzeug oder Auto, mit dem Zug zu fahren ist viel zu kompliziert geworden, zu viel umsteigen, zu viel Unsicherheit, (dabei immer engere Bestuhlung, immer weniger Aussicht), Ticketpreise schwer zu finden und daher zu teuer. (Tariflich habe Ich oft den Eindruck, dass nationale Grenzen bei Eisenbahnen mehr Hindernisse sind als je zuvor). Ich denke das geschäftliche Teil der Reisende nach covid19 kleiner sein wird (home-office usw.) und das von mir angesprochene Teil Freizeitreisende verhältnismässig grösser wird. Was denkst du Oscar, wie denkt man hier im Forum: Kann die Bahn diese Gruppe Freizeitreisende für immer fast nicht mehr bedienen oder gibt es noch ein Zukunft mit sog. “TEE-pläne” (lange durchgebunden Zugfahrten ohne umsteigen)?
N.B. Entschuldige bitte meine Sprachfehler!


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