Tja, un nu ... (Allgemeines Forum)

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Donnerstag, 25.03.2021, 06:58 (vor 1838 Tagen) @ Der Blaschke
bearbeitet von Alibizugpaar, Donnerstag, 25.03.2021, 07:00

Juhu!

Erinnerste Dich an Deine eigenen Worte? "Immer wenn ein neuer Vorschlag kommt entgegnen Bahnfreunde, daß das nicht nötig sei und man anderswo viel besser fahren könne." Das erleben wir jetzt hier direkt auf Anhieb wieder live und in Farbe.

Der Ruf nach transeuropäischen Direktverbindungen zwischen Hauptstädten wirft doch ein Licht auf das generelle Problem, nämlich daß grenzüberschreitende Fernverbindungen in Europa immer noch böse stiefmütterlich behandelt werden. Das sieht man an der letzten Thalys-Fahrt des Tages:

Paris 17:55
Brüssel 19:25
Köln 21:15

Der letzte ICE nach Frankfurt verlässt Brüssel um 18:25, ein späterer Zug rollt nur sonntags. Das heißt ab etwa 19 Uhr soll man bitte bleiben wo man ist oder eine Reiseverbindung mit nächstens 5x umsteigen und stundenlangen Aufenthalten wählen.

Wenn hier was völlig am Leben vorbei geht, dann sind das die bescheidenen Fahrzeiten und Abfahrtzeiten. Die EU hat wiederholt bemängelt, daß bei den vielen Förder-Milliarden zu wenig grenzüberschreitende Verbindungen und Reiseketten-Effekte bei rum kommen. Das Angebot ist viel zu oft sehr mager. Deshalb kann man so einen Ruf pro Schiene doch mal gutieren und nicht gleich wieder mit kaputt reden beginnen oder gar mit abstrusen Linienläufen kommen. An Stockholm - Berlin und Berlin - Paris ist wirklich nichts verwerfliches zu erkennen.

Die Staatsbahnen sollen endlich mal lernen europäischer zu denken. Mensch, schaut doch mal wie dicht die Flieger ihre Angebote feil bieten, da ist nicht um 19 Uhr Schluss. Und auch auf den Autobahnen zwischen den Ländern ist da noch der Teufel los.

Wenn ein Nachtzug Berlin - Paris fährt und wenn es drei, vier schnelle Tages-Sprinter gibt, dann muß keiner um seine lieb gewonnenen Regio-ICE-Halte in Züssow, Kreiensen oder Lüneburg bangen, diese haben mit beschleunigten Euro-Sprintern nichts zu tun.

Habt doch bitte keine Angst.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797


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