CZ: erste Trassierungsverfahren Rennbahn Prag-Brno. (Allgemeines Forum)

J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 09.01.2020, 20:59 (vor 2286 Tagen) @ oska

Das größere Problem ist jedoch, dass der Zug dann vor der Knotenzeit abfährt und dadurch vielen Zügen keinen Anschluss gewähren kann.


Nicht, wenn schnell genug der nächste Zug folgt. Damit meine ich nicht dieselbe Linie, sondern eine andere Linie die von wo anders kommt aber zu dem gleichen Ziel fährt.

Das ist eine schöne Vision. Mal ganz angenommen, wir könnten Berlin - Prag - Wien in 4 Stunden schaffen. Da müsste man fast durchgängig mit 350 km/h operieren, aber ok, sagen wir einfach mal, das geht. Dann hätten wir die wohl coolste Metropolverbindung da draußen geschaffen, wir hätten die Grenzen noch mehr verschwinden lassen als bereits jetzt schon, das würde ganz neue Perspektiven vor allem für Tschechien schaffen.

Doch frage ich mich, wird man da wirklich so oft fahren können, dass ein ITF nicht mehr notwendig ist? Um ehrlich zu sein, da bin ich skeptisch. Ich kann mir einen Halbstundentakt ganz gut vorstellen, ich meine, mit Hamburg hätten wir dann gleich 4 Metropolen miteinander verbunden. Das ist schon ziemlich cool. Aber ob es wirklich ein Viertelstundentakt ist? Ich weiß es nicht. Meine Wünsche sagen ja, meine Erfahrung ist da eher skeptisch. In den Niederlanden ist der Fernverkehr so dicht vertaktet, weil er eigentlich ein verschleierter Regionalexpressverkehr ist (ich glaube, da wird mir Oscar(NL) zustimmen). In Japan werden riesige Metropolen miteinander verbunden, da ist ein 10-Minuten-Takt alternativlos.

Berlin - Prag - Wien mag zwar viel Potenzial haben, aber die Metropolen sind nicht so riesig und regionale Bedürftnisse werden da eher weniger bedient.

Ich lasse mich immer gerne überraschen und vielleicht ist mir die ganze Tragweite einer solchen potenziell revolutionären internationalen Hochgeschwindigkeitsverbindung noch gar nicht bewusst. Aber ich habe da eine gewisse Skepsis. Ich hoffe, das kann man mir verstehen.

Und wenn wir nicht mehr als einen Halbstundentakt haben, dann wird es eben zwar ein schön dichtes Angebot sein, aber ohne ITF wird es trotzdem irgendwo dazu kommen, dass man eben diese halbe Stunde auch warten muss auf seinen nächsten Zug. Mit einem konsequenten ITF vermeidet man das.

Wenn man Wien - Prag - Berlin im Viertelstundentakt bedient, würde sich das Thema jedoch auch erledigen. Bei der Hamburger oder Berliner S-Bahn erwartet man sich ja auch nicht so sehr einen ITF.

wird das ganze etwas chaotisch, die Trassenplanung wird ineffizienter und bei den Anschlüssen würde es auch nicht unbedingt schön sein...


Im Chaos liegt die Zukunft. In Berlin, München oder Wien mußt Du nicht wissen wann die nächste U-Bahn fährt. Du gehst einfach hin und steigst ein. Wenn Du vom Hauptbahnhof zum Ostbahnhof fahren willst, musst Du auch nicht darauf achten wohin die S-Bahn fährt. Du steigst in irgendeine ein und am Ostbahnhof aus. Nur die Richtung muß stimmen.

Ja genau das ist es, was meine Visionen für die Zukunft sind, ein Fernverkehr im Takt wie beim Shinkansen. Es wäre möglich und wir reden von sehr weiträumigen Zukunftsszenarien. Ich würde mir da sicherlich nicht sagen, dass das niemals passieren würde.

Aber das sind dann Themen, die werden erst wirklich langfristig zum Tragen kommen. Eher nicht gleich Nachdem Tschechien sein Hochgeschwindigkeitsnetz aufgebaut hat.

Glaubst Du wirklich das Lokführer beim ITF seltener verschlafen, keine ungeplante Toilettenpause mehr machen müssen und sich niemand mehr vor der Zug wirft, nur weil alle Züge irgendwo gleichzeitig abfahren? Ich denke nicht das es mit dem ITF weniger Verspätungen gibt.

Das ist klar, aber es ist schon cool, wenn grundsätzlich der Fahrplan ein attraktives Angebot herstellt.

Das Chaos hat mich schon oft gerettet und so habe ich bei einem verspäteten Zug noch einen Anschluß geschafft, den ich fahrplanmäßig nicht erreicht hätte. Die Computer rechnen schnell genug, wenn keine freien Trassen zu finden sind, sind einfach zu wenig da. Da liegt dann das Problem. Spendiere jeder Strecke zwei zusätzliche Gleise, ob zum überholen, ausweichen, für den NV oder tagsüber für den Güterverkehr - dann wird die Trassenplanung zum Kinderspiel.

Naja, das kann auch mal kostspielig sein. Und wenn man mit einer effizienten Trassenplanung noch einiges an Luft hätte, wird man eben schauen, dass man den Fahrplan möglichst mit Plan erstellt. ;-)

Wobei wir bei einem dichten Fernverkehrstakt ohnehin eigene Trassen brauchen werden. Ein Mischverkehr wäre da gar nicht sinnvoll möglich.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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