Gedanken zum Flix-Train (Allgemeines Forum)

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Mittwoch, 28.08.2019, 07:23 (vor 2463 Tagen) @ EDO

Heute, Düsseldorf Hbf, Flix-Train nach Hamburg-Altona. Wäre eine 03 oder zumindest eine E10 vorgespannt gewesen, hätte ich gesagt: stilecht.

101 oder 218 bitte!

Offensichtlicher „Vorteil“ beim Flix-Train ist jedenfalls. Niemand beschwert sich über ausgefallene Klima-Anlagen: es gibt keine. Niemand beschwert sich über ein geschlossenes oder in Teilen defektes Bordbistro: es gibt keins.

Aber das erwartet in der Billigbahn auch niemand.

Ich kann durchaus nachvollziehen, wenn die Qualität der DB-Ersatzzüge kritisiert wird.

Ich nicht. Die sind doch mit Plüsch-Apmz viel bequemer, als ICE.

Allerdings gibt es sie. Und sie sind äußerlich wie innen in einem besseren Zustand, wenn auch auf bescheidenem Niveau. Und: Flix fährt ja mitunter auch mal drei Stunden verspätet, was bei einem ICE-Takt den ersatzlosen Ausfall von zwei (!) Taktzügen bedeuten würde.

Diese Flix-Züge relativieren vieles, was der DB an berechtigter (!!), aber eben auch an unberechtigter und zum Teil auch unsachlicher Kritik entgegengebracht wird.

Die eigenen Ansprüche von DB sind aber auch ungleich höher und damit auch die Erwartungen. Wer noch die DB-Qualität von 1999 und davor kennt, wo es praktisch keine ersatzlosen Ausfälle im FV gab, ist logischerweise nicht gewillt, diese nun hinzunehmen!
Das ist deer Massstab, an dem DB gemessen wird.
Damals wurden Verspätungen auch schon massiv kritisiert. Aber einzelne Tage mit <70% der 6 Min. Pünktlichkeit im FV wurden damals als Katastrophe empfunden. Heuer war der Monadsdurchschitt(!) z.T. <70%. Daran merkt man den sehr deutlichen Abstieg der DB in den letzten 20 Jahren.

Viel wird geredet über Konkurrenz im Fernverkehr. Ich glaube schon, dass das grundsätzlich begrüßenswert wäre.

Doch was macht und will Flix, was macht und wollen die „Privaten“? Absahnen! Lukrative Strecken zu lukrativen Zeiten. DB Fernverkehr fährt auch am Dienstag um 9 Uhr zwischen Erfurt und Fulda, bestimmt nicht an der Auslastungsgrenze, und auch am Samstag um 22 Uhr zwischen Koblenz und Mainz. Und die in der „Saison“ sicherlich hochlukrativen „Westerland-IC“ nach Sylt, die verkehren (mehrheitlich) auch am 9. November...

Was ich sagen will: Konkurrenz wäre schön, wenn sie auf gleichem Niveau erfolgen würde und nicht als Versich der Rosinenpickerei. Wenn ein privater Betreiber beispielsweise Fahrzeuge für 300 km/h hätte und die Linie 47 im 2-Stunden-Takt von Stuttgart nach Köln/Düsseldorf/Dortmund betreiben würde, aber eben durchgängig von Montag bis Sonntag und damit – bis auf wenige Ausnahmen – einen echten Taktverkehr herstellen würde, dann könnte man von „Konkurrenz“, weil Alternative mit möglicherweise besserem Angebot (Service) oder günstigerem Preis sprechen.

Ob das ein privater Anbieter leisten kann oder will?

Wollen vlt. Aber können, nein.
Es ist nunmal so, dass die Eisenbahn in der Automobilnation Deutschland eine untergeordnete Rolle spielt, da die Politik und das Volk das so wollen. Daher ist der Bahnbetrieb wirtschaftlich nicht möglich. Auch bei DB nur dadurch, dass sie sich kaputt spart und vom Staat bezuschusst wird. Die HVZ-ICE auf Hauptabfuhrstrecken, müssen die Verluste anderer Züge wieder einfahren.
Jedes andere EVU, dass einen tgl. Taktverkehr von 5:00 - 23:00 Uhr fahren wollen würde, wäre nach weniger als einer Woche pleite.
Daher ist es logisch, dass nur die lukrativsten Einzelverbindungen angeboten werden können und selbst die sind nur schwer in den "günen" Zahlen zu halten.
Bei "Besserer Service" und "günstigere Preise" zusammen, könnte man gleich beim Betriebsstart schon vorsoglich Insolvenz beantragen.

Solange der Staat die Eisenbahn nicht fördert und ggü. anderen Verkehrsmitteln bevorzugt, wird es keine echte Konkurrenz geben können.

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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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