Diskussion: Passt Deutschland-Takt noch im Billigtrend? (Allgemeines Forum)

michael_seelze, Mittwoch, 29.05.2019, 11:55 (vor 2507 Tagen) @ Oscar (NL)

Flixtrain bedient dann auch eine andere Kundschaft als die Nationalbahnen (DB, SBB, ÖBB, SNCF, NMBS, NS usw.). Und das Unternehmen tut das angeblich nicht erfolglos. Offenbar möchte der Reisende gerne auf Komfort verzichten, wenn er dafür nur ein Bruchteil einer DB-Fahrkarte zu bezahlen braucht. Warum mit 300 km/h über die Schienen rasen, wenn 200 km/h auch geht? Wozu braucht man Klimaanlage? Was nicht im Zug ist, geht auch nicht kaputt.

Alles richtig.

Ich stelle mir die Frage, ob dieser Deutschland-Takt der richtige Weg sei. Als Niederländer, der kaum etwas Anderes gewöhnt ist, würde ich sagen: ja. Ich lege mehr Wert auf eine regelmässige und zuverlässige komplette Reisekette als auf eine billige Teilstrecke.[...] Es gibt aber auch Gegenargumente. Wenn man den Deutschland-Takt so plant, dass Flixtrain keine geeigneten Trassen mehr hat, dann kann Flixtrain das als eine Sperrung des freien Netzzuganges betrachten.

Ein Takt ist aufgrund seiner Merkbarkeit auch im Zeitalter einer einigermaßen flächendeckenden Versorgung mit Internetzugängen weiterhin ein Argument für den Verkehrsträger Eisenbahn. Nicht, dass die EVU noch auf die Idee kommen, mit minutenweisen Fahrplanunterschieden, mögliche FGR-Zahlungen zu reduzieren ... aber ich schweife ab. Es müsste eben auch der für die Dasiensvorsorge benötigte Fernverkehr ausgeschrieben werden. Da könnte sich dann auch Flixtrain bewerben. Es bliebe den EVU natürlich unbenommen, eigenwirtschaftliche Verkehre anzubieten. Die müssten dann eben auf den übrig gebliebenen Trassen verkehren, auch wenn diese zeitlich unattraktiv sein mögen.


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